Vergleichstest

Familien-SUV im Vergleichstest: Wer schlägt den VW Tayron?

Wir versammeln vier hochbegabte SUV-Alleskönner zum Vergleichstest: Kia Sorento, Mazda CX-60, Mitsubishi Outlander und VW Tayron. Welcher der geräumigen Alltagshelden bietet von allem am meisten?

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Blick von schräg hinten auf die vier SUV VW Tayron, Kia Sorento, Mazda CX-60 und Mitsubishi Outlander.
Vier SUV-Alleskönner für moderates Geld: Kia Sorento, Mazda CX-60, Mitsubishi Outlander und VW Tayron stellen sich dem Vergleichstest. Foto: Zbigniew Mazar
Blick von schräg vorne auf den fahrenden Kia Sorento.
Gerade mit maximaler Beladung bügelt der Sorento nahezu alle Herausforderungen glatt. Top Geräuschkomfort. Foto: Zbigniew Mazar
Blick auf die Armaturen im Innenraum des Kia Sorento.
Der Kia hinterlässt innen den hochwertigsten Eindruck. Einfache Bedienung trotz zahlloser Funktionen. Foto: Zbigniew Mazar
Blick auf die Vordersitze im Innenraum des Kia Sorento.
Die vielfach einstellbaren Relaxation-Sitze sind enorm teuer (9900 Euro). Foto: Zbigniew Mazar
Blick in den Fondbereich im Innenraum des Kia Sorento.
Das Raumangebot in Reihe zwei fällt nahezu fürstlich aus. Immense Beinfreiheit. Foto: Zbigniew Mazar
Blick von schräg vorne auf den fahrenden Mazda CX-60.
Der CX-60 erweist sich im Handling als fahraktiv, neigt bei deaktiviertem ESP aber zum Übersteuern. Foto: Zbigniew Mazar
Blick auf die Armaturen im Innenraum des Mazda CX-60.
Teils überraschend elegante Materialauswahl. Die Personen im Cockpit trennt ein wuchtiger Mitteltunnel. Foto: Zbigniew Mazar
Blick auf die Vordersitze im Innenraum des Mazda CX-60.
Kurze Oberschenkelauflagen und mauer Seitenhalt kennzeichnen die Sitze. Foto: Zbigniew Mazar
Blick in den Fondbereich im Innenraum des Mazda CX-60.
Das Raumangebot im Fond ist weniger üppig als vorn. Mäßig konturierte Rückbank. Foto: Zbigniew Mazar
VW Tayron und Blick von schräg vorne auf den Mazda CX-60.
Im Handling erweisen sich der VW und der Mazda in diesem Testumfeld als die talentiertesten SUV. Foto: Zbigniew Mazar
Blick von schräg vorne auf den fahrenden Mitsubishi Outlander.
Der Outlander fährt dank softer Fahrwerksabstimmung unaufgeregt. Angenehmer Geräuscheindruck. Foto: Zbigniew Mazar
Blick auf die Armaturen im Innenraum des Mitsubishi Outlander.
Zahlreiche Knöpfe und Regler prägen das funktionale Cockpit der vierten Outlander-Generation. Foto: Zbigniew Mazar
Blick auf die Vordersitze im Innenraum des Mitsubishi Outlander.
Die sportlich wirkenden Sitze sind auch auf langer Strecke ausreichend bequem. Foto: Zbigniew Mazar
Blick in den Fondbereich im Innenraum des Mitsubishi Outlander.
Sehr ordentliche Beinfreiheit hinten, allerdings eingeschränkter Kopfraum. Foto: Zbigniew Mazar
Blick von schräg hintenauf den fahrenden VW Tayron.
Im Grenzbereich erweist sich der fahraktive Tayron als gutmütig und sicher. Foto: Zbigniew Mazar
Blick auf die Armaturen im Innenraum des VW Tayron.
Der Tayron bietet einen sachlich eingerichteten Arbeitsplatz mit vielen praktischen Ablagen. Foto: Zbigniew Mazar
Blick auf die Vordersitze im Innenraum des VW Tayron.
Die tollen Sport-Komfortsitze gehören zur Ausstattung Elegance (4660 Euro). Foto: Zbigniew Mazar
Blick in den Fondbereich im Innenraum des VW Tayron.
Die verschiebbare Rückbank ist Serie und stellt einen hohen Sitzkomfort bereit. Foto: Zbigniew Mazar
Blick von schräg hinten auf die vier SUV VW Tayron, Kia Sorento, Mazda CX-60 und Mitsubishi Outlander.
Jedes SUV bietet seinen ganz eigenen Reiz. Entscheidet nur der Geldbeutel, heißt der Sieger Mazda CX-60. Foto: Zbigniew Mazar

Im Vergleichstest: Kia Sorento gegen Mazda CX-60, Mitsubishi Outlander und VW Tayron

Geräumige SUV gelten mittlerweile als die Allzweckwaffen der Mobilität. Sie bieten in der Regel einen immensen Nutzwert, je nach Modell einen enorm hohen Sicherheitsstandard durch eine Vielzahl fortschrittlicher Assistenzsysteme und stellen nicht selten einen Ausdruck modernen Lifestyles dar. Mit diesen Eigenschaften haben die Kraxler den früher recht beliebten Vans längst den Rang abgelaufen und finden sich oftmals weit oben in der Zulassungsstatistik.

Kehrseite der Medaille: Die Auswahl kann zuweilen erschlagen. Schließlich hat beinahe jeder Hersteller (mindestens) ein entsprechendes Modell im Angebot. Für diesen Vergleichstest haben wir vier allradgetriebene Mittelklasse-SUV herausgepickt, die exemplarisch alle zuvor beschriebenen Tugenden dieser Fahrzeuggattung vereinen, dabei aber noch halbwegs (!) erschwinglich bleiben.

Gerade erst am Anfang seiner Karriere steht der VW Tayron. Der Wolfsburger Neuling beerbt nicht nur den eingestellten VW Tiguan Allspace, sondern stellt nach Auslaufen des Touareg auch das Topmodell der Wolfsburger SUV-Riege dar. Dem eigenen Anspruch folgend, kann es für den Tayron somit auch in diesem Vergleichstest nur um den Gesamtsieg gehen.

Kia schickt ebenfalls sein Verbrenner-SUV-Topmodell ins Rennen: den Vollhybriden Kia Sorento 1.6 T-GDI Hybrid AWD. Die koreanische Wuchtbrumme, die seit 2024 in weitreichend aufgewerteter Form auf dem Markt ist, will vor allem mit gediegenem Interieur-Ambiente und erlesenem Komfort verwöhnen.

Ersteres gilt auch für den Plug-in-Hybriden Mazda CX-60 e-Skyactiv PHEV, der obendrein mit seinem eleganten Design und überraschend niedrigem Grundpreis für Aufsehen sorgt. Mit dem Mitsubishi Outlander komplettiert ein ausgewiesener Routinier das Testfeld. Erstmals in Deutschland im Jahr 2003 erhältlich, haben es die drei zuvor genannten Wettbewerber mit der aktuell vierten Generation des Japaners zu tun. Hierzulande gibt es ihn ausschließlich als Plug-in-Hybrid – somit schlägt der Outlander auch eine Brücke zur Elektromobilität.

Der VW Tayron im Fahrbericht (Video)

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Karosserie: Massig Platz im Kia Sorento

Mit einer Länge von 4,72 m ist der Mitsubishi Outlander übrigens das kürzeste Auto, der VW Tayron mit einer Breite von 1,85 m hingegen der schmalste Kandidat im Vergleichstest. Dass der Alltag in chronisch verstopften Ballungsgebieten mit solch üppigen Abmessungen durchaus herausfordernd sein kann, liegt auf der Hand. Im Gegenzug verwöhnen die vier ausgewachsenen SUV mit stattlichen Innenräumen, die nahezu allen Herausforderungen des Familienalltags gewachsen sind.

Das gilt in besonderem Maß für den Kia Sorento. Seine große Karosserie ermöglicht ein fast schon monströses Raumangebot, das vier großgewachsenen Personen quasi unendliche Weiten zur Verfügung stellt. Selbst in der optionalen dritten Sitzreihe halten es mittelgroße Erwachsene eine gewisse Zeit problemlos aus.

Der VW Tayron verfügt optional zwar ebenfalls über zwei zusätzliche Sitzgelegenheiten, diese taugen allerdings wirklich nur für ganz kleine Kinder. Dafür ist der VW in Sachen Transportvolumen eine, wenn nicht sogar zwei Klassen für sich. Hinter der Heckklappe verbirgt sich ein Schlund, der satte 885 l Transportgut klaglos wegsteckt. Mit Umklappen der dreiteiligen Rücksitzlehne wird der Tayron vollends zum Großraumfrachter: Enorme 2090 l passen dann nämlich hinein.

„Der Gepäckraum des Tayron leistet auch bei Umzügen gute Arbeit“
Marcel Kühler

Gerade der Mitsubishi Outlander kann vor diesem Hintergrund nur verschämt die serienmäßigen LED-Leuchten verdrehen. Mehr als vergleichsweise mickrige 1404 l stellt sein Gepäckfach nicht bereit. Überhaupt kann der Japaner mit seinem Innenraum nur bedingt punkten. Die Materialien beispielsweise wirken nicht nur im direkten Vergleich mit dem herausragend edel gemachten Kia Sorento weniger hochwertig. Sein Raumangebot ist für sich genommen zwar ordentlich, an die luftigen Interieurs der Konkurrenz von Kia und VW reicht es aber nicht heran. Außerdem fehlen in der Sicherheitsausstattung des Mitsubishi zeitgemäße Assistenzsysteme, etwa ein angesichts der unübersichtlichen Karosserien moderner Autos durchaus hilfreicher Einparkassistent.

Auch Mazda verzichtet beim wuchtigen CX-60 auf diese nützliche Funktion. Dafür wartet sein adrett und stellenweise durchaus nobel eingerichteter Innenraum mit einer eingängigen Bedienung auf, die durch einen BMW-ähnlichen Dreh-Drück-Steller begünstigt wird. Schade, dass die Spracheingabe nur wenige Kommandos treffsicher interpretiert. Beim Raumangebot gibt es im Mazda CX-60 Licht und Schatten: Zwar fühlen sich vorn alle Arten von Staturen angesichts der guten Kopffreiheit und des weiten Einstellbereichs der Sitze bestens aufgehoben, hinten aber geht es aufgrund des mangelnden Knieraums und der eher mäßigen Kopffreiheit deutlich weniger luftig zu als in Kia und VW.

Fahrkomfort: Den VW Tayron bringt nichts aus der Ruhe

Wie eingangs erwähnt, sollten derart ausgewachsene SUV nahezu alle Ansprüche erfüllen können, die an ein Allround-Mobil gestellt werden. Dazu gehört sicherlich auch die ein oder andere ausgedehnte Urlaubsfahrt mit mehreren Personen und – dank der großen Kofferräume – reichlich Gepäck an Bord.

Ein solches Szenario vor Augen, tun sich hier im Vergleichstest insbesondere zwei Fahrzeuge hervor: der Kia Sorento und der VW Tayron. Mit maximal zulässigem Zusatzgewicht an Bord überragen die beiden Allradler ihre japanischen Konkurrenten in Sachen Federungskomfort deutlich. Der Koreaner gleicht tiefe wie flachere Unebenheiten vollständig aus und erlaubt sich auf aufeinanderfolgenden Wellen keinerlei Nachschwingen und beim Überfahren einseitiger Unebenheiten so gut wie kein Wanken um die Längsachse.

Der Wolfsburger Tiguan-Bruder zeigt unter denselben Voraussetzungen sogar noch etwas weniger Aufbaubewegungen. Dies allerdings zu einem höheren finanziellen Aufwand, denn der Tayron verfügt serienmäßig über adaptive Dämpfer. Somit ist die Leistung des Kia-Entwicklungsteams bei der Fahrwerks-Feinabstimmung beinahe noch höher einzuschätzen.

Wer allein im Auto sitzt, erlebt im Kia aber einen kurzen Aha-Moment. Dann nämlich wird offensichtlich, dass das Grund-Setup eindeutig für hohe Lasten ausgelegt ist – was kaum verwundert, schließlich gibt es das Modell auch als bleischweren Plug-in-Hybrid. Ohne zusätzliche Pfunde an Bord neigt der Koreaner indes dazu, kleinere Anregungen weniger gut gefiltert weiterzugeben. Aber auch der VW Tayron wirkt beladen etwas souveräner. Unbeladen federt sein Aufbau deutlicher aus und bringt eine minimale Tendenz zum Nachschwingen mit. In Summe aber gilt: Der Tayron ist für die Bewertung des Federungskomforts der Maßstab – an dem sich zumindest die beiden japanischen Konkurrenten eindeutig die Zähne ausbeißen.

Der Mitsubishi Outlander ist grundsätzlich zwar soft abgestimmt, was im Umkehrschluss aber keineswegs heißt, dass seine Karosserie auf schlechten Straßen übermäßig ruhig liegt. Im Gegenteil: Die Fahrwerkskomponenten wirken weniger steif ans Chassis angebunden als bei Kia und VW und ermöglichen dadurch, dass einige Stöße bis zu den Personen an Bord durchdringen. Darüber hinaus sorgt die recht weiche Abstimmung für ein sanftes Wogen und Nachschwingen beim Überfahren mehrerer aufeinanderfolgender Wellen.

Der Mazda CX-60 hingegen erweist sich als sportlich-straffer Geselle, der häufig ungefragt über die Zustände des Untergrunds informiert. Während die Vorderachse die Straße noch recht sensibel abtastet, reicht die Hinterachse bereits kleinere Anregungen ungefiltert weiter und schwingt bei maximaler Beladung obendrein spürbar nach.

Den Sieg im Komfortkapitel machen Kia und VW jedoch nicht nur aufgrund ihrer schluckfreudigeren Feder-Dämpfer-Elemente unter sich aus. Auch die Sitzgelegenheiten dieser beiden Rivalen sind auf langen Strecken gemütlicher als jene der japanischen Kontrahenten. Im Fall des Kia Sorento sind sie jedoch teuer erkauft, denn unser Testwagen wurde herstellerseitig mit vielfach einstellbaren Relaxation-Sesseln bestückt, die sogar eine ausfahrbare Unterschenkelauflage für eine angenehme Liegeposition auf dem Beifahrersitz beinhalten. Sie verteuern das Fahrzeug allerdings um happige 9900 Euro.

Eine noch größere Wohltat für stressgeplagte Rücken sind allerdings die Sport-Komfortsitze, die der VW Tayron an Bord hat. Sie kosten ebenfalls reichlich Geld, da sie nur mit der höheren Ausstattungslinie Elegance (4660 Euro) zu bekommen sind, stellen dafür jedoch über Stunden hinweg einen herausragenden Komfort und zusätzlich reichlich Seitenführung bereit.

Ein alleiniges Glanzlicht vermag der Kia dann aber doch noch zu setzen: In keinem anderen Testteilnehmer herrscht eine derart wohltuende Ruhe wie im Sorento, dessen äußerst wirkungsvolle akustische Isolierung nahezu sämtliche Störgeräusche – sei es von den Reifen oder dem Wind – auf ein absolutes Minimum reduziert. Und das in nahezu jedem Geschwindigkeitsbereich.

Blick von schräg hinten auf die vier SUV VW Tayron, Kia Sorento, Mazda CX-60 und Mitsubishi Outlander.
Foto: Zbigniew Mazar

Motor/Getriebe: Höchster Verbrauch beim Mazda CX-60 PHEV

Klassische Diesel und Benziner mit oder ohne Mildhybrid-Unterstützung, Vollhybride, Teilzeit- oder Vollelektriker: In wohl kaum einem Fahrzeugsegment ist die Auswahl an verschiedenen Antriebsformen derart groß wie bei den Mittelklasse-SUV. Entsprechend bunt gefächert sind die Antriebskonzepte in diesem Vergleichstest.

Während der VW Tayron 2.0 TSI 4Motion etwa als klassischer Turbobenziner mit Doppelkupplungsgetriebe an den Start geht, wird der Kia Sorento 1.6 T-GDI Hybrid AWD von einem ebenso leistungssteigernden wie effizienzfördernden Vollhybrid-Turbobenziner-Paket, das mit einer Sechsstufen-Automatik zusammenarbeitet, auf Trab gebracht.

Wer hingegen bei Mitsubishi und Mazda im Fall des Outlander beziehungsweise des CX-60 nach einem Verbrenner mit Benzinbetrieb fragt, erntet unisono folgende Antwort: „Wir haben das gewünschte Modell nur als Plug-in-Hybrid!” Ergo verfügen diese beiden Testkandidaten über die Möglichkeit, eine gewisse Strecke ohne Kraftstoffverbrauch zurücklegen zu können.

Auf unserer Testrunde erzielt der Mazda CX-60 e-Skyactiv PHEV eine E-Reichweite von gerade einmal 33 km, obwohl der vom Hersteller angegebene durchschnittliche Aktionsradius im Batteriebetrieb bei 64 km liegt. Aber auch beim in Summe 306 PS (225 kW) starken Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid bleiben von den laut WLTP-Angabe versprochenen 85 rein elektrischen Kilometern nur 53 übrig.

Zugutehalten muss man beiden PHEV jedoch, dass unsere Testrunde einen nicht unerheblichen Autobahn-Anteil beinhaltet. Nur in der Stadt bewegt, kommen die Teilzeitstromer den versprochenen Werten erheblich näher.

Dennoch geht die Effizienzwertung in diesem Vergleichstest an den sanften Riesen Kia Sorento 1.6 T-GDI Hybrid AWD. Sein Antrieb reißt trotz 239 PS (176 kW) Gesamtleistung zwar keine Bäume aus, begnügt sich dafür aber mit einem Testverbrauch von 7,7 l je 100 km. Der 204 PS (150 kW) starke VW Tayron 2.0 TSI 4Motion, der ohne Hybrid-Unterstützung auskommen muss, benötigt 8,4 l, liefert im Gegenzug aber flottere Fahrleistungen als der eher gemächliche Sorento. Seine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h bleibt hier gar unerreicht.

Doch noch einmal zurück zu den japanischen Plug-in-Hybriden: Mit einem Benzin-Verbrauch von durchschnittlich 6,7 l liegt der Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid sogar noch unter dem Durst des Kia. Allerdings kommen noch 11,4 kWh an elektrischer Energie hinzu, sodass der Mitsubishi hinter seinen koreanischen Wettbewerber auf den zweiten Platz der Verbrauchswertung zurückfällt.

Etwas überraschend: Letzter in diesem speziellen Ranking wird der Mazda CX-60 e-Skyactiv PHEV, der 7,8 l Super zuzüglich 8,9 kWh elektrische Energie für die Distanz von 100 km benötigt. Kleiner Trost: Sein in Summe 327 PS (241 kW) starkes Antriebspaket sorgt hier für das rasanteste Beschleunigungserlebnis.

Fahrdynamik: Der VW Tayron beinahe leichtfüßig

Auch in querdynamischer Hinsicht gibt der große Mazda CX-60 eine recht gute Figur ab. Dirigiert über die präzise, wenngleich etwas schwergängige Lenkung begegnet er kurvigem Geläuf mit vergleichsweise hoher Agilität. Beinahe lustvoll lässt sich der immerhin 2122 kg schwere Brocken in Kurven werfen. Bei deaktiviertem ESP ist allerdings etwas Vorsicht geboten, da das Fahrverhalten des asiatischen Allradlers heckbetont ausfällt und kerniges, wenngleich gut zu kontrollierendes Übersteuern somit jederzeit möglich ist. Einen tollen Job verrichtet unterdessen die Bremsanlage des CX-60. Sie punktet mit hoher Standfestigkeit und den kürzesten Bremswegen in diesem Vergleichstest.

Nochmals eine querdynamische Schippe drauf legt der VW Tayron, der mit einem Leergewicht von 1873 kg als einziger Testkandidat unter der Zwei-Tonnen-Schwelle bleibt. Er pflügt beinahe leichtfüßig durch die Slalomgasse und umrundet unsere anspruchsvolle Handlingstrecke am schnellsten. Dabei legt der Wolfsburger ein markentypisch ausgewogenes, weitgehend neutrales Fahrverhalten an den Tag. Zudem verfügt er über die rückmeldungsfreudigste Lenkung und den am sanftesten regelnden elektronischen Rettungsanker.

„Der Outlander lässt sich am Schnelllader mit bis zu 40 kW aufladen“
Marcel Kühler

Umstieg in den Mitsubishi Outlander: Er stellt Fahrsicherheit eindeutig vor Agilität. Das jedenfalls wird bereits nach wenigen forschen Kurven offensichtlich. Der Japaner lenkt eher missmutig ein und beginnt bereits bei recht moderaten Geschwindigkeiten kräftig zu untersteuern, während die Lenkung etwas teigig und mit reichlich großen Lenkwinkeln arbeitet.

Noch lustloser begegnet der konsequent komfortbetonte Kia Sorento den querdynamischen Wertungsprüfungen. Seine gefühlsarme Lenkung ist nochmals weniger direkt abgestimmt als die des Outlander, und sein Einlenkverhalten abermals träger. Immerhin bietet der Koreaner, der sportlichen Ehrgeiz nur allzu gern anderen überlässt, ein hohes Maß an Fahrsicherheit, zu dem auch die sehr gute Traktion gehört.

Umwelt/Kosten: 14.000 Euro trennt die Konkurrenz

Kommen wir zur Preisfrage: Welcher Testkandidat ist hier wohl am günstigsten? Eindeutige Antwort: der Mazda CX-60. Er ist inklusive der testrelevanten Extras satte 14.440 Euro günstiger als der überraschend kostspielige Kia Sorento, der hier der teuerste Kandidat im Vergleichstest ist.

Der Koreaner kann – anders als so oft – diesmal noch nicht einmal mit der umfangreichsten Garantie werben, denn der Mitsubishi Outlander übertrumpft die sieben Jahre des asiatischen Wettbewerbers um ein weiteres Jahr. Allerdings bedingt der Outlander, der in äußerst hohe Kasko-Typklassen eingestuft ist, die höchsten Ausgaben für die Versicherung.

Dennoch ist es der gleichfalls alles andere als günstige Volkswagen, der im Kostenkapitel dieses Vergleichstests die wenigsten Punkte einfährt. Das liegt weniger daran, dass der VW Tayron bei den laufenden Kosten ausreißt. In der Versicherung ist er sogar der Preiswerteste. Dass der Sorento noch vor dem Tayron landet, liegt vielmehr an der spärlichen Zweijahres-Garantie des Herstellers. Dieser Umstand ändert jedoch nichts daran, dass sich der ausgewogene Wolfsburger mit respektablem Vorsprung den verdienten Gesamtsieg sichert.

Fazit

Wer ein geräumiges SUV sucht, hat es nicht leicht. Die Auswahl ist groß, das Angebot an Antriebsvarianten nahezu unübersichtlich. Der VW Tayron fährt hier den Gesamtsieg ein – obwohl er weder der Günstigste, noch der Sparsamste ist. Sein Erfolgsrezept: keine echte Schwäche und einige Stärken wie der gute Komfort. Das trifft beinahe eins zu eins auch auf den Kia Sorento zu. Der Koreaner ist allerdings sehr teuer und fahrdynamisch eher unbegabt. Mit seinem günstigen Preis setzt sich der Mazda CX-60 derweil vor seinen Landsmann, den Mitsubishi Outlander, der mit vorbildlicher Garantie glänzt.

Technische Daten & Messwerte von Kia Sorento 1.6 T-GDI Hybrid AWD, Mazda CX-60 e-Skyactiv PHEV, Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid und VW Tayron 2.0 TSI 4Motion

AUTO ZEITUNG 27/2025

Kia Sorento 1.6 T-GDI Hybrid AWD

Mazda CX-60 e-Skyactiv PHEV

Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid

VW Tayron 2.0 TSI 4Motion

Technik

Motor

4-Zyl., 4-Vent., Turbo, Partikelfilter; permanenterregte Synchronmaschine

4-Zyl., 4-Vent., Partikelfilter; permanenterregte Synchronmaschine im Getriebe

4-Zyl., 4-Vent., Partikelfilter; zwei permanenterregte Synchronmaschinen

4-Zyl., 4-Vent., Turbo, Partikelfilter

Hubraum

1598 cm³

2488 cm³

2360 cm³

1984 cm³

Bohrung / Hub

75,6 / 89,0 mm

89,0 / 100,0 mm

88,0 / 97,0 mm

82,5 / 92,8 mm

Leistung Verbrenner

132 kW / 180 PS, 6000 /min

141 kW / 191 PS, 6000 /min

100 kW / 136 PS, 5000 /min

150 kW / 204 PS, 4500 /min

Max. Drehmoment Verbrenner

265 Nm bei 1500–4500 /min

261 Nm bei 4000 /min

203 Nm bei 4000 /min

320 Nm bei 1500–4400 /min

Leistung E-Motor

48 kW / 65 PS, 1823–2100 /min

129 kW / 175 PS, 5500 /min

vorn: 85 kW / 116 PS, hinten: 100 kW / 136 PS

Max. Drehmoment E-Motor

250 Nm bei 0–1823 /min

270 Nm bei 400 /min

vorn: 255 Nm, hinten: 195 Nm

Systemleistung

176 kW / 239 PS

241 kW / 327 PS

225 kW / 306 PS

Systemdrehmoment

380 Nm

500 Nm

Batterie

Lithium-Ionen

Lithium-Ionen

Lithium-Ionen

Spannung / Kapazität netto

270 V / 1,49 kWh

355 V / 17,8 kWh

355 V / 22,7 kWh

Max. Ladeleistung AC / DC

7,2 kW / –

3,7 kW / 40 kW

Kraftübertragung

Getriebe

6-Stufen-Automatik

8-Stufen-Automatik

Konstantübersetzung

7-Gang, Doppelkupplung

Antrieb

Allrad, permanent

Allrad, permanent

Allrad, permanent

Allrad, permanent

Fahrwerk

Radaufhängung

v: McPherson, Querlenker, Stabi.; h: Mehrfachlenker, Federn, Dämpfer, Stabi.; ESC (ESP)

v: McPherson, Querlenker, Stabi.; h: Mehrfachlenker, Federn, Dämpfer, Stabi.; DSC (ESP)

v: McPherson, Querlenker, Stabi.; h: Mehrfachlenker, Federn, Dämpfer, Stabi.; MASC (ESP)

v: McPherson, Querlenker; h: Mehrfachlenker, Federn; adapt. Dämpfer, Stabi.; ESC (ESP)

Lenkung

Zahnstange; Servo, elektrisch

Zahnstange; Servo, elektrisch

Zahnstange; Servo, elektrisch

Zahnstange; Servo, elektrisch

Bremsen

rundum: innenbel. Scheiben; ABS, Bremsassistent

rundum: innenbel. Scheiben; ABS, Bremsassistent

rundum: innenbel. Scheiben; ABS, Bremsassistent

rundum: innenbel. Scheiben; ABS, Bremsassistent

Serienbereifung

rundum: 235/55 R 19

rundum: 235/60 R 18

rundum: 235/60 R 18

rundum: 215/65 R 17

Testbereifung

rundum: 235/55 R 19 V XL

rundum: 235/50 R 20 W

rundum: 255/45 R 20 Y XL

rundum: 255/40 R 20 Y XL

Reifen

Continental Premium Contact 6

Goodyear Eagle F1 Asymmetric 5 MA

Michelin Pilot Sport 4 SUV

Continental Sport Contact 6 A01

Maße & Gewichte

Außenmaße (L / B / H)

4810 / 1900 / 1695 mm

4745 / 1890 / 1680 mm

4719 / 1862 / 1764 mm

4792 / 1853 / 1666 mm

Radstand

281,5 cm

287,0 cm

270,4 cm

279,0 cm

Kofferraumvolumen

608–1996 l

570–1726 l

498–1404 l

885–2090 l

Leergewicht Werk / Test

1880 / 2045 kg

1995 / 2122 kg

1995 / 2181 kg

1707 / 1873 kg

Zul. Gesamtgewicht*

2640 kg

2667 kg

2665 kg

2510 kg

Effektive Zuladung

595 kg

545 kg

484 kg

637 kg

Anhängelast* (gebr. / ungebr.)

2000 / 750 kg

2500 / 750 kg

1600 / 750 kg

2300 / 750 kg

Dachlast* / Stützlast*

100 / 100 kg

75 / 100 kg

80 / 80 kg

75 / 100 kg

Wendekreis links / rechts

12,2 / 12,3 m

11,9 / 12,0 m

11,5 / 11,3 m

11,8 / 11,9 m

Fahrleistungen

0 – 50 km/h

3,0 s

2,5 s

3,2 s

2,7 s

0 – 100 km/h

8,2 s

6,3 s

7,5 s

7,3 s

0 – 200 km/h

25,1 s

Höchstgeschwindigkeit*

196 km/h

200 km/h

170 km/h

230 km/h

Handlingkurs

1:51,6 min

1:46,9 min

1:50,2 min

1:46,5 min

Slalom (Pylonenabstand 18 m)

61,5 km/h

63,2 km/h

61,5 km/h

64,0 km/h

Bremswege

aus 100 km/h kalt / warm

36,0 / 34,9 m

34,5 / 34,0 m

35,6 / 35,5 m

36,0 / 34,6 m

aus 50 / 150 km/h kalt

9,1 / 78,4 m

8,2 / 77,0 m

9,1 / 78,0 m

8,9 / 78,4 m

Innengräusche

Standgeräusch

43 dB(A)

44 dB(A)

42 dB(A)

bei 50 km/h

56 dB(A)

58 dB(A)

56 dB(A)

59 dB(A)

bei 100 / 130 km/h

65 / 69 dB(A)

65 / 70 dB(A)

65 / 69 dB(A)

66 / 70 dB(A)

Verbräuche

Testverbrauch

7,7 l S / 100 km

7,8 l S + 8,9 kWh / 100 km

6,7 l S + 11,4 kWh / 100 km

8,4 l S / 100 km

WLTP-Verbrauch*

7,0 l S / 100 km

3,8 l S + 14,4 kWh / 100 km

0,8 l S + 23,4 kWh / 100 km

7,4 l S / 100 km

CO2 Test / WLTP

182 / 159 g/km

217 / 87 g/km

200 / 19 g/km

199 / 169 g/km

Tankinhalt*

67 l

50 l

53 l

58 l

Reichweite gesamt

870 km

601 km

648 km

691 km

Reichweite elektr. Test / WLTP

33 / 64 km

53 / 85 km

*Werksangaben

Ausstattung/Preise

Kia Sorento 1.6 T-GDI Hybrid AWD

Mazda CX-60 e-Skyactiv PHEV

Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid

VW Tayron 2.0 TSI 4Motion

Grundpreis

56.690 €

48.890 €

49.990 €

52.320 €

Testwagen-Optionen

Reifen

3260 €

5000 €

1050 €

Sitze

9900 €

4660 €

Aufpreis

9900 €

3260 €

5000 €

5710 €

Bewerteter Preis

66.590 €

52.150 €

54.990 €

58.030 €

Ausstattung

Anhängerkupplung

ab 690 €

960 €

895 €

1260 €

Einparkassistent

8500 €

Serie

Lenkradheizung

Serie

3260 €

2000 €

880 €

Metallic-Lackierung

890 €

850 €

950 €

1010 €

Navigationssystem

Serie

Serie

Serie

1360 €

Panorama-Glasdach

1200 €

1300 €

9500 €

1395 €

Sitzheizung

Serie / 5000 €

3260 € v. / 2900 € h.

2000 € v. / 9500 € h.

880 € v. / 2200 € h.

Wartung / Rabatt / Wertverlust

Werkstattkosten*

720 €

790 €

741 €

686 €

Rabatt**

16,5 % / 9354 €

22,5 % / 11.000 €

13,0 % / 6499 €

24,5 % / 12.818 €

Wertverlust (DAT) nach 4 Jahren / 20.000 km p.a.

55,5 % / 31.463 €

58,3 % / 28.503 €

55,2 % / 27.595 €

56,0 % / 29.299 €

Versicherung / Steuern pro Jahr

HP / VK / TK Typklassen

20 / 25 / 25

17 / 23 / 23

21 / 29 / 29

13 / 23 / 22

HP / VK / TK Kosten

860 / 1123 / 256 €

764 / 1005 / 188 €

897 / 1888 / 539 €

595 / 1018 / 181 €

Abgasnorm / Steuer

Euro 6e / 177 €

Euro 6e / 50 €

Euro 6e / 48 €

Euro 6e / 214 €

* Wartungskosten pro Jahr einschl. üblicher Verschleißteile ohne Reifen, ermittelt durch den ADAC

**Quelle: www.meinauto.de; zzgl. eventueller Überführungskosten

Gesamtbewertung

Punkte max.

Kia Sorento 1.6 T-GDI Hybrid AWD

Mazda CX-60 e-Skyactiv PHEV

Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid

VW Tayron 2.0 TSI 4Motion

Karosserie

1000

700

667

614

759

Fahrkomfort

1000

742

683

691

760

Motor / Getriebe

1000

651

616

610

648

Fahrdynamik

1000

658

696

645

705

Eigenschaftswertung

4000

2751

2662

2560

2873

Kosten / Umwelt

1000

300

322

311

293

Gesamtwertung

5000

3051

2984

2871

3165

Platzierung

2

3

4

1