Premiere

Oberklasse im Visier: Lexus präsentiert Elektro-Flaggschiff TZ

Mit dem TZ wagt Lexus einen Schritt in Richtung elektrischer Oberklasse: Das 5,10 m lange SUV kombiniert sechs Einzelsitze, Lounge-Atmosphäre und bis zu 540 km Reichweite mit einem simulierten Schaltgetriebe. Das wissen wir bisher zu Marktstart, Antrieben und Reichweiten.

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Der Lexus TZ statisch in der Einfahrt eines Hauses von schräg vorne links.
Die neue Baureihe TZ positioniert sich bei Lexus als neues SUV-Flaggschiff oberhalb vom Hybrid RX und dem Stromer RZ. Foto: Lexus
Der Lexus TZ statisch in der Einfahrt eines Hauses von schräg hinten links.
Beim Design war Lexus insbesondere die aerodynamische Effizienz wichtig. Daraus resultiert der Luftwiderstandswert von 0,27, laut dem japanischen Autobauer ein Bestwert in der Klasse. Foto: Lexus
Der Lexus TZ statisch im Profil von links.
Von 5100 mm Gesamtlänge entfallen 3050 mm allein auf den Radstand. Lexus verspricht dadurch genug Platz für Erwachsene in allen drei Sitzreihen. Foto: Lexus
Das Cockpit des Lexus TZ mit Blick von der Rückbank.
Das volldigitale Cockpit dominieren ein 12,3-Zoll-Kombiinstrument und ein 14-Zoll-Zentraldisplay. Knöpfe gibt es kaum, einige Funktionen sind in Schaltflächen in der Zierleiste unter dem Touchscreen untergebracht und werden nur bei Annäherung beleuchtet. Foto: Lexus
Seitlicher Blick auf Lenkrad und Armaturen des Lexus TZ.
Mit dem Modus „Manual Interactive Drive“ lässt sich sogar selbst „schalten“. Ein simuliertes Achtstufen-Getriebe lässt sich über Schaltwippen am Lenkrad ansteuern – samt nachgeahmter Motorgeräusche. Foto: Lexus
Blick auf die zweite Sitzreihe des Lexus TZ.
In Reihe zwei finden zwei Mitreisende in getrennten Sesseln samt Armlehne Platz. Da Fond-Komfort hohe Priorität im TZ zu sein scheint, gibt es mit „Rear Comfort“ einen Fahrmodus, der durch Anpassungen an Hinterradlenkung, Antrieb und Fahrwerk Karosseriebewegungen im Heck reduziert. Foto: Lexus
Blick auf die dritte Sitzreihe des Lexus TZ.
Reihe drei besteht aus einer Sitzbank, doch auch hier verspricht Lexus hohen Sitzkomfort nicht nur für Kinder. Foto: Lexus
Blick in den Kofferraum des Lexus TZ mit umgeklappter dritter und zur Hälfte umgeklappter zweiter Sitzreihe.
Genaue Angaben zum Kofferraumvolumen macht Lexus bislang nicht. Sind alle drei Sitzreihen aufgestellt, sollen sich aber „vier 55-Liter- oder zwei 92-Liter-Koffer“ verstauen lassen, so der Hersteller. Foto: Lexus
Die Ambientebeleuchtung in der Beifahrer-Türtafel im Lexus TZ im Detail.
Der volldigitale Innenraum ist unter anderem mit Bambus-Verbundstoff und recyceltem Aluminium ausgekleidet. Die Bambus-Applikationen wurden sogar mit „Lichtübertragungstechnik“ gefertigt und synchronisieren sich mit der Ambientebeleuchtung. Foto: Lexus

Mit reinen Elektroautos tat sich der Toyota-Konzern bislang eher schwer. Zu gut funktionierten in der Vergangenheit die Vollhybride, mit denen der japanische Automobilriese immerhin seit fast 30 Jahren Erfahrung sammeln konnte. Doch dürfte Konkurrenzdruck allmählich zum Umdenken in der Firmenzentrale sorgen. Das beweist nicht nur das 2025 sprunghaft von einem auf vier elektrische Pkw-Modelle angewachsene Toyota-Portfolio, sondern auch die jüngsten Entwicklungen beim Luxus-Sprössling Lexus.

Mit dem 5,10 m langen Oberklasse-SUV Lexus TZ präsentieren die Japaner:innen zeitgleich für Europa, Asien und die USA im Mai 2026 die neue Speerspitze ihrer Elektro-Offensive. Mit sechs Sitzplätzen in drei Reihen platziert sich der Crossover mit Kombi-Silhouette gegen Kontrahenten wie den Volvo EX90, aber auch die koreanischen Elektro-SUV Hyundai Ioniq 9 und Kia EV9.

Der Lexus RX im Video

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Video: AUTO ZEITUNG

Drei Antriebsoptionen und bis zu 540 km Reichweite im Lexus TZ

Technisch ist das auf der e-TGNA-Plattform fußende SUV zwar mit der 2025 präsentierten Elektro-Limousine Lexus ES sowie dem kürzlich erst gelifteten Toyota-bZ4X-Zwilling Lexus RZ verwandt, hat aber durch immerhin 3050 mm Radstand entscheidende Vorteile bei der Unterbringung einer größeren Batterie. Denn während bei ES und RZ bereits bei 77 kWh Bruttokapazität Schluss ist, bringt das Flaggschiff-SUV einen bis zu 95,8 kWh großen Akku im Unterboden unter.

Zwei Antriebe stehen dabei zur Wahl: Den TZ 450e mit 230 kW (313 PS) gibt es als Standard Range mit 77-kWh-Akku und bis zu 450 km Reichweite oder als Long Range mit 95,8 kWh und bis zu 540 km und damit dem Bestwert des Modells. Hinzu kommt der 300 kW (400 PS) leistende TZ 550e, der ausschließlich an die große Batterie gekoppelt ist und bis zu 480 km Reichweite bieten soll. Allradantrieb ist bei beiden Versionen standardmäßig, die Höchstgeschwindigkeit stets bei 180 km/h abgeriegelt.

Nachgeladen wird die Batterie mit bis zu 150 kW am DC-Schnelllader in knapp 30 min von zehn bis 80 Prozent. Die Batterievorkonditionierung lässt sich entweder automatisch nutzen oder manuell aktivieren. AC-Laden geht mit bis zu 22 kW.

Simulierte Gangwechsel und "Rear Comfort"-Fahrmodus

Damit auch der Fahrspaß nicht zu kurz kommt, implementiert Lexus im TZ eine virtuelle Schaltung mit Gangwechseln. „Interactive Manual Drive“ nennen die Japaner:innen das simulierte Achtstufen-Getriebe, das über Schaltwippen am Lenkrad angesteuert und von Motorsounds begleitet wird. Selbst ein Drehzahlmesser wird im Kombiinstrument simuliert, um „die Schaltpunkte zu optimieren“, schreibt Lexus in der Vorstellung des SUV. So soll „ein intensives, emotionales Fahrerlebnis, das an die Dynamik eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor und schnell schaltendem Getriebe erinnert“, entstehen.

Dennoch soll das Elektro-Flaggschiff seine Passagier:innen besonders komfortabel von A nach B bringen. Hierfür gibt es etwa auch den „Rear Comfort“-Fahrmodus. Dieser steuert die Hinterradlenkung an, greift in die Bremskraftverteilung ein und arbeitet mit dem elektrischen Allradantrieb zusammen, um „unnötige Karosseriebewegungen zu minimieren“, heißt es von Lexus.

Blick auf die zweite Sitzreihe des Lexus TZ.
Foto: Lexus

Lounge-Interieur mit versteckten Schaltern

Dass der „Rear Comfort“-Modus wohl häufiger genutzt werden dürfte, als die sportive Handschaltung, dürfte wohl auch dem Innenraum geschuldet sein. Schließlich ist dieser vollkommen auf das ruhige Reisen ausgelegt. Lexus selbst spricht von einer loungeartigen Atmosphäre. Die sechs Sitzplätze sind in drei Reihen angeordnet, in Reihe zwei sitzen zwei Personen auf getrennten Sesseln mit Armlehne. Reihe drei fällt als durchgängige Bank etwas einfacher aus, Lexus verspricht aber dank elektrischer Hinterachse genug Beinfreiheit und Fußraum für erwachsene Mitreisende.

Das Cockpit des Lexus TZ mit Blick von der Rückbank.
Foto: Lexus

Das Cockpit präsentiert sich derweil komplett digital. Neben dem 12,3-Zoll-Kombiinstrument dominiert ein 14-Zoll-Zentraldisplay den Armaturenträger. Dieser selbst ist wie auch die Türtafeln mit Bambus-Verbundstoff und recyceltem Aluminium verziert. Ein Highlight sind auch die „Hidden Switches“, die in der Zierleiste unter dem Bildschirm integriert sind. Die hinterbeleuchteten Tasten leuchten erst auf, wenn sich eine Hand annähert.

Der Marktstart des Lexus TZ soll 2027 erfolgen. Preise nennt der japanische Autobauer bislang noch nicht. Mit Blick auf das etwas kürzere Hybrid-SUV RX, das aktuell bei 73.850 Euro (Stand: Mai 2026) beginnt, ist eine Preisspanne von knapp 75.000 bis 80.000 Euro als Einstiegspreis für den Elektriker realistisch. Zwei Ausstattungsniveaus soll es geben, den Executive, der nur als 450e mit beiden Batteriegrößen erhältlich sein wird, sowie der Luxury, der exklusiv mit dem stärksten Antrieb 550e samt großem Akku vorfährt.

Fazit

Mit gewohntem Komfort-Fokus greift Lexus mit dem TZ in der elektrischen SUV-Oberklasse an. Der lange Radstand verspricht viel Beinfreiheit in allen drei Sitzreihen, hinzu kommt schickes Design mit modernen Elementen. Ob der sanftmütig wirkende Sechssitzer tatsächlich eine simulierte Schaltung benötigt, sei dahingestellt. Ladeleistung und Reichweite dürften aber entsprechend des zu erwartend ambitionierten Einstiegspreises für ein brandneues Modell etwas höher ausfallen. Hier ist die 800-V-Konkurrenz von Hyundai oder Volvo dem Toyota-Konzern noch einen Schritt voraus.