Vergleichstest

Im Vergleichstest: Neuer Kia EV5 gegen BYD, Peugeot & Skoda

Vollwert-Stromer mit hohem Nutzwert zu halbwegs erschwinglichen Tarifen haben mittlerweile viele Marken im Angebot: Der neue Kia EV5 muss sich in seinem ersten Vergleichstest direkt mit drei Konkurrenten messen. Ihm gegenüber stehen der Skoda Enyaq, der Peugeot E-5008 und der BYD Seal U.

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Blick von schräg vorne auf die vier fahrenden Elektro-SUV Kia EV5, Skoda Enyaq, Peugeot E-5008 und BYD Seal U.
Der neue Kia EV5 muss sich in seinem ersten Vergleichstest direkt gegen Skoda Enyaq, Peugeot E-5008 und BYD Seal U beweisen. Foto: Frank Ratering
Blick von schräg hinten auf das fahrende Elektro-SUV BYD Seal U.
Bei den Fahreigenschaften fährt der BYD Seal U aus China der Konkurrenz mit Abstand hinterher. Foto: Frank Ratering
Blick auf die Armaturen im Innenraum des BYD Seal U.
Im sichtbaren Bereich umschmeichelt der BYD mit angenehmen Materialien. Foto: Frank Ratering
Blick auf die Vordersitze im Innenraum des BYD Seal U.
Großgewachsene hadern mit der festen Kopfstütze im BYD Seal U, die im Nacken drückt. Foto: Frank Ratering
Blick auf die Fondsitze im Innenraum des BYD Seal U.
Hinten nimmt man im Chinesen auf weichen Polstern Platz – die sind nur mäßig bequem. Foto: Frank Ratering
Blick in den Kofferraum des BYD Seal U.
Kleinstes Ladeabteil, aber eine annähernd ebene Ladefläche im BYD. Foto: Frank Ratering
Blick von schräg hinten auf das fahrende Elektro-SUV Kia EV5.
Dem EV5 merkt man sein Gewicht an – im positiven Sinn: Er liegt ausgesprochen satt. Foto: Frank Ratering
Blick auf die Armaturen im Innenraum des Kia EV5.
Ein Arbeitsplatz nach Art des Hauses: Viele Tasten flankieren den Touchscreen im Kia. Foto: Frank Ratering
Blick auf die Vordersitze im Innenraum des Kia EV5.
Im EV5 sitzt man hoch, aber gemütlich. Die Sitzfläche geizt mit Seitenhalt. Foto: Frank Ratering
Blick auf die Fondsitze im Innenraum des Kia EV5.
Erstklassig reisen in der zweiten Reihe – dem guten Raumangebot des EV5 sei Dank. Foto: Frank Ratering
Blick in den Kofferraum des Kia EV5.
Dank sich zusammenfaltender Fondsitze entsteht im Kia eine topfebene Ladefläche. Foto: Frank Ratering
Blick von schräg hinten auf die vier fahrenden Elektro-SUV Peugeot E-5008, Skoda Enyaq, Kia EV5 und BYD Seal U.
Keine Verwechslungsgefahr: Alle vier Marken zeigen eine eigene Design-Identität. Foto: Frank Ratering
Blick von schräg hinten auf das fahrende Elektro-SUV Peugeot E-5008.
Mit ausgeprägter Fahrdynamik hat der Franzose mal so rein gar nichts am Hut. Foto: Frank Ratering
Blick auf die Armaturen im Innenraum des Peugeot E-5008.
Rund ums Lenkrad engen Armaturenträger und Mittelkonsole im Peugeot ziemlich ein. Foto: Frank Ratering
Blick auf die Vordersitze im Innenraum des Peugeot E-5008.
Die Sitze des Peugeot E-5008 sind langstreckentauglich, und die Massage ist durchaus intensiv. Foto: Frank Ratering
Blick auf die Fondsitze im Innenraum des Peugeot E-5008.
Das optionale Glasdach schränkt die Kopffreiheit im E-5008 ein – vorn wie hinten. Foto: Frank Ratering
Blick in den Kofferraum des Peugeot E-5008.
Siebensitzig bleiben im Peugeot 348 l Ladevolumen. Maximal sind es 2232 l. Foto: Frank Ratering
Blick von schräg hinten auf das fahrende Elektro-SUV Skoda Enyaq.
Den Heckantrieb haben die elektronischen Regelsysteme im Skoda Enyaq jederzeit sicher im Griff. Foto: Frank Ratering
Blick auf die Armaturen im Innenraum des Skoda Enyaq.
Durchdachtes Enyaq-Cockpit, aber mit recht klein geratenen, digitalen Instrumenten. Foto: Frank Ratering
Blick auf die Vordersitze im Innenraum des Skoda Enyaq.
Bequeme Sessel in Reihe eins, doch eine ausziehbare Oberschenkelauflage fehlt im Skoda. Foto: Frank Ratering
Blick auf die Fondsitze im Innenraum des Skoda Enyaq.
Die herausnehmbare Ablage in der Mitte gibt es im Transport-Paket (320 Euro) bei Skoda. Foto: Frank Ratering
Blick in den Kofferraum des Skoda Enyaq.
Vorteil Enyaq: Die asymmetrisch geteilte Rückbank klappt benutzerfreundlich um. Foto: Frank Ratering
Blick von schräg vorne auf die vier Elektro-SUV Skoda Enyaq, Peugeot E-5008, BYD Seal U und Kia EV5.
Der Peugeot E-5008 darf satte 224 kg mehr als der Seal U zuladen. Foto: Frank Ratering

Im Vergleichstest: Kia EV5, Skoda Enyaq, Peugeot E-5008 und BYD Seal U

Nein, Verzichtsmobile sind Elektroautos schon lange nicht mehr. Doch allmählich schließt sich auch die Schere zwischen universell talentiert, aber teuer auf der einen und günstig, aber mit teils schmerzhaften Kompromissen behaftet auf der anderen Seite. Genau an dieser Schnittstelle greifen vier Hersteller mit ihren kompakten SUV an, die möglichst genau das können sollen: alles.

Als Platzhirsch geht der Skoda Enyaq 85 in diesem Vergleichstest ins Rennen, den jüngst ein Facelift aufgefrischt und an die neue Designlinie der tschechischen Marke angepasst hat. Herausforderer ist der brandneue Kia EV5, der sich zwischen dem deutlich kleineren EV3 und dem vergleichsweise schrulligen EV6 positioniert. Technisch ist er seinem kleinen Bruder mit seiner 400-V-Elektro-Architektur dabei deutlich näher. Der ebenfalls noch recht neue Peugeot E-5008 fährt gar mit sieben Sitzplätzen vor – ein echtes Alleinstellungsmerkmal in diesem Testumfeld. Komplettiert wird das Quartett vom BYD Seal U, den der chinesische Autoriese BYD seit mittlerweile schon zwei Jahren in Europa verkauft.

Der Peugeot E-5008 (2024) im Fahrbericht (Video)

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Karosserie: Die Verarbeitungsqualität des BYD wirft Fragen auf

Kia EV5 und Skoda Enyaq sind sich bei den Abmessungen recht ähnlich und eine ganze Spur kompakter als BYD Seal U und Peugeot e-5008, die sich auf fast 4,80 m strecken. Doch das Duo zeichnet sich durch ein kluges Packaging aus: Beide bieten für jeweils fünf Personen sehr viel Platz – der Kia EV5 in seinem geräumigen Fond sogar nochmals mehr als der Skoda Enyaq. Der Peugeot heimst dafür mit seinen serienmäßig sieben Sitzplätzen zusätzliche Punkte bei der Variabilität ein.

Auch schön, dass die zusammengefalteten Sitze eine ebene Ladefläche erzeugen und im Unterboden zusätzlicher Stauraum zur Verfügung steht. Allerdings haben in Reihe eins die Designenden das Ingenieursteam offenbar überstimmt: Die kunstvoll geschwungene Mittelkonsole raubt mehr Platz, als es der Person am Steuerlieb wäre. Ob diesem zudem die Sitzposition mit kleinem Lenkrad und den darüberliegenden Instrumenten gefällt, klärt nur ein individueller Sitztest.

Auch sollte man sich gut überlegen, ob man wirklich zum großen Panorama-Glasdach greifen möchte, denn dessen dicker Rahmen drückt Großgewachsenen schnell aufs Haupt. Ähnlich ergeht es den Mitfahrenden im BYD – hier ist das gläserne Dach allerdings Teil der Serienausstattung. Auch wenn der Kia nicht ganz mit den Transportqualitäten des Peugeot mithalten kann: Die zweitbeste Zuladung und der einzige Frunk des Quartetts sind gute 
Argumente für den Koreaner. Bei der Zuladung trägt der BYD die unrühmliche rote Laterne: Weniger als 400 kg sind für ein stattliches Kompakt-SUV deutlich zu wenig. Die 1300 kg Anhängelast und auch 120 kg Stützlast dürften da nur ein schwacher Trost sein.

„Der kantige Kia ist mit kompakten 4,61 m Länge überraschenderweise das kürzeste SUV“
Sven Kötter

Hinterlässt der Innenraum des China-SUV noch einen ordentlichen und durchaus hochwertigen Eindruck, macht einen der Blick unter die vordere Haube recht fassungslos: Hier hätte nicht nur ein riesiger Frunk unterkommen können. Unmotiviert verteilte Dichtmasse und sich lösende Isolierungen führen obendrein zu einer deutlichen Abwertung bei der Qualität. Hier ist der solide gefertigte Skoda die Benchmark. Beim Kia wiederum führen eine flatternde Motorhaube und eine nicht ganz ideal eingepasste Heckklappe zur Abwertung.

Störender als etwa die knarzende Mittelarmlehne ist im E-5008 die nicht ideale Bedienung. Die schicke Bildschirmgalerie sitzt zwar weit oben und somit gut im Blickfeld, die Menügestaltung ist aber teils unnötig vertrackt – obwohl der große Franzose mit aufregenden multimedialen Funktionen geizt. Die bietet der BYD umso mehr – die Tablet-artige Bedienung verlangt aber eine entsprechend erhöhte Aufmerksamkeit.

Dass der Bildschirm drehbar ist, ist nicht mehr als eine Spielerei. Kia und Skoda favorisieren zwar auch eine Touch-lastige Bedienung, sind aber eine ganze Ecke einfacher handzuhaben als die asiatischen Konkurrenten. Der EV5 hat noch viele, gut beschriftete Tasten, der Skoda hingegen die eingängigste Menüstruktur. Auch bei der Sicherheitsausstattung zeigt sich eine Zweiklassengesellschaft: Skoda und Kia sind umfangreicher ausgerüstet. Beim BYD stört zudem der zu sensible Aufmerksamkeits-Assistent. Aber auch der Kia könnte an dieser Stelle eine Spur gelassener zu Werke gehen. Bei beiden ist die Fahrerkamera zum Glück deaktivierbar.

Fahrkomfort: Bequemes, aber aufpreispflichtiges Gestühl bei Kia, Skoda und Peugeot

Allein der Skoda fährt mit (optionalen) adaptiven Dämpfern vor – zum saftigen Aufpreis von 6810 Euro im Maxx-Paket. Gut für den Enyaq ist, dass die Technik einen spürbaren Vorteil beim Fahrkomfort bedeutet. Ob es wirklich die kleinteilige Konfigurierbarkeit braucht, sei einmal dahingestellt, aber immerhin lässt sich der Tscheche auf die eigenen Vorlieben anpassen. Dass er auf einseitigen Anregungen zum Wanken neigt, schmälert kaum die erwachsene Vorstellung, die sogar Frostaufbrüchen ihren Schrecken nimmt. Auch zusätzliche Beladung steckt der Skoda Enyaq gut weg.

Das gilt auch für den Kia EV5, der sich sehr steif, aber vergleichsweise straff präsentiert. Statt über Bodenwellen zu schaukeln, beruhigt sich der Koreaner möglichst schnell wieder, was bei aufeinanderfolgenden Anregungen aber eine gewisse Hektik ins Auto bringt. Von ganz anderem Naturell ist der BYD Seal U, dem eindeutig die weichste Abstimmung zugedacht wurde. So pariert der Chinese zwar auch Schlaglöcher, ohne selbst Schläge zu verteilen, wogt dabei aber auch recht unbeholfen über den Asphalt.

Der Peugeot e-5008 ähnelt beim Federungskomfort dem Koreaner, kann aber nicht dessen runden Charakter bieten. Vorder- und Hinterachse wirken weniger gut aufeinander abgestimmt, und die Karosserie neigt auf Frostaufbrüchen verstärkt zum Zittern. Besser gefällt der Geräuschkomfort an Bord des Franzosen, wo lediglich Windgeräusche rund um die Windschutzscheibe bei höherem Tempo auffallen. Selbst bei Autobahngeschwindigkeit sind Gespräche über alle drei Sitzreihen möglich. Subjektiv noch leiser geht es wiederum im Kia zu – was auch die Messwerte belegen.

Es ist höchst erfreulich, mit welch bequemen Sitzen Kia, Peugeot und Skoda aufwarten können – aber wieder mal nur mit teuren Ausstattungspaketen. Alle drei eignen sich problemlos auch für längere Etappen am Stück. Der Skoda bietet den besten Seitenhalt, der Kia sehr bequeme Polster und der Peugeot eine Vielzahl an Einstellmöglichkeiten. Gut gefällt auch die recht intensive Massagefunktion des Franzosen. Hier kann der chinesische Konkurrent im Vergleichstest schlicht nicht mithalten. Seine Sessel sehen zwar bequem aus, sind aber zu weich gepolstert, und die fest- sowie hervorstehende Kopfstütze drückt großgewachsenen Menschen unangenehm in den Bereich des oberen Rückens. Andere Sitze sind für den BYD nicht erhältlich.

Blick von schräg hinten auf die vier fahrenden Elektro-SUV Peugeot E-5008, Skoda Enyaq, Kia EV5 und BYD Seal U.
Foto: Frank Ratering

Motor/Getriebe: Die angegebenen Ladeleistungen kann der Peugeot nicht halten

Der Skoda Enyaq 85 setzt hier als Einziger im Vergleichstest auf einen Elektromotor an der Hinterachse. Das zudem stärkste Aggregat des Quartetts beschert dem Skoda dank Traktionsvorteilen die mit Abstand besten Fahrleistungen. Die Konkurrenten hätten zwar auch das Potenzial, die 180 km/h Höchstgeschwindigkeit des Skoda zu erreichen, doch die Hersteller bremsen ihre SUV teils deutlich früher ein – aus Effizienzgründen. Auf unserer Testrunde brilliert der Tscheche trotzdem mit dem geringsten Stromverbrauch: Nur er bleibt mit 19,3 kWh unter 
20 kWh pro 100 km. Der ermittelte Minimalverbrauch zeigt aber auch nur ein begrenztes Optimierungspotenzial: Kia und Peugeot lassen sich mit ein wenig Zurückhaltung sparsamer bewegen.

Bei der maximalen Reichweite müssen Seal U-Fahrende mit der unglücklichen Kombination aus höchstem Stromverbrauch und kleinstem Akku leben – so sind nur etwas mehr als 300 km am Stück möglich, während der Skoda fast 100 km weiter fährt. Dass die maximale Ladeleistung nur wenig über die Qualitäten an der Ladesäule aussagt, dürften besonders die Peugeot-Kundschaft bemerken: Auf dem Papier übertrumpft der Peugeot E-5008 210 mit 160 kW die Konkurrenz, um dann an der Ladesäule mit einer gewissen Regelmäßigkeit deutlich geringere Werte abzurufen – auch mit Vorkonditionierung. Richtig zäh wird es über 80 Prozent SoC (State of Charge).

Wie es besser geht, zeigt beispielsweise der BYD Seal U Comfort, der ohne zu Murren und ausgesprochen zuverlässig viel aus seinen maximal 115 kW rausholt. Auch der Kia EV5 FWD enttäuscht hier nicht, setzt aber auch keine Glanzlichter. Beim Skoda profitiert die Person am Steuer von wichtigen Infos zur aktuell maximal abrufbaren Ladeleistung – gut etwa, um spontane Stopps hinsichtlich der Sinnhaftigkeit abzuwägen. Geht es wiederum um die Energierückgewinnung während der Fahrt, setzt der EV5 mit seiner adaptiven Rekuperation eine komfortable Duftmarke: Sie bezieht Topografie und Verkehrslage elegant in die Berechnungen mit ein und bremst den Koreaner je nach Situation sanft, wenn nötig auch mit Nachdruck ab oder lässt ihn über lange Strecken effizient segeln. Daran kann man sich schnell gewöhnen.

„Der Kia wird schon recht früh bei 165 km/h elektronisch eingebremst“
Sven Kötter

Fahrdynamik: Der BYD hinkt der Konkurrenz deutlich nach

Wer angesichts von Heckantrieb, 210 kW (286 PS) und 545 direkt anliegenden Newtonmetern eine gehörige Portion Fahrspaß erwartet, dürfte von der Vorstellung des Skoda Enyaq enttäuscht sein. Doch das ist nur die halbe Wahrheit, denn der Skoda fährt trotzdem problemlos Kreise um seine Konkurrenten – dank des kleinsten Wendekreises im Vergleichstest sogar sehr enge. Es ist vielmehr das spaßbefreite Regiment der elektronischen Regelsysteme, das den Tschechen und seinen Heckantrieb im Zaum hält – oder anders gesagt: auf der maximal sicheren Seite. Das ist bei einem familientauglichen SUV allerdings auch nicht der schlechteste Ansatz.

Der Kia EV5 fährt sich im direkten Vergleich eine ganze Spur behäbiger, an seiner Lenkung zerren deutlich mehr Kräfte. Doch auch er macht es für sich genommen gut, liegt satt, fährt sauber und sicher. Wäre da nur nicht der riesige Wendekreis, der Punkte und Handlichkeit kostet. Mit einigem Abstand folgt der Peugeot E-5008 dem Duo. Er zeigt beim Handling deutlich, dass er kein Interesse an Bestzeiten hat. Die spaßbefreiten Regelsysteme ersticken jede Euphorie direkt im Keim, und mit starken Aufbaubewegungen beugt er sich schnell den Gesetzen der Physik. Zudem irritieren die großen Lenkwinkel – ganz anders als es das kleine Lenkrad suggeriert.

Einmal mehr fährt der BYD Seal U der Konkurrenz hinterher: Zu keiner Zeit will sich eine innige Verbindung zwischen Mensch und Fahrzeug aufbauen. Die Lenkung irritiert mit einer ausgeprägten Schwammigkeit und einem kaum existierenden Rückstellmoment. Aber auch Strom- und Bremspedal geizen mit Feedback, während sich das SUV um Traktion wimmernd und mit reichlich Schräglage um den Parcours kämpft. Das mag für die Kundschaft noch von sekundärem Interesse sein, doch die Lenkung nervt auch bei Autobahnfahrten so sehr, dass enge Baustellenpassagen zu einer Zerreißprobe werden, die man mit zittrigen Händen zu bewältigen versucht.

Weil das China-SUV zudem die längsten Bremswege hat, steht es in diesem Kapitel auf verlorenem Posten. Hier bietet sich noch jede Menge Verbesserungspotenzial. Mit den kürzesten Bremswegen ringt der Kia EV5 dem Skoda Enyaq noch ein Unentschieden bei der Fahrdynamik ab.

Umwelt/Kosten: An den Garantien der asiatischen Konkurrenz kommen die Europäer nicht heran

Die Sternstunde des BYD Seal U kommt spät – und zwar genau jetzt beim Kaufpreis: Sowohl 
beim Einstiegspreis als auch mit der testrelevanten Ausstattung schaufelt der Chinese direkt einige tausend Euro Abstand zu seinen Gunsten zwischen sich und die drei Konkurrenten. Seine Serienausstattung ist zwar nicht vollständig, aber dennoch umfangreich. Überdies spart sich BYD erfreulicherweise die Paketpolitik, die sowohl dem Kia EV5 als auch dem Peugeot e-5008 und Skoda Enyaq teuer zu stehen kommt. Hier werden viele Annehmlichkeiten in teuren Paketen gebündelt, was zu teils saftigen Aufpreisen führt. Enyaq und E-5008 kommen sogar der 60.000-Euro-Schwelle gefährlich nahe.

Ein paar Punkte gutmachen kann der Skoda dann wieder mit der besten Versicherungseinstufung. Hier werden besonders stark Seal U-Fahrende zur Kasse gebeten. Der Wertverlust ist für alle vier SUV kein Ruhmesblatt. Am wertstabilsten erweist sich der Kia, wenngleich der BYD absolut am wenigsten Wert einbüßt – seinem günstigen Einstiegspreis sei Dank. Aufholbedarf haben die Europäer wieder einmal beim Garantiepaket: Die beiden asiatischen Hersteller machen mit sechs (BYD) beziehungsweise sogar sieben Jahren (Kia) Neuwagengarantie vor, wie es besser geht.

Da für Seal U und EV5 noch keine Daten vorlagen, entfällt eine Bewertung der Wartungskosten.
Weil die aktuelle Elektroauto-Prämie an die Lebenssituation und das Einkommen des Antragsstellers gekoppelt ist, verzichten wir auf eine Berücksichtigung. Für alle getesteten Modelle gilt: Hier lassen sich beim Kauf noch einige Euro sparen.

Fazit

Der Kia EV5 FWD feiert einen gelungenen Einstand – mit seiner satten Punkteausbeute würde er auch entsprechende Verbrenner-Pendants hinter sich lassen. Dass der Testsieg dennoch an den Skoda Enyaq 85 geht, verdankt der Tscheche seinem kräftigeren und sparsameren Antrieb. Wer sieben Sitzplätze benötigt, wird wohl kaum am Peugeot E-5008 210 vorbeikommen, der das Podest komplettiert. Er ist allerdings wenig fahrdynamisch und vergleichsweise teuer. Letzter wird der BYD Seal U Comfort, der allein beim Preis punkten kann. Ihm würden mehr Feinschliff und Liebe zum Detail guttun.

Technische Daten & Messwerte von Kia EV5 FWD, Skoda Enyaq 85, Peugeot E-5008 210 und BYD Seal U Comfort

AUTO ZEITUNG 08/2026

BYD Seal U Comfort

Kia EV5 FWD

Peugeot E-5008 210

Skoda Enyaq 85

Technik

Motoren

Permanenterregte Synchronmaschine (vorn)

Permanenterregte Synchronmaschine (vorn)

Permanenterregte Synchronmaschine (vorn)

Permanenterregte Synchronmaschine (hinten)

Systemleistung

160 kW / 218 PS

160 kW / 218 PS

157 kW / 213 PS

210 kW / 286 PS

Systemdrehmoment

310 Nm

295 Nm

345 Nm

545 Nm

Batterie

Lithium-Eisenphosphat

Lithium-Ionen

Lithium-Ionen

Lithium-Ionen

Spannung / Kapazität netto

422 V / 71,8 kWh (73,0 kWh)

400 V / 78,0 kWh (81,4 kWh)

400 V / 73,0 kWh (77,0 kWh)

355 V / 77,0 kWh (82,0 kWh)

Max. Ladeleistung AC / DC

11 kW / 115 kW

11 kW / 150 kW

11 kW / 160 kW

11 kW / 135 kW

Kraftübertragung

Getriebe

Konstantübersetzung

Konstantübersetzung

Konstantübersetzung

Konstantübersetzung

Antrieb

Vorderrad

Vorderrad

Vorderrad

Hinterrad

Fahrwerk

Radaufhängung

v: McPherson-Federbeine, Querlenker, Stabi.; h: Mehrfachlenkerachse, Federn, Dämpfer, Stabi.; ESP

v: McPherson-Federbeine, Querlenker, Stabi.; h: Mehrfachlenkerachse, Federn, Dämpfer, Stabi.; ESC (ESP)

v: McPherson-Federbeine, Querlenker, Stabi.; h: Mehrfachlenkerachse, Federn, Dämpfer, Stabi.; ESP

v: McPherson-Federbeine, Querlenker; h: Mehrfachlenkerachse, Federn; adaptive Dämpfer (opt.), Stabi.; ESC (ESP)

Lenkung

Zahnstange, elektromechanisch

Zahnstange, elektromechanisch

Zahnstange, elektromechanisch

Zahnstange, elektromechanisch; Progressivlenkung (opt.)

Bremsen

v: innenbelüftete Scheiben, h: Scheiben; ABS, Bremsassistent

v: innenbelüftete Scheiben, h: Scheiben; ABS, Bremsassistent

v: innenbelüftete Scheiben, h: Scheiben; ABS, Bremsassistent

v: innenbelüftete Scheiben, h: Trommeln; ABS, Bremsassistent

Serienbereifung

235/50 R 19

235/60 R 18

235/55 R 19

vorn: 235/55 R 19, hinten: 255/50 R 19

Testbereifung

235/50 R 19 V

235/55 R 19 V XL

235/55 R 19 V XL

vorn: 235/50 R 20 T, hinten: 255/45 R 20 T

Reifen

Michelin e.Primacy

Continental PremiumContact 6

Michelin e.Primacy

Hankook Ventus S1 Evo3 EV AO

Maße & Gewichte

Außenmaße (L / B / H)

4785 / 1890 (2088) / 1668 mm

4610 / 187,5 (2137) / 1680 mm

4791 / 1895 (2119) / 1694 mm

4649 / 1879 (2161) / 1616 mm

Radstand

276,5 cm

275,0 cm

290,1 cm

276,5 cm

Kofferraumvolumen

425 – 1440 l

566 – 1650 l, Frunk: 44 l

348 – 2232 l

585 – 1710 l

Leergewicht Werk / Test

1.945 / 2.037 kg

1.994 / 2.052 kg

2.185 / 2.283 kg

2.029 / 2.135 kg

Zul. Gesamtgewicht*

2430 kg

2580 kg

2900 kg

2650 kg

Effektive Zuladung

393 kg

528 kg

617 kg

515 kg

Anhängelast* (gebr. / ungebr.)

1300 kg / 750 kg

1200 kg / 750 kg

1000 kg / 750 kg

1000 kg / 750 kg

Dachlast* / Stützlast*

75 / 120 kg

80 / 100 kg

80 / 80 kg

75 / 75 kg

Wendekreis links / rechts

11,4 m / 11,3 m

12,3 m / 12,2 m

11,5 m / 11,6 m

10,1 m / 10,2 m

Fahrleistungen

0 – 50 km/h

3,7 s

3,5 s

4,0 s

2,8 s

0 – 100 km/h

8,3 s

8,1 s

9,1 s

6,2 s

Höchstgeschwindigkeit*

175 km/h

165 km/h

170 km/h

180 km/h

Handlingkurs

1:55,9 min

1:51,2 min

1:55,4 min

1:47,3 min

Slalom (Pylonenabstand 18 m)

59,7 km/h

63,1 km/h

61,0 km/h

62,9 km/h

Bremswege

aus 100 km/h kalt / warm

36,4 / 38,3 m

33,3 / 32,9 m

35,3 / 35,3 m

34,8 / 34,6 m

aus 50 / 150 km/h kalt

10,2 / 86,6 m

8,9 / 74,5 m

9,1 / 78,4 m

9,1 / 78,3 m

Innengeräusche

Standgeräusch

bei 50 km/h

56 dB(A)

55 dB(A)

55 dB(A)

58 dB(A)

bei 100 / 130 km/h

64 / 68 dB(A)

63 / 67 dB(A)

64 / 68 dB(A)

64 / 68 dB(A)

Verbräuche

Testverbrauch

23,4 (18,8) kWh / 100 km

21,5 (17,4) kWh / 100 km

20,7 (17,3) kWh / 100 km

19,3 (18,3) kWh / 100 km

WLTP-Verbrauch*

19,9 kWh / 100 km

17,8 kWh / 100 km

18,0 kWh / 100 km

15,5 kWh / 100 km

CO2 Test** / WLTP

85 / 0 g/km

78 / 0 g/km

75 / 0 g/km

70 / 0 g/km

Reichweite gesamt

307 km

363 km

353 km

399 km

Reichweite Test max. / WLTP

307 / 382 / 420 km

363 / 448 / 505 km

353 / 422 / 496 km

399 / 421 / 562 km

*Werksangaben

**Äquivalent gemäß deutschem Strommix (CO2: 420 g/kWh)

Ausstattung/Preise

BYD Seal U Comfort

Kia EV5 FWD

Peugeot E-5008 210

Skoda Enyaq 85

Grundpreis

42.990 €

45.990 €

51.150 €

48.900 €

Testwagen-Optionen

Fahrwerk

6810 €

Reifen

6000 €

360 €

Sitze

-

5650 €

-

Aufpreis

6000 €

5650 €

7170 €

Bewerteter Preis

42.990 €

51.990 €

56.800 €

56.070 €

Ausstattung

360-Grad-Kamera

Serie

4.390 €

1850 €

4920 €

Matrix-LED-Scheinwerfer

4300 €

3260 €

Parkassistent

-

6810 €

Wartung / Rabatt / Wertverlust

Werkstattkosten*

k. A.

k. A.

395 €

480 €

Rabatt**

k. A.

16,5 % / 7588 €

26,5 % / 13.555 €

15,0 % / 7335 €

Wertverlust (DAT) nach 4 Jahren / 20.000 km p.a.

60,7 % / 26.095 €

57,4 % / 26.398 €

58,1 % / 29.718 €

59,3 % / 28.998 €

Versicherung / Steuern pro Jahr

HP / VK / TK Typklassen

19 / 29 / 23

18 / 26 / 25

17 / 28 / 22

14 / 19 / 21

HP / VK / TK Kosten

763 € / 1908 € / 187 €

734 € / 1230 € / 269 €

704 € / 1511 € / 172 €

591 € / 925 € / 164 €

Abgasnorm / Steuer

Elektro / befreit

Elektro / befreit

Elektro / befreit

Elektro / befreit

* Wartungskosten pro Jahr einschl. üblicher Verschleißteile ohne Reifen, ermittelt durch den ADAC

**Quelle: www.meinauto.de; zzgl. eventueller Überführungskosten

Gesamtbewertung

Punkte max.

BYD Seal U Comfort

Kia EV5 FWD

Peugeot E-5008 210

Skoda Enyaq 85

Karosserie

1000

602

678

701

675

Fahrkomfort

1000

713

735

721

772

Motor / Getriebe

1000

708

722

713

759

Fahrdynamik

1000

538

696

621

696

Eigenschaftswertung

4000

2561

2831

2756

2902

Kosten / Umwelt

1000

349

340

303

321

Gesamtwertung

5000

2910

3171

3059

3223

Platzierung

4

2

3

1