Einzeltest

Honda Prelude: Die schicke Coupé-Neuauflage im Test

Als Kompakt-Coupé zählt der nach 25 Jahren wiedergeborene Honda Prelude an sich schon zu den Raritäten auf unseren Straßen. Seine Exklusivität unterstreicht der Japaner zudem mit seinem speziellen Vollhybrid-Antrieb. So schlägt er sich im Test.

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Der Honda Prelude fährt auf einer Landstraße durch einen Wald, von vorne fotografiert.
Nach 25 Jahren kehrt der Prelude zurück – und wir fühlen ihm im Test auf den Zahn. Foto: Daniela Loof
Der Honda Prelude fährt auf einer Landstraße zwischen zwei Wiesen, von links fotografiert.
Die maximal erreichbare Geschwindigkeit von 188 km/h resultiert aus der Maximaldrehzahl der E-Maschinen und der festen Konstantübersetzung des Antriebs. Foto: Daniela Loof
Der Honda Prelude fährt auf einer Landstraße durch einen Wald, von hinten fotografiert.
Das nicht abschaltbare elektronische Stabilitätssystem (AHA) erfüllt auch sportliche Ansprüche, das Fahrwerk ist aber eher komfortabel abgestimmt. Foto: Daniela Loof
Das Armaturenbrett des Honda Prelude.
Funktionales Cockpit, gut ablesbare Digitalinstrumente und logisch gruppierte Tastenfelder. Foto: Daniela Loof
Die vorderen Sitze des Honda Prelude.
Die bequemen Ledersitze vorn sind Serie. Foto: Daniela Loof
Ein Mann sitzt mit angewinkeltem Kopf im Fond des Honda Prelude.
Der Fond fällt äußerst eng aus und bietet selbst für Kinder kaum Kopf- und Beinfreiheit. Foto: Daniela Loof
Der Kofferraum des Honda Prelude mit teilweise umgeklappter Rücksitzbank.
Den kleinen Kofferraum (264 l) erweitert man am besten durch Umklappen der Sitze im Fond – sitzen kann man dort ohnehin nicht. Foto: Daniela Loof
Der Motorraum des Honda Prelude e:HEV.
Der Honda-Vollhybrid-Antrieb (184 PS/135 kW Systemleistung, maximal 315 Nm) kombiniert einen 2,0-l-Vierzylinder-Saugmotor mit zwei E-Maschinen, die auf einer gemeinsamen Achse liegen. Foto: Daniela Loof
Der Honda Prelude, statishc von vorn fotografiert.
Der Prelude bringt Fahrspaß und eine komplette Serienausstattung mit. Foto: Daniela Loof
Der Honda Prelude steht mit geöffneter Heckklappe vor einem Feld, von links fotografiert.
Im schnörkellosen Coupé-Dress steckt Technik aus dem Honda Civic. Foto: Daniela Loof

Honda Prelude: Der neue Exot im Einzeltest

Als Anfang der 2000er-Jahre der damals bereits in fünfter Generation gebaute Honda Prelude so langsam von der Bildfläche verschwand, waren be­zahlbare, kompakte Coupés noch keine Seltenheit. Heute sind sie das, und damit umgibt den nun von Honda neu aufgelegten Prelude die Aura eines Exoten, der mit seiner eleganten, flach fließenden Coupé-Linie ebenso zu gefallen weiß wie mit seinem wohltuend schnörkellosen Design.

Der Honda Prelude im Fahrbericht (Video)

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Platzangebot: Schicke Coupé-Form verlangt Zugeständnisse

Obwohl unter dem ansehnlich zu­geschnittenen Blech des Honda Prelude viel Technik aus dem geräumigen Civic steckt, verlangt die – theoretisch viersitzige – Coupé-Form Zugeständnisse im automo­bilen Alltag. Bei einer Außenlänge von gut 4,50 m und einem überschaubaren Radstand von 2,60 m geht dem Prelude vor al­lem im hinteren Bereich der Platz aus, was ihn de facto eher zum Zweisitzer macht. Wie unser Test zeigt, finden selbst Kin­der auf der schmalen Rück­bank kaum Bein- und nur mini­male Kopffreiheit vor. Isofix-Befestigungspunkte für zwei Kinder­sitze sind zwar vorhanden, doch die sind über den schmalen Zu­stieg bei vorgeklapptem Vordersitz nur mühsam erreichbar.

So nutzt man den Fond im Alltag statt zum Personentransport eher als Erweiterung des mit 264 l Volumen ohnehin recht knapp bemessenen Kofferraums. In der ersten Reihe findet man dagegen genügend Bewegungsspielraum vor auf einem eher sportwagen-typisch niedrigen Sitzniveau. Be­sonders der bequeme Fahrersitz ist sehr gut ins Fahrzeug integriert.

Die hintere Übersicht fällt im Honda Prelude durch die stark ange­schrägte Heckscheibe und die tiefe Sitzposition zwar etwas mau aus, doch beim Rangieren helfen serienmäßige Ein- und Ausparkhilfen sowie eine Rückfahrkamera – wenn auch mit schlechter Bildqualität auf dem Mitteldisplay. Bei Regenwetter ver­schmutzt die Kamera obendrein schnell, und man wäre dann darüber hinaus dankbar für einen Heckscheibenwischer, den Honda sich aber gespart hat.

Übersichtliches Cockpit & gewöhnungsbedürftige Bedienung

Im ansonsten – bis auf die emp­findlichen Teilflächen in glänzend schwarzem Kunststoff – ange­nehm hochwertig verarbeiteten Cockpit finden wir uns im Test gut und schnell zurecht. Dabei helfen un­ter anderem klar gruppierte Tas­ten und Drehregler, etwa für die Klima- und Audio-Bedienung, sowie das Multifunktionslenkrad im Dialog mit den gut ablesbaren digitalen Instrumenten.

Zentrales Bedienelement für die umfangreiche, serienmäßige digitale Infotainmentausstattung inklusive Online-Navi und Bose-Hi-Fi-Anlage ist das Touchdisplay, dessen Bildqualität ein wenig brillanter ausfallen könnte. Die Menüführung ist teils gewöh­nungsbedürftig: So sind etwa zum Abschalten unerwünschter Assis­tenzwarnmeldungen bei jedem Start mehrere Bedienschritte er­forderlich. Ärgerlich: Die akusti­sche Tempolimitwarnung lässt sich nicht separat abschalten. Sie verstummt nur, wenn die Ver­kehrszeichenerkennung komplett ausgeschaltet ist.

Effizienter Vollhybrid-Strang

Blick unter die Motorhaube des Honda Prelude e:HEV.
Foto: Daniela Loof

Nachdem die zahlreichen Assis­tenzsysteme konfiguriert sind, kann es mit Druck auf den Startknopf endlich losgehen – und das passiert zügig sowie rei­bungslos, was die komplexe Kombination aus 2,0-l-Vierzylinder und zwei E-Maschinen so nicht erwarten lässt. Kontinuier­lich schieben die 184 PS (135 kW) den Honda Prelude im Test in 8,3 s aus dem Stand auf 100 km/h, die Höchst­geschwindigkeit fällt im Verhält­nis zur Leistung mit 188 km/h aber eher niedrig aus.

Zudem wirkt der Antrieb oberhalb von 160 km/h recht angestrengt, während bei voller Beschleunigung aus gerin­gerem Tempo die Vorderachs-An­triebskräfte ein wenig in der Len­kung zerren. Dafür erfüllt der Vollhybrid die Erwartungen an einen niedrigen Verbrauch mit einem Testwert von 6,3 l/100 km.

Willige Lenkung, aber eher komfortables Fahrwerk

Das mit adaptiven Dämpfern und Progressivlenkung ausgerüstete Fahrwerk des Honda Prelude genügt auf den serien­mäßigen 19-Zoll-Rädern auch sportlichen Ansprüchen mit willi­gem, direktem Einlenken, transparentem Lenkgefühl und stand­fester, gut dosierbarer Bremse. Die automatische AHA-Fahrdynamik­regelung arbeitet dabei stets im Hintergrund und ist nicht ab­schaltbar.

Der Honda Prelude fährt auf einer Landstraße durch einen Wald, von hinten fotografiert.
Foto: Daniela Loof

Selbst im Sportmodus zeigt der Honda Prelude in Wechselkurven deutliche Aufbaubewegungen, dafür überzeugt er im Test mit Alltagsqualitäten – etwa die im comfort- oder im GT-Modus angenehm schluckfreudige Federung. Allerdings schränken Windgeräusche bei höherem Tem­po den Komfort etwas ein.

Als Spie­lerei erweist sich das schaltbare S+ Shift, mit dem der Honda per Akustik und Drehzahlsprünge eine Achtstufen-Automatik simuliert, die sich über die Plus-Minus-Pad­del am Lenkrad auch manuell be­dienen lässt. Parallel werden Gänge und Drehzahl im Digital-Cockpit angezeigt. Geschaltet wird aber nicht wirklich, denn dem Honda genügt ja ein Ein-Gang-Getriebe.

Fazit

Der Honda Prelude ist nichts für den Familienalltag, sondern ein schmuckes Coupé für Individualist:innen, die auch eine exklusive sowie effiziente Antriebstech­nik zu schätzen wissen. Mit 49.500 Euro lässt sich Honda dies – wie üblich – gut bezah­len. Dafür ist der Prelude aber auch komplett ausgestattet.

Technische Daten & Messwerte

AUTO ZEITUNG 8/2026

Honda Prelude e:HEV

Technik

Motoren

Vierzylinder-Saugmotor, zwei permanenterr. Synchronm.

Hubraum

1993 cm³

Bohrung / Hub

81,0 / 96,7 mm

Verdichtung

13,9 : 1

Systemleistung

135 kW / 184 PS

Max. Systemdrehmoment

315 Nm

Antrieb

Ein-Stufen-Automatik, Vorderrad

Spannung / Kapazität

260 – 600 V / 1,05 kWh

Gewicht

Leergewicht (Werk / Test)

1470 / 1482 kg

Zulässiges Gesamtgewicht

1850 kg

Effektive Zuladung

368 kg

Gewichtsverteilung (v / h)

63,3 / 36,7 %

Anhängelast (gebr. / ungebr.)

– / –

Dachlast / Stützlast

– / –

Abmessungen

Gesamtmaße (L / B / H)

4532 / 1880 (2076)¹ / 1349 mm

Radstand

2604 mm

Kofferraumvolumen

264 – 760 l

Fahrleistung

0 – 50 km/h

3,2 s

0 – 100 km/h

8,3 s

0 – 150 km/h

21,5 s

Höchstgeschwindigkeit

188 km/h ²

Bremsweg

100 – 0 km/h (kalt / warm)

35,7 / 35,0 m

50 – 0 km/h / 150 – 0 km/h

8,9 / 80,4 m

Verbrauch & Reichweite

WLTP-Verbrauch auf 100 km

5,2 l S

Testverbrauch auf 100 km

6,3 l S

Reichweite gesamt

769 km

Umwelt & Abgas

Abgasnorm

Euro 6e-bis

CO2-Emission

117 g/km

Preis

Grundpreis

49.500 €

Testwagenpreis

49.500 €

Rabatt

k.A.

Steuer & Versicherung

Kfz-Steuer pro Jahr

84 €

KH / VK / TK Typklassen

14 / 26 / 24

KH / VK / TK Versicherung

591 / 1241 / 238 €

Wartung & Garantie

Inspektion

20.000 km / 12 Monate

Garantie Gesamtfahrzeug

3 Jahre (8 Jahre / 160.000 km b. regelmäßiger Wartung)

Garantie Mobilität / Hybrid-Teile

3 / 5 Jahre

Garantie Lack / Rost

3 / 12 Jahre

¹ inkl. Außenspiegel; ² Werksangabe