Hyundai Ioniq 9: Das große Elektro-SUV im Test
Der neue Hyundai Ioniq 9 will mit viel Platz sowie üppiger Ausstattung und (Lade-)Leistung in die Premium-Liga fahren. Unser Test der Topversion klärt, ob ihm das gelingt.
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- Hyundai Ioniq 9 im Test: Wenig überraschend viel Platz
- Der Hyundai Ioniq 9 (2025) im Video
- Koreanisches Dickschiff mit 71 PS pro Person
- Der Hyundai liegt gut in der Hand – ist aber nicht handlich
- Große SUV sind offenbar die Vans der Zukunft
- Fazit
- Technische Daten & Messwerte des Hyundai Ioniq 9 AWD Performance
Hyundai Ioniq 9 im Test: Wenig überraschend viel Platz
Es haben schon viele versucht, die hiesige Premium-Phalanx von Audi, BMW und Mercedes zu durchbrechen. Der koreanische Hyundai-Konzern ist nicht nur mit der noch recht jungen Marke Genesis dabei, sondern zunehmend auch mit Produkten von Hyundai und Kia. Nach dem bereits beeindruckenden Kia EV9 ist nun der Plattformbruder Ioniq 9 am Zug und stellt sich unserem Test. Im direkten Vergleich streckt sich der Ioniq 9 noch ein Quäntchen länger als der EV9 – um knapp fünf Zentimeter. Das Design ist aber ruhiger und weniger kantig, was ihn eleganter erscheinen lässt.
Das derzeit oberste Ende der Baureihe markiert der AWD Performance, den es nur in der Topausstattung Uniq gibt. Das schraubt den Grundpreis auf mal gar nicht so günstige 87.800 Euro. Wer sich mit weniger Leistung zufrieden gibt, kann aber „schon“ ab 68.500 Euro Ioniq 9 fahren. Serienmäßig wird der große Koreaner mit sieben Sitzplätzen in drei Reihen verkauft – die Sechssitzigkeit des Testwagens schlägt mit 1000 Euro zu Buche. Mehr Geld für weniger Sitze beschert den Gästen in Reihe zwei bequeme Einzelsitze mit Relax-Funktion – elegant elektrisch einstellbar.
Ebenso teuer ist eine Variante mit zwei drehbaren Einzelsitzen, die wir mangels Verfügbarkeit allerdings nicht bewerten können. Auch in Reihe eins des Hyundai Ioniq 9 geht es äußerst angenehm zu. Die üppigen Abmessungen dienen in erster Linie dafür, sämtlichen Personen viel Raum zur Entfaltung zu bescheren. Wo immer möglich, nutzt Hyundai den Platz, um zahlreiche Ablagen und Staufächer unterzubringen. Ein Frunk schluckt das Ladeequipment, und der Kofferraum nimmt bis zu 2494 l Gepäck auf – natürlich nur, wenn alle Fondsitze eingeebnet sind.
Doch selbst in sechssitziger Konfiguration erlauben 338 l Stauvolumen durchaus Tagesausflüge mit sechs Personen an Bord. Reist man in Reihe zwei noch erstklassig, ist es in Reihe drei eher zweitklassig. Erwachsenen kann man kurze Strecken zumuten, Kindern auch längere Fahrten – zumal man sogar hier praktische Isofix-Punkte vorfindet.
Der Hyundai Ioniq 9 (2025) im Video

Koreanisches Dickschiff mit 71 PS pro Person
Dass mittlerweile auch Elektroautos als Erstwagen taugen, ist keine neue Erkenntnis, doch der Hyundai Ioniq 9 untermauert diese These mit Argumenten. Da wäre zum einen die 800-V-Ladetechnik und zum anderen der brutto 110 kWh große Akku im Unterboden. Trotz leistungsstarker Motoren an beiden Achsen kommt der Ioniq 9 im Mittel mit 26 kWh auf 100 km aus. Zur Einordnung: In nur fünf Sekunden wuchtet sich der Fünftürer auf 100 km/h. Angesichts von Größe und Leistung also insgesamt ein respektabler Wert.
Reduziert man das Tempo auf der Autobahn, sind auch Verbräuche unter 20 kWh machbar. Weil der Hyundai mit 800 V laden kann, sind Ladestopps ohnehin nur von kurzer Dauer: Im Test reichten gute 24 min für den Hub von zehn auf 80 Prozent. Nur eine Stunde dauerte es, bis der riesige Akku von fünf auf 100 Prozent geladen war – trotz des vorhersehbaren Abfalls der Ladeleistung. So lassen sich auch Langstrecken zuverlässig planen.
Auf langen Etappen verwöhnt der Ioniq 9 mit einem flauschigen Federungskomfort. Federn und Dämpfer lassen zwar vergleichsweise große Aufbaubewegungen zu, aber diese fallen generell sanft wogend aus – quasi stilbildend für das über fünf Meter lange SUV. Sogar die Personen im Fond melden: „Nicht unangenehm.“

Hier ist man tatsächlich auch mehr damit beschäftigt, die Möglichkeiten, die einem der Ioniq 9 bietet, zu erkunden. Das geht über das schier gigantische Platzangebot weit hinaus: Das Topmodell bietet neben einer eigenen Klimazone eine umfangreiche Sitzeinstellung der Einzelsessel bis hin zur Relax-Liege-Position. Dass man die Sessel auch serienmäßig heizen und kühlen kann, verkommt so fast zur Randnotiz.
Der Hyundai liegt gut in der Hand – ist aber nicht handlich
Ungeachtet der optisch leichten Linienführung bewegt man beim Hyundai Ioniq 9 über fünf Meter Auto durch den meist knappen Verkehrsraum. Der Totwinkelwarner mit Kamerabild im Cockpit (serienmäßig im Topmodell) ist also eine willkommene Funktion, denn trotz großer Glasflächen und serienmäßiger 360°-Kamera bleibt das Rangieren mit dem Ioniq 9 mehr Glücksspiel als Können. 13 m Wendekreis untermauern diese These. Die Domäne des großen SUV sind eher lange Etappen auf gut ausgebauten Straßen mit kurzen Ladestopps.
Langstrecken spult der Ioniq 9 im Test mit einer Effizienz und Verlässlichkeit ab, von der sich die Deutsche Bahn eine Scheibe abschneiden könnte. Das bordeigene Software-Setup ist zwar tendenziell zu konservativ und bevormundend ausgelegt, was sich in eifrig piepsenden Assistenten zeigt, aber das alles funktioniert immerhin zuverlässig und – im gesamten Testzeitraum – ohne jegliche Aussetzer. Generell entpuppt sich der riesige Hyundai als entspannter Zeitgenosse: angemessen sparsam und jederzeit mit der guten Ladeleistung in der Hinterhand.
Große SUV sind offenbar die Vans der Zukunft
Von der SUV-Karosserie sollte man sich jedenfalls nicht abschrecken lassen: Im Hyundai Ioniq 9 stecken jede Menge Tugenden, die vor ein paar Jahren noch Minivans vorbehalten waren. Wer Van fahren, aber nicht direkt zu einem Bus greifen will, sollte sich den neuesten Hyundai also genauer anschauen. Ein Nachteil der modischen Verpackung fällt am Ende des Tests dennoch auf: Die Ladekante ist nach Van-Maßstäben sehr hoch.
Fazit
Hyundai hat mit dem Ioniq 9 ein spannendes neues Produkt im Angebot. Reichweitenangst dürften seine Besitzer:innen kaum haben, zudem bringt das große SUV viele Van-Tugenden mit. Sechs bis sieben Personen fahren kaum unaufgeregter von A nach B.
Technische Daten & Messwerte des Hyundai Ioniq 9 AWD Performance
AUTO ZEITUNG 25/2025 | Hyundai Ioniq 9 AWD Performance |
|---|---|
Technik | |
Motor | Zwei permanente Synchronmaschinen |
Systemleistung | 315 kW (428 PS) |
Max. Drehmoment | 700 Nm |
Antrieb | Konstantübersetzung, Allrad |
Akku | Lithium-Ionen |
Spannung | 610 V |
Kapazität brutto / netto | 110 / 103 kWh |
Ladeleistung AC / DC (Werk) | 11 / 233 kW |
Gewicht | |
Leergewicht (Werk / Test) | 2614 / 2698 kg |
Zulässiges Gesamtgewicht | 3320 kg |
Effektive Zuladung | 622 kg |
Gewichtsverteilung (v / h) | 48 / 52 % |
Anhängelast (gebr. / ungebr.) | 2500 / 750 kg |
Dachlast / Stützlast | 100 / 125 kg |
Abmessungen | |
Gesamtmaße (L / B / H) | 5060 / 1980 (2256)* / 1790 mm |
Radstand | 3130 mm |
Kofferraumvolumen | 338 – 2494 l |
Fahrleistung | |
0 – 50 km/h | 2,1 s |
0 – 100 km/h | 5,0 s |
0 – 150 km/h | 10,6 s |
Höchstgeschwindigkeit | 200 km/h |
Bremsweg | |
100 – 0 km/h (kalt / warm) | 34,5 / 34,5 m |
50 – 0 km/h / 150 – 0 km/h | 9,1 / 77,2 m |
Verbrauch & Reichweite | |
WLTP-Reichweite | 600 km |
WLTP-Verbrauch auf 100 km | 20,6 kWh / 100 km |
Test-Reichweite | 396 – 520 km |
Test-Verbrauch auf 100 km | 26,0 kWh / 100 km |
Ladevorgang 10 – 80 % SoC | |
Ladedauer | 24 min |
Ladeleistung Ø | 205 kW |
Nachgeladene Energie | 94 kWh |
Nachgeladene Reichweite | 362 km |
Preis | |
Grundpreis | 87.800 € |
Testwagenpreis | 88.800 € |
Rabatt | k. A. |
Steuer & Versicherung | |
Kfz-Steuer pro Jahr | 0 € |
KH / VK / TK Typklassen | 21 / 29 / 28 |
KH / VK / TK Versicherung | 897 / 1888 / 460 € |
Wartung & Garantie | |
Serviceintervall | 30.000 km / 24 Monate |
Garantie Gesamtfahrzeug | 5 Jahre |
Garantie Hochvolt-Akku | 8 Jahre / 160.000 km |
Garantie Lack / Rost | 5 / 12 Jahre |
Mobilitätsgarantie | 5 Jahre |





















