Kleine E-Autos als Gebrauchtwagen kaufen: Welche sind echt gut?
Kleine Elektroautos gelten als ideale Stadtbegleiter – doch neu sind sie oft teuer. Lohnt sich also der Blick auf gebrauchte Stromer? Und wie zuverlässig sind BMW i3, Fiat 500e und Opel Corsa-e aus dem Vorbesitz? Die Antwort liefert der TÜV-Report 2026!
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Elektroautos bleiben trotz wachsender Auswahl sowie der aktuellen E-Auto-Förderung als Neuwagen häufig kostspielig. Deshalb rückt der Gebrauchtwagenmarkt immer stärker in den Fokus. Hier gibt es inzwischen eine breite Palette an kleinen E-Autos, die als Zweitwagen oder für den Stadtverkehr interessant sind.
Eine wichtige Orientierung beim Gebrauchtwagenkauf bietet der TÜV-Report 2026. Grundlage sind mehr als neun Millionen Hauptuntersuchungen, die ausgewertet wurden und damit belastbare Aussagen zur Zuverlässigkeit einzelner Modelle ermöglichen. Auf dieser Basis verraten wir, wie zuverlässig BMW i3, Fiat 500e und viele weitere elektrische Stadtflitzer tatsächlich sind!
BMW i3
Der BMW i3 nimmt unter den kleinen E-Autos eine Sonderrolle ein. Mit seiner Carbon-Karosserie, dem eigenständigen Design und dem vergleichsweise großzügigen Innenraum wirkt er auch heute noch modern – obwohl der 4,01 m kleine Stadtflitzer bereits 2022 ohne direkten Nachfolger eingestellt wurde. Auf dem Gebrauchtmarkt überzeugt er mit solider Verarbeitung, guter Alltagstauglichkeit sowie haltbarer Technik. Bis zu 300 km Reichweite werden geboten, die Akkus können an Wechselstrom mit 11 kW und an Gleichstrom mit 50 kW geladen werden. Was seine inneren Werte angeht, zeigt sich der i3 erfreulich unauffällig. Rost-, Riss- und Bruchschäden gibt es nicht, Achsaufhängung und Antriebswellen zeigen sich haltbar. Lediglich die Fußbremse der Zwei-bis Dreijährigen wird hin und wieder bemängelt. Wer an einem BMW i3 aus Vorbesitz interessiert ist, sollte ein Budget von mindestens 16.000 Euro haben.
Dacia Spring
Der Dacia Spring bietet einen der günstigsten und zugleich vollwertigen Einstiegsmöglichkeiten in die Elektromobilität. Entsprechend einfach fällt die Verarbeitung aus, doch im Stadtverkehr erfüllt er seinen Zweck zuverlässig. Gebraucht punktet er vor allem über den Preis, während Reichweite und Leistung eher begrenzt sind. So sind 200 km ohne Ladestopp möglich, dafür gibt Dacia auf den 33 kW (45 PS) bis 48 kW (65 PS) starken Antrieb 100.000 km Garantie. Auf die 26,8 kWh große Batterie zwei Jahre ohne Kilometerbegrenzung oder acht Jahre mit 120.000 km. Beim rumänischen Preisbrecher fallen den Prüfenden jedoch häufiger Mängel an der Beleuchtung auf und auch die Achsaufhängung ist marode. Diese Schwachstellen sollte man genau inspizieren und auf ein Modell achten, dass gut gepflegt wurde.
Fiat 500e
Der seit 2020 erhältliche Fiat 500e kombiniert klassisches sowie kultiges Design mit moderner E-Technik. Als Gebrauchtwagen überzeugt er durch seine praktische Größe und solide Reichweite im urbanen Einsatz. Die Verarbeitung ist insgesamt ordentlich, auch wenn der Fokus klar auf Stil und weniger auf Raumangebot liegt. Der 500e adaptiert die Retrooptik, kommt aber mit komplett neuer Technik. Und die ist gut, denn die elektrische Neuauflage des kultigen 500 erfreut bei der Hauptuntersuchung: Die Achsaufhängung, Lenkung, Beleuchtung sowie Bremsbauteile geben keinen Anlass zur Kritik. Die in der Regel sehr niedrigen Laufleitungen tragen dazu gewiss ebenfalls bei. Wer sich für den Elektro-Kleinstwagen interessiert, sollte ein Budget von 10.500 Euro investieren können.
Mini Cooper SE
Der Mini Cooper SE setzt stärker auf Fahrspaß als viele seiner Konkurrenten. Direktes Lenkverhalten und straffe Abstimmung sorgen für ein spaßiges Fahrerlebnis. Auch der vom BMW i3 übernommene Motor mit 135 kW (184 PS) trägt seinen Teil dazu bei. Gebraucht sollte man jedoch die eher begrenzte Reichweite im Blick behalten. Mehr als 270 km Reichweite sind nicht drin. Und das ist bei einem Fahrzeug, dass selbst gebraucht erst ab 14.500 Euro erhältlich ist – nicht für alle Interessent:innen überzeugend.
Dafür punktet der elektrische Mini mit hochwertigem Innenraum, guter Verarbeitung und extrem haltbarer Technik. In allen getesteten Bereichen sind die TÜV-Prüfer:innen voll zufrieden. Auch bei den Bremsscheiben, was oft ein Problem bei Elektroautos sein kann, zeigt sich der Mini Cooper SE absolut mängelfrei. Wer sich also nicht an den unzeitgemäßen Ladezeiten sowie der geringen Reichweite stört, erhält mit dem kultigen Mini einen stabilen Stadtflitzer.
Opel Corsa-e
Der Opel Corsa-e ist ein klassischer Allrounder unter den kleinen Elektroautos. Er bietet ein ausgewogenes Verhältnis aus Reichweite, Komfort und Alltagstauglichkeit. Auf dem Gebrauchtmarkt ist er vergleichsweise häufig vertreten, was die Auswahl erleichtert. Technisch ist er der Zwilling des Peugeot e-208. Sein 46-kWh-Akku reicht für 337 km Reichweite. Betrug sein Einstiegspreis damals bei knapp 30.000 Euro, ist er aus dem Vorbesitz aktuell ab 10.000 Euro erhältlich. Interessent:innen sollten bei jungen Corsa-e auf die Achsaufhängung sowie die Bremsscheiben achten, diese sind oft mangelhaft. Erstaunlicherweise sieht man dieses Phänomen bei mindestens vier Jahre alten Exemplaren nicht mehr. Da gibt sich die vollelektrische Variante des Corsa keine Blöße.
Peugeot e-208
Der Peugeot e-208 bringt ein frisches Design in das Segment der Stromer. Allerdings leidet der Franzose unter den schweren Akkus, was ihm überdurchschnittlich oft mangelhafte Bremsscheiben beschert. Ein weiterer Schwachpunkt des 4,05 m langen Stadtflitzers ist die Achsaufhängung. Aufgrund ausgeschlagener Lagerungen der Koppelstange ist die Fehlerquote hier sehr hoch. Bei den Achsfedern, der Beleuchtung und der Funktion der Bremse gibt es hingegen nichts zu beanstanden. Auch Rost ist nicht bekannt.
Renault Twingo Z.E.
Der Renault Twingo Z.E. ist konsequent auf den Stadtverkehr ausgelegt. Seine Länge von 3,61 m und der kleine Wendekreis machen ihn besonders handlich. Auf der Langstrecke stößt er jedoch schnell an seine Grenzen. Im Normalbetrieb sind bei einem Verbrauch von 16 kWh etwa 190 km Reichweite drin, bei reinem Stadtbetrieb etwas mehr. Beim Gepäck sollte man sich auf maximal 980 l beschränken, mehr passt nicht rein. Als gebrauchter Zweitwagen kann er dennoch eine sinnvolle und günstige Wahl sein, denn grobe Mängel fallen beim von 2021 bis 2024 produzierten Twingo Z.E. nicht auf. Der kleine Stadtstromer bleibt öfter mängelfrei als der Durchschnitt, er wird auch weniger gefahren als andere. Wer sich für dieses Elektroauto aus dem Vorbesitz interessiert, sollte sich den Zustand der Batterie (SoH) per Zertifikat bestätigen lassen.
Renault Zoe
Der Renault Zoe gehört zu den meistverkauften Elektroautos Europas und ist entsprechend häufig gebraucht verfügbar. Und das auch zu einem fairen Kurs, gut erhaltene Modelle finden sich ab 4500 Euro. Der bereits seit 2013 produzierte Zoe bietet eine gute Kombination aus Reichweite und Alltagstauglichkeit. So kommt der 2024 eingestellte 4,09 m kurze Stadtflitzer auf 300 km im Realbetrieb. Viele Modelle haben Mietakkus, was monatliche Kosten verursachen kann. Technisch gehört der Zoe mit 1,5 t zu den leichten Elektroautos. Dennoch ist das wohl zu viel Gewicht für seine Achsaufhängungen, denn diese fallen bei mindestens vier Jahre alten Modellen oft negativ auf. Und das ist nicht die einzige Schwäche, auch die Beleuchtung sowie die Bremsanlage sind nicht in Bestform.
VW e-Up
Der VW e-Up ist ein praktischer und effizienter Kleinstwagen mit Elektroantrieb, den es ebenfalls schon lange gibt: Von 2013 bis 2023 wurde der 3,54 m kurze Stadtfloh gebaut. Besonders in der Stadt spielt er seine Stärken aus: Kompakt, leise und sparsam ist der e-Up. Gebraucht punktet er mit im positiven Sinne überschaubarer Technik und guter Übersichtlichkeit. Die Reichweite bleibt mit 165 km zwar sehr begrenzt, reicht im Alltag aber oft aus. Ab 2020 gab es mit der Facelift-Version größere Akkus mit mehr Reichweite. Und dieses Modell ist technisch auch klar empfehlenswerter als das alte Modell. Beim älteren e-Up wird die zickende Fußbremse überdurchschnittlich oft von den TÜV-Prüfenden kritisiert und auch die Bremsscheiben zeigen eine erhöhte Mängelquote. Auch die Rückrufhistorie sollte man bei mindestens vier Jahre alten Modellen checken.
Quellen
TÜV-Report 2026
Eigene Recherche
























