Honda Prelude: Die schicke Coupé-Neuauflage im Test
Als Kompakt-Coupé zählt der nach 25 Jahren wiedergeborene Honda Prelude an sich schon zu den Raritäten auf unseren Straßen. Seine Exklusivität unterstreicht der Japaner zudem mit seinem speziellen Vollhybrid-Antrieb. So schlägt er sich im Test.
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Honda Prelude: Der neue Exot im Einzeltest
Als Anfang der 2000er-Jahre der damals bereits in fünfter Generation gebaute Honda Prelude so langsam von der Bildfläche verschwand, waren bezahlbare, kompakte Coupés noch keine Seltenheit. Heute sind sie das, und damit umgibt den nun von Honda neu aufgelegten Prelude die Aura eines Exoten, der mit seiner eleganten, flach fließenden Coupé-Linie ebenso zu gefallen weiß wie mit seinem wohltuend schnörkellosen Design.
Der Honda Prelude im Fahrbericht (Video)

Platzangebot: Schicke Coupé-Form verlangt Zugeständnisse
Obwohl unter dem ansehnlich zugeschnittenen Blech des Honda Prelude viel Technik aus dem geräumigen Civic steckt, verlangt die – theoretisch viersitzige – Coupé-Form Zugeständnisse im automobilen Alltag. Bei einer Außenlänge von gut 4,50 m und einem überschaubaren Radstand von 2,60 m geht dem Prelude vor allem im hinteren Bereich der Platz aus, was ihn de facto eher zum Zweisitzer macht. Wie unser Test zeigt, finden selbst Kinder auf der schmalen Rückbank kaum Bein- und nur minimale Kopffreiheit vor. Isofix-Befestigungspunkte für zwei Kindersitze sind zwar vorhanden, doch die sind über den schmalen Zustieg bei vorgeklapptem Vordersitz nur mühsam erreichbar.
So nutzt man den Fond im Alltag statt zum Personentransport eher als Erweiterung des mit 264 l Volumen ohnehin recht knapp bemessenen Kofferraums. In der ersten Reihe findet man dagegen genügend Bewegungsspielraum vor auf einem eher sportwagen-typisch niedrigen Sitzniveau. Besonders der bequeme Fahrersitz ist sehr gut ins Fahrzeug integriert.
Die hintere Übersicht fällt im Honda Prelude durch die stark angeschrägte Heckscheibe und die tiefe Sitzposition zwar etwas mau aus, doch beim Rangieren helfen serienmäßige Ein- und Ausparkhilfen sowie eine Rückfahrkamera – wenn auch mit schlechter Bildqualität auf dem Mitteldisplay. Bei Regenwetter verschmutzt die Kamera obendrein schnell, und man wäre dann darüber hinaus dankbar für einen Heckscheibenwischer, den Honda sich aber gespart hat.
Übersichtliches Cockpit & gewöhnungsbedürftige Bedienung
Im ansonsten – bis auf die empfindlichen Teilflächen in glänzend schwarzem Kunststoff – angenehm hochwertig verarbeiteten Cockpit finden wir uns im Test gut und schnell zurecht. Dabei helfen unter anderem klar gruppierte Tasten und Drehregler, etwa für die Klima- und Audio-Bedienung, sowie das Multifunktionslenkrad im Dialog mit den gut ablesbaren digitalen Instrumenten.
Zentrales Bedienelement für die umfangreiche, serienmäßige digitale Infotainmentausstattung inklusive Online-Navi und Bose-Hi-Fi-Anlage ist das Touchdisplay, dessen Bildqualität ein wenig brillanter ausfallen könnte. Die Menüführung ist teils gewöhnungsbedürftig: So sind etwa zum Abschalten unerwünschter Assistenzwarnmeldungen bei jedem Start mehrere Bedienschritte erforderlich. Ärgerlich: Die akustische Tempolimitwarnung lässt sich nicht separat abschalten. Sie verstummt nur, wenn die Verkehrszeichenerkennung komplett ausgeschaltet ist.
Effizienter Vollhybrid-Strang

Nachdem die zahlreichen Assistenzsysteme konfiguriert sind, kann es mit Druck auf den Startknopf endlich losgehen – und das passiert zügig sowie reibungslos, was die komplexe Kombination aus 2,0-l-Vierzylinder und zwei E-Maschinen so nicht erwarten lässt. Kontinuierlich schieben die 184 PS (135 kW) den Honda Prelude im Test in 8,3 s aus dem Stand auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit fällt im Verhältnis zur Leistung mit 188 km/h aber eher niedrig aus.
Zudem wirkt der Antrieb oberhalb von 160 km/h recht angestrengt, während bei voller Beschleunigung aus geringerem Tempo die Vorderachs-Antriebskräfte ein wenig in der Lenkung zerren. Dafür erfüllt der Vollhybrid die Erwartungen an einen niedrigen Verbrauch mit einem Testwert von 6,3 l/100 km.
Willige Lenkung, aber eher komfortables Fahrwerk
Das mit adaptiven Dämpfern und Progressivlenkung ausgerüstete Fahrwerk des Honda Prelude genügt auf den serienmäßigen 19-Zoll-Rädern auch sportlichen Ansprüchen mit willigem, direktem Einlenken, transparentem Lenkgefühl und standfester, gut dosierbarer Bremse. Die automatische AHA-Fahrdynamikregelung arbeitet dabei stets im Hintergrund und ist nicht abschaltbar.

Selbst im Sportmodus zeigt der Honda Prelude in Wechselkurven deutliche Aufbaubewegungen, dafür überzeugt er im Test mit Alltagsqualitäten – etwa die im comfort- oder im GT-Modus angenehm schluckfreudige Federung. Allerdings schränken Windgeräusche bei höherem Tempo den Komfort etwas ein.
Als Spielerei erweist sich das schaltbare S+ Shift, mit dem der Honda per Akustik und Drehzahlsprünge eine Achtstufen-Automatik simuliert, die sich über die Plus-Minus-Paddel am Lenkrad auch manuell bedienen lässt. Parallel werden Gänge und Drehzahl im Digital-Cockpit angezeigt. Geschaltet wird aber nicht wirklich, denn dem Honda genügt ja ein Ein-Gang-Getriebe.
Fazit
Der Honda Prelude ist nichts für den Familienalltag, sondern ein schmuckes Coupé für Individualist:innen, die auch eine exklusive sowie effiziente Antriebstechnik zu schätzen wissen. Mit 49.500 Euro lässt sich Honda dies – wie üblich – gut bezahlen. Dafür ist der Prelude aber auch komplett ausgestattet.
Technische Daten & Messwerte
AUTO ZEITUNG 8/2026 | Honda Prelude e:HEV |
|---|---|
Technik | |
Motoren | Vierzylinder-Saugmotor, zwei permanenterr. Synchronm. |
Hubraum | 1993 cm³ |
Bohrung / Hub | 81,0 / 96,7 mm |
Verdichtung | 13,9 : 1 |
Systemleistung | 135 kW / 184 PS |
Max. Systemdrehmoment | 315 Nm |
Antrieb | Ein-Stufen-Automatik, Vorderrad |
Spannung / Kapazität | 260 – 600 V / 1,05 kWh |
Gewicht | |
Leergewicht (Werk / Test) | 1470 / 1482 kg |
Zulässiges Gesamtgewicht | 1850 kg |
Effektive Zuladung | 368 kg |
Gewichtsverteilung (v / h) | 63,3 / 36,7 % |
Anhängelast (gebr. / ungebr.) | – / – |
Dachlast / Stützlast | – / – |
Abmessungen | |
Gesamtmaße (L / B / H) | 4532 / 1880 (2076)¹ / 1349 mm |
Radstand | 2604 mm |
Kofferraumvolumen | 264 – 760 l |
Fahrleistung | |
0 – 50 km/h | 3,2 s |
0 – 100 km/h | 8,3 s |
0 – 150 km/h | 21,5 s |
Höchstgeschwindigkeit | 188 km/h ² |
Bremsweg | |
100 – 0 km/h (kalt / warm) | 35,7 / 35,0 m |
50 – 0 km/h / 150 – 0 km/h | 8,9 / 80,4 m |
Verbrauch & Reichweite | |
WLTP-Verbrauch auf 100 km | 5,2 l S |
Testverbrauch auf 100 km | 6,3 l S |
Reichweite gesamt | 769 km |
Umwelt & Abgas | |
Abgasnorm | Euro 6e-bis |
CO2-Emission | 117 g/km |
Preis | |
Grundpreis | 49.500 € |
Testwagenpreis | 49.500 € |
Rabatt | k.A. |
Steuer & Versicherung | |
Kfz-Steuer pro Jahr | 84 € |
KH / VK / TK Typklassen | 14 / 26 / 24 |
KH / VK / TK Versicherung | 591 / 1241 / 238 € |
Wartung & Garantie | |
Inspektion | 20.000 km / 12 Monate |
Garantie Gesamtfahrzeug | 3 Jahre (8 Jahre / 160.000 km b. regelmäßiger Wartung) |
Garantie Mobilität / Hybrid-Teile | 3 / 5 Jahre |
Garantie Lack / Rost | 3 / 12 Jahre |
¹ inkl. Außenspiegel; ² Werksangabe | |




















