Campingbus vs. Campervan: Welcher Kompanja passt wann besser?
Bei der Camper-Manufaktur Kompanja in Brühl fährt man zweigleisig: Das Erstlingswert Kompanja Eins ist ein Campingbus auf Renault-Trafic-Basis ohne Nasszelle. Auf ihn folgt der Kompanja Zwei auf Basis des Citroën Jumper als klassischer Campervan. Da stellt sich die Frage: Für welchen Camper-Typen ist welches Modell besser geeignet?
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- Klein gegen Groß: Kompanja Eins & Kompanja Zwei im Vergleich
- Eine Frage des Formats: Welcher Kompanja-Camper ist alltagstauglicher?
- Wohnkomfort: Das bieten Kompanja Eins und Zwei
- Nasszelle: Haben oder nicht haben?
- Gemeinsamkeiten: Darauf muss in beiden Kompanja nicht verzichtet werden
- Fazit
- Technische Daten des Kompanja Eins und Kompanja Zwei
Klein gegen Groß: Kompanja Eins & Kompanja Zwei im Vergleich
Sie stehen wie David und Goliath nebeneinander auf einer Landstraße bei Zülpich. Allerdings sind sie keine Rivalen im Kampf „groß“ gegen „klein“, sondern Modellgeschwister ein- und derselben Marke: Vor uns steht die gesamte Produktpalette der kleinen Camper-Manufaktur Kompanja aus Brühl südlich von Köln. Mit Namen heißt der „Kleine“ Eins, basiert auf dem Renault Trafic und gibt sich als klassischer Campingbus mit geringer Höhe, Aufstelldach und ohne Nasszelle an Bord.
Daneben steht sein jüngerer Bruder, der Zwei, auf Basis des Citroën Jumper. Als ausgewachsener wenngleich nur 5,4 m langer Campervan übertrumpft er den Eins um fast einen halben Meter in der Höhe, bietet daher aber an Bord logischerweise auch mehr Bewegungsfreiheit, ganz ohne Aufstelldach. Dieses ist zwar optional auch verfügbar und auf unserem Testfahrzeug montiert, erweitert aber lediglich die Schlafplätze, nicht die Stehhöhe. Und: Er kommt mit fester Nasszelle an Bord, zumindest als Option.
Stellt sich nun also die Frage, welcher der beiden Camper aus Brühl in welcher Lebens-, Fahr- und Reise-Situation am besten passt. Oder anders ausgedrückt: In welchen Details unterscheiden sich die ungleichen Geschwister tatsächlich? Übrigens: Was die typischen Wohnmobil-Bauarten ausmacht und unterscheidet, erklären wir hier im Detail.
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Eine Frage des Formats: Welcher Kompanja-Camper ist alltagstauglicher?
Die Antwort auf die Detailfrage ist klar: Zunächst einmal in der Außenlänge – und damit im Handling und vom Einsatzbereich. Bauartbedingt ist der kürzere und niedrigere Kompanja Eins das alltagstauglichere Auto, so viel vorweg. Mit nur knapp fünf Metern Länge wird er als „Alltagsheld im Pkw-Format“ beworben. Parken ist so auch im urbanen Umfeld weniger ein Problem, als mit einem größeren Wohnmobil oder Campervan. Zudem lässt sich der Eins optional mit einem Tieferlegungskit auch trotz Aufstelldach auf knapp unter zwei Metern Höhe drücken, womit selbst Parkhäuser und Durchfahrtssperren in Urlaubsregionen ihren Schrecken verlieren.
Hinzu kommt das Sitzplatz-Angebot. Bis zu sechs Gurtplätze können optional untergebracht werden, womit der Campingbus auch als Familienauto durchgeht. Dank Modular-Aufbau ist der einstige Renault-Stauraum auch nach kurzem Umbau auch wieder als solcher nutzbar. So findet selbst ein Motorrad oder ein Umzug im Kompanja Eins Platz.
Damit jedoch auch der Campingpart nicht zu kurz kommt, steht das Ganze bewusst auf Basis der aktuellen Modellgeneration des Renault Trafic. Dieser, so erklärt uns Kompanja-Geschäftsführer und Firmengründer Ulrich Diefenbach bei der Übergabe der Testfahrzeuge, sei im Vergleich zur Konkurrenz von Ford, Mercedes, Stellantis oder VW deutlich Nutzfahrzeug-artiger – in dieser Hinsicht etwas Positives. Denn es bedeutet nahezu kerzengerade Seitenwände ohne „runde Ecken“. Dadurch steht mehr Innenbreite zur Verfügung. Und es gibt ein Plus an Schlaf- und Stehhöhe, was insbesondere dem Raumgefühl und Stauvolumen zugutekommt. Und auch der Preis spielt eine Rolle, der Renault ist eine ganze Ecke günstiger als seine vornehmlich deutsche Konkurrenz.
Beim Thema Alltagstauglichkeit zieht der Kompanja Zwei den Kürzeren – aber das aus gutem Grund. Der „Zweier“, wie sie ihn in Brühl liebevoll nennen, „soll sich nach zu Hause und nicht nach Auto anfühlen“, erklärt uns Ulrich Diefenbach im Gespräch. Denn während der Eins durchaus den Pkw als Alltagsfahrzeug ersetzen können soll und so das einzige Auto einer campinglustigen Familie sein kann, stößt der deutlich größere Zwei hier schnell an seine Grenzen.
Mit 5,4 m Außenlänge zählt der Campervan auf Basis des Citroën Jumper zwar noch zu den kompakteren Vertretern seiner Zunft. Aber es sind insbesondere die knapp 2,5 m Höhe, die den Van im Alltag eher unpraktisch erscheinen lassen. Hinzu kommt, dass er sich auch fahrerisch eher als Nutzfahrzeug gibt, während sich der Kompanja Eins mit leichtgängiger Lenkung und vergleichsweise niedrigerer Sitzposition eher wie ein typisches Auto – oder eher ein Mittelklasse-SUV – durch den Stadtverkehr manövrieren lässt. Dennoch komme der Zweier im Kundenstamm gut an. Und das spiegelt sich auch in den Auslieferungszahlen: „Wir bauen inzwischen mehr Zweier als Einser“, sagt Diefenbach. Sprich: Es gibt mehr Kastenwagen als kurze Campingbusse aus Brühl. Daran dürfte der höhere Wohnkomfort maßgeblich Anteil haben.
Wohnkomfort: Das bieten Kompanja Eins und Zwei
Denn wenn beim Campingfahrzeug-Kauf Wohnkomfort an oberster Stelle steht, führt im Kompanja-Portfolio kaum ein Weg am Zweier vorbei. Der Grund ist schnell benannt. Er lautet: Raum. Denn das Plus an Länge, Höhe und Breite übersetzt sich direkt in üppige Stehhöhe, ohne zuvor wie im Kompanja Eins das optional erhältliche Aufstelldach öffnen zu müssen.
Daher bekommt der Kompanja Zwei auch ein Festbett im Heck unter, eine volle Seitenküche und auf Wunsch eine Nasszelle in der Fahrzeugmitte – mehr dazu im weiter unten im Text. Und dennoch bietet er, gegen entsprechenden Aufpreis, bis zu sechs Sitzplätze. Da alle Wohnraum-Bestandteile auch in separaten „Räumen“ untergebracht sind, dürften Umbau-Muffel daher mit dem Zweier zufriedener sein. Auf dem Campingplatz genügt es, einfach die Fahrerhaussitze (siehe Bild unten) zu drehen, und fertig ist das „Haus auf Rädern“.

Das soll nicht heißen, dass es im Kompanja Eins nicht auch bequem (und sehr gemütlich) sein kann. Durch den kompakteren Wohnraum (siehe Bild unten) muss aber hier und da situationsbedingt die Rückbank zum Bett umgebaut oder das Bett wieder zur Sitzgruppe weggeklappt werden. Damit das alles so mühelos wie möglich von der Hand geht, hat sich Kompanja einige Kniffe einfallen lassen: Der Esstisch etwa lässt sich auch außen nutzen. Einfache Karabinerhaken halten das Heckbett zum einfacheren Beladen der Heckgarage oben. Letztere lässt sich auf Wunsch per Schwerlast-Auszug noch effizienter beladen. und Versorgungstechnik verschwindet so unauffällig über dem Radkasten, als wäre sie gar nicht da.
Das hat System: „Bei uns wird nicht einfach irgendein fachfremder Ingenieur beauftragt, der dann mehr oder weniger am Reißbrett nach Herstellervorgaben einen Campingbus baut und letztlich das nachbaut, was die meisten anderen so ähnlich oder genauso bereits gemacht haben“, erzählt Diefenbach. Stattdessen wird mit eigener Erfahrung gearbeitet. Das rund 30-köpfige Team besteht aus eingefleischten Campingfans, die nach Feierabend auch gerne mal mit den eigenen Produkten losziehen oder am Wochenende an ihren Eigenausbauten schrauben. Ein breiter Fundus an Know-how also, das 1:1 in die Kompnaja-Entwicklung einfließt.
Kundenfeedback wird ebenso in Detailverbesserung mit einbezogen. Und so hat der Kompanja Eins auch durchaus einen Wohnkomfort-Vorteil: Durch seine kompakten Maße sind fast alle Klappen und Fächer von überall erreichbar.

Nasszelle: Haben oder nicht haben?
Die Nasszelle ist ein leidiges Thema unter Campingfans, hier schieden sich die campingaffinen Geister: Es gibt Befürworter:innen, die ohne eine gar nicht reisen möchten und solche, die ohnehin nur die Sanitäranlagen des Campingplatzes nutzen. Für freies Stehen geben sie sich dann auch mal mit rudimentärer Ausstattung zufrieden. Bei Kompanja kommen tatsächlich alle Parteien auf ihre Kosten.
Der Kompanja Eins macht es einem hier leicht. Er bietet überhaupt keine Nasszelle – hierfür fehlt auch schlichtweg der Raum. Stattdessen gibt es die im Campingbus üblichen und praxiserprobten Möglichkeiten, sich morgens auch mal im Camper statt im Gemeinschaftsbad frisch zu machen: das Waschbecken in der Küche. Beim Einser ist es nicht fest installiert, sondern besteht aus einer Faltbox und einem Metallrahmen, der sich an der modularen Holzküche innen wie außen einhängen lässt.
Eine optionale, herausziehbare Brause mit zweitem Wassertank (siehe Bild unten) ersetzt die Armaturen und ermöglicht so auch Wasser außen. Eine Heckdusche gibt es ebenfalls, die aber sogar serienmäßig. Als „stilles Örtchen“ dient eine Trockentrenntoilette im Eurobox-Format, die sich dank praktischem Deckel auch als Hocker oder Fußstütze nutzen lässt.

Wer dagegen wirklich großen Wert auf ein eigenes, geschlossenes Bad setzt, muss zum Kompanja Zwei greifen. Hier gibt es optional einen Campervan-typischen Raum, der jedoch bei Bedarf wächst. Der Clou: Löst man eine kleine Sicherung, rutscht das Bad in Richtung Küche und wird so zu einer bequemen Duschkabine (siehe Bild unten). Um im Campingalltag den Durchgang zwischen Bad und Küche zum Heckbett so groß wie nur möglich zu halten, ist die Nasszelle sehr kompakt gebaut. Mehr als die optionale Trockentrenntoilette passt dann hier kaum hinein.
Wie bereits erwähnt, ist dieser Raum jedoch optional. Serienmäßig gibt es auch im Zweier lediglich eine Heckdusche. Wer auf die separate Nasszelle verzichten kann, bekommt den Van auch alternativ mit einer Kommode – oder einfach sehr viel Bewegungsfreiheit an Stelle des Bads. Womit wir bei den Gemeinsamkeiten beider Vans sind: dem Modul-Ansatz im Aufbau.

Gemeinsamkeiten: Darauf muss in beiden Kompanja nicht verzichtet werden
Denn für ihre Modularität ist die vergleichsweise junge Camper-Marke Kompanja bereits jetzt in der Branche bekannt. Aus gutem Grund: „Bei uns kann in der Regel alles werkzeuglos entfernt werden“, betont der Markenchef. Zu diesem Konzept gehört auch der bewusste Verzicht auf elektrische Schiebetüren und anderen vermeintlichen Schnickschnack, der bei Campern „von der Stange“ heutzutage fast schon selbstverständlich Standard ist. „Wir machen so viel möglich mechanisch“, sagt Ulrich Diefenbach, „weil sich das dann auch mal auf die Schnelle in Portugal am Strand reparieren lässt“.
Modular geht es tatsächlich in beiden Modellen zu. Im Kompanja Eins kann etwa direkt bei der Konfiguration entschieden werden, was einem selbst wichtiger ist: mehr Bettbreite oder mehr Stauraum? Wie der Grundriss auszusehen hat, ist nämlich nicht wie bei der Massenwaren-Konkurrenz in Stein gemeißelt, sondern lässt sich durch bewusstes Weglassen oder Hinzufügen von Möbelmodulen individuell anpassen. Ein weiterer Trumpf: Wird der Eins mal nicht als Camper benötigt, kann vieles einfach ausgebaut werden, um den Van im Handumdrehen zum Transporter zu machen.
Auch der Kompanja Zwei strotzt nur so vor Modularität. Hier betrifft es neben der bereits erwähnten, optionalen Nasszelle, an deren Stelle auch eine Kommode stehen kann, vor allem die Dachstauschränke. Diese sind ebenfalls optional, aber man muss sich nicht direkt entscheiden, ob und wie viele man benötigt. Denn sowohl über der Sitzgruppe als auch über dem Bett sind die Holzkästen gleich lang. Und dank einfacher Befestigung an Airlineschienen lassen sie sich bei Bedarf ganz einfach im Wohnraum umhängen. Auch neue Boxen lassen sich so zu einem späteren Zeitpunkt einfach nachrüsten.
Fazit
Kompanja Eins und Kompanja Zwei sind ähnlich modular von vorne bis hinten durchdacht. Den Anspruch „von Campingfans für Campingfans“ lösen beide uneingeschränkt ein, aber mit anderen Schwerpunkten. Wer einen Camper für Urlaub und Alltag sucht, findet im Einser den bestmöglichen Kompromiss. Vor allem im urbanen Umfeld, wo Wohnmobil-freundliche Parkplätze Mangelware sind, dürfte das alltagstaugliche Format gefallen. Mehr Bewegungsfreiraum und weniger Umbauaufwand auf dem Campingplatz hat man dagegen im Zweier, dafür aber auch mehr Einschränkungen im Alltag. Wer den Camper aber ohnehin nur für den Urlaub nutzt, einen passenden Stellplatz hat und das Plus an Komfort – inklusive eigener Nasszelle als Option – schätzt, greift wohl eher zum ausgewachsenen Campervan.
Technische Daten des Kompanja Eins und Kompanja Zwei
AUTO ZEITUNG | Kompanja Eins | Kompanja Zwei |
|---|---|---|
Technische Daten | ||
Motor | 4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbodiesel (Euro 6 e); 1998 cm³ | 4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbodiesel (Euro 6 e); 2184 cm³ |
Antrieb | 9-Stufen-Automatik; Vorderradantrieb | 8-Stufen-Automatik; Vorderradantrieb |
Leistung | 125 kW / 170 PS bei 3500 U/min | 132 kW / 180 PS bei 3500 U/min |
Max. Drehmoment | 380 Nm bei 1500 U/min | 450 Nm bei 1500 U/min |
Karosserie | ||
Außenmaße (L / B / H) | 5080 / 1956 / 2030 mm | 5413 / 2050 / 2524 mm |
Leergewicht / Zuladung | k. A. / 500 – 800 kg | 2750 / 750 kg |
Zulässige Gesamtmasse | 3010 kg | 3500 kg (opt. 4250 kg) |
Ausstattung | ||
Sitz-/Schlafplätze | 4 – 6 / 4 – 5 | 4 – 5 / 2 – 5 |
Herd/Heizung | Serie: Induktion / – | Serie: Induktion / – |
Gas | 1 x 2,75 kg | 1 x 2,75 kg |
Frisch-/Abwasser | 2 x 12 l / k. A. | 90 / 75 l |
Kaufinformationen | ||
Grundpreis | 55.275 € | 66.300 € |
Marktstart | im Handel | im Handel |
Alle Daten Werksangaben | ||

























