Lotec C1000: Das bayerische 1000-PS-Unikat mit Mercedes-V8

Ein Einzelstück, gebaut für einen Scheich, mit Carbon-Monocoque, 1000 PS und 431 km/h als Zielvorgabe. Der Lotec C1000 ist ein Superlativ auf vier Rädern – konstruiert in Bayern, powered by Mercedes, und bis heute kaum bekannt.

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Der Lotec C1000 statisch von schräg vorne fotografiert.
Lotec C1000 Foto: Curated

Anfang der 90er-Jahre wollte Scheich das schnellste Auto der Welt konstruieren lassen. Das Ergebnis: der Lotec C1000. 

Der Lotec C1000 statisch von der Seite fotografiert.
Lotec C1000 Foto: Curated

Sein Name "C1000" verriet, wohin die Reise gehen sollte.  Das "C" stand für Carbon, die "1000" für die angepeilte Leistung in PS. 

Der Lotec C1000 statisch von schräg hinten fotografiert.
Lotec C1000 Foto: Curated

Gut vier Jahre und rund 3,4 Mio US-Dollar später war das Einzelstück fertig. Die offizielle Vorstellung folgte 1995.

Der Tacho des Lotec C1000.
Lotec C1000 Foto: Curated

Die angepeilte Höchstgeschwindigkeit von 431 km/h wurde nie erreicht. Die passenden Reifen waren schlichtweg noch nicht erfunden. 

Das Mercedes-Logo auf dem Motor des Lotec C1000.
Lotec C1000 Foto: Curated

Im Heck arbeitete ein von Mercedes entwickelter 5,6-l-V8 mit Biturbo-Aufladung, der 1000 PS (735 kW) produzierte. 

Lotec C1000: Ein Supercar aus Kolbermoor

Der Wunsch war eindeutig: das schnellste Auto der Welt bauen. Der Auftrag kam Anfang der 1990er-Jahre von einem Mitglied der herrschenden Al-Maktum-Familie aus Dubai, die Umsetzung übernahm ein kleines Unternehmen aus Kolbermoor in Oberbayern: Lotec, gegründet von Kurt Lotterschmid, ursprünglich bekannt für Gruppe-2- und Gruppe-C-Rennwagen sowie aufwendige Umbauten von Porsche- und Mercedes-Modellen. 1990 begann Lotec mit der Entwicklung des Fahrzeugs, das später C1000 heißen sollte – das "C" für Carbon, die "1000" für die angepeilte Leistung in PS. Gut vier Jahre und rund 3,4 Millionen US-Dollar später war das Einzelstück fertig. Die offizielle Vorstellung folgte 1995.
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Technik ohne Kompromisse

Der Bau des C1000 hatte nur ein Ziel: kompromisslose Performance liefern. Chassis und Karosserie bestanden vollständig aus Kohlefaser. Das Leergewicht betrug nur 1080 kg, was dem Lotec C1000 ein Leistungsgewicht auf Formel-1-Niveau verlieh. Im Heck arbeitete ein von Mercedes entwickelter 5,6-l-V8 mit Biturbo-Aufladung, der 1000 PS (735 kW) produzierte. Die Kraft wurde über ein manuelles Fünfgang-Renngetriebe von Hewland an die Hinterräder übertragen.

Lotec gab eine theoretische Höchstgeschwindigkeit von 431 km/h an. In der Praxis wurde dieser Wert nie erreicht – schlicht, weil es zu dieser Zeit keine Reifen gab, die eine derartige Geschwindigkeit sicher hätten verkraften können. Bei Testfahrten erreichte der C1000 laut Lotterschmid immerhin 380 km/h. Der Sprint auf 100 km/h sollte in 3,2 s erfolgen, auf 200 km/h in 8 s – Werte, die auch drei Jahrzehnte später durchaus noch beeindrucken.

Der Lotec C1000 statisch von schräg hinten fotografiert.
Foto: Curated

Seltenheit als Werttreiber

Was den Lotec C1000 im Vergleich zu diversen anderen Supersportlern seiner Zeit jedoch so besonders macht: Er wurde nur einmal gebaut. Er ist und bleibt ein Unikat, entstanden aus einem privaten Auftrag, nie für die Serie vorgesehen, technisch so extrem, dass er nie homologiert wurde. Für Jahre blieb das Fahrzeug unter Verschluss – 2023 stand es in den USA, bei dem auf rare Supersportwagen spezialisierten Unternehmen Curated zum Verkauf.

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Die damalige Laufleistung lag bei nur 2576 Meilen (4146 km). Über vier Jahre hinweg wurde der Wagen nicht bewegt – ein Hypercar, das wie so oft zum Garagenstück verkümmert war. Entsprechend hoch war der geschätzte Marktwert: 7,72 Mio US-Dollar (rund 7 Mio Euro) – mehr als doppelt so viel wie der ursprüngliche Neupreis.