Wohnmobil-Vorstellung

Globecar Globescout Vario: Sechs-Meter-Van mit GFK-Hochdach

Superhochdach auf dem Sechs-Meter-Kastenwagen? Was der Fiat-Konfigurator nur widerwillig hergibt, macht die Pössl-Gruppe kurzerhand in Eigenregie und verpasst dem Ducato als Globecar Globescout Vario einfach ein GFK-Oberstübchen. Was das bringt und wie viel der Campervan mit ungewöhnlicher Optik kostet, verraten wir hier.

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Der Globecar Globescout Vario statisch von schräg vorne rechts vor weißem Hintergrund.
Auf sechs Metern Außenlänge bietet der Globescout Vario beeindruckende 245 cm Stehhöhe. Das verdankt er dem GFK-Aufbau. Foto: Globecar
Durchsicht durch den Wohnraum des Globecar Globescout Vario.
Im Wohnraum setzen sich diese gewonnenen 50 cm in Gesamthöhe vor allem in ein luftiges Raumgefühl und mehr Stauraum um. Foto: Globecar
Die Sitzgruppe im Globecar Globescout Vario in seitlicher Ansicht durch die Schiebetüre.
Einzelne Wohnraum-Teile bleiben trotz beachtlicher Stehhöhe aber sehr ordinär. So zum Beispiel die Halbdinette im Standard-Format. Foto: Globecar
Das Bett über der Sitzgruppe des Globecar Globescout Vario (Beispielbild zeigt den Pössl Concorde Compact).
Das ausklappbare Dachbett, hier das des 5,4 m langen Pössl Concorde Compact, schafft optional zwei groß geschnittene Zusatz-Schlafplätze. Foto: Globecar
Die Küche des Globecar Globescout Vario.
Die Küchenzeile beinhaltet eine sehr kompakte Koch-Spül-Kombi, bietet dafür aber vergleichsweise viel Arbeitsfläche und Stauraum. Foto: Globecar
Die Collage zeigt das Schwenkbad des Globecar Globescout Vario in Normalstellung als Toilettenraum (links) und Umbau zur Duschkabine (rechts).
Ein kompaktes Schwenkbad ist gegenüber der Küche platziert. Auch hier kommt die Stehhöhe zum Tragen und schafft Stauraum über den spritzwassergeschützten Kunststoff-Seitenwänden. Foto: Globecar/Collage: AUTO ZEITUNG
Das Heckbett des Globecar Globescout Vario.
Das serienmäßige Heckbett unterscheidet sich in Einbauhöhe und Maßen kaum vom Standard-Campervan der Sechs-Meter-Klasse. Foto: Globecar
Blick durch die geöffneten Hecktüren in die Heckgarage des Globecar Globescout Vario mit seitlich hochgeklapptem Bett.
Unterschiede fallen dagegen in der Heckgarage auf: Dank hochklappbarem Lattenrost finden hier auch sperrige Gepäckstücke locker Platz. Foto: Globecar
Die Grundrisszeichnung des Globecar Globescout Vario.
Im Grundriss unterscheidet sich der Globescout Vario kaum vom Standard-Campervan. Dank über drei Metern Gesamthöhe bietet er aber vier Schlafplätze ohne Sitzgruppenumbau oder Aufstelldach. Foto: Globecar

Preis: Globecar Globescout Vario ab 63.999 Euro

Was bei Fiat als „Superhochdach“ – oder einfach H3 – bekannt ist, findet man auch ab und an im Campervan: 2,7 m hoch ist der Kastenwagen dann und das vollverblecht. Meist ist diese Option bei den langen Wohnvans mit 6,36 m zu finden, wer jedoch im Citroën- oder Fiat-Konfigurator etwas herumspielt, findet auch schnell heraus: Die Kombination L3H3, also sechs Meter Länge auf 2,7 m Höhe, existiert.

Da fragt man sich doch, warum die Pössl-Gruppe den umständlichen Weg geht, dem Globecar Globescout Vario ein eigens angefertigtes GFK-Oberstübchen auf den L3H2 zu setzen? Die Gründe dürften aber sicher in der Möglichkeit liegen, mit einer Eigenkonstruktion sowohl vier Schlafplätze als auch viel Stehhöhe zu realisieren. Denn ein Aufstelldach auf dem „Superhochdach“ ist nahezu ein Ding der Unmöglichkeit, oder mit einer ewig langen Leiter verbunden.

Wer nun denkt, dass ein GFK-Aufbau auf einem Sechs-Meter-Campervan diesen preislich in Luxus-Sphären katapultiert, irrt sich. Globecar bietet den Stehhöhen-Primus Globescout Vario für mindestens 63.999 Euro (Stand: Mai 2026) an. Das ist zwar teurer als die meisten Standard-Kastenwagen der Marke, aber dennoch im Konkurrenzumfeld noch recht preiswert. Übrigens: Muttermarke Pössl bietet den Grundriss bis auf einzelne Möbel- und Polsterdekore baugleich als 2Win Vario im eigenen Portfolio an – daher haben wir unten auf dieser Seite auch dessen Fahreindruck hier eingebaut.

Tipps zum Wohnmobilkauf im Video

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Video: AUTO ZEITUNG

Innenraum: Campervan mit über zwei Metern Stehhöhe

Da der Fiat Ducato als Globecar Globescout Vario auf ganze 3,13 m Höhe anwächst, fällt auch die Stehhöhe entsprechend großzügig aus. 2,45 m gibt die Pössl-Tochter als Abstand zwischen Fußboden und Dachhimmel im Wohnraum an – beeindruckende 55 cm mehr als die meisten Blechdach-Ducato gleicher Länge mit 1,90 m Innenhöhe.

Diese Höhe kommt wie bereits erwähnt insbesondere dem Stauraum durch mehr und höhere Dachstauschränke sowie der Schlafplatzanzahl an Bord zugute. Und natürlich auch dem Raumgefühl: Wie das Bild unten zeigt, wirkt der Wohnraum trotz viel Schrankflächen und Nasszelle recht luftig. Dazu dürfte auch das serienmäßig helle Holzdekor „Eiche/Kupfer“ beitragen.

Durchsicht durch den Wohnraum des Globecar Globescout Vario.
Foto: Globecar

Sitzgruppe

Sitzgruppen-Typ

Halbdinette

Sitzplätze/Gurtplätze

4 – 5 / 4 – 5

Bettenumbau

optional

Die Sitzgruppe fällt zunächst recht standardmäßig aus: eine Halbdinette im Bug. Serienmäßig sind beim Globescout Vario vier Gurtsitzplätze, gegen Aufpreis ließe sich auch ein fünfter hinzubuchen. Isofix für die Rückbank kostet Aufpreis. Hierin unterscheidet sich der Vario von seinen Normaldach-Markengeschwistern nicht.

Küche

Küchenform

Seitenküche

Kochstellen/Befeuerung

2 / Gas

Kühlschrankvolumen

92 l

Und auch die kompakte Seitenküche ist weitestgehend Campervan-Standard. Mittig ist eine kompakte Koch-Spül-Einheit aus Edelstahl eingelassen, die auch einen Zweiflammen-Gaskocher beinhaltet. Ein einfacher Glasdeckel muss jedoch genügen. Dafür mangelt es rechts wie links davon nicht an Arbeits- und Ablagefläche. Dennoch erhält die Globecar-Küche eine ausziehbare Erweiterung. Der 92-l-Kompressor-Kühlschrank findet stirnseitig im Küchenblock seinen Platz.

Bad

Badtyp

Schwenkbad

Frischwasser

100 l

Abwasser

80 l

Globecar entscheidet sich für das kompakte Schwenkbad. Die gängigen Nasszellen-Varianten in Wohnmobilen erklären wir hier im Detail. Es kommt auch bereits fast voll ausgestattet mit Dusche, Kassetten-Toilette und Waschbecken samt Spiegel (Beleuchtung kostet Aufpreis) und Staufächern an der schwenkbaren Duschwand.

Schlafplätze

Schlafplätze

2 – 5

Bettentyp / Maße

Heck: Doppelbett / 195 x 140 – 120 cm

Dachbett (opt.): Doppelbett / 205 x 135 cm

Sitzgruppe (opt.): Einzelbett / 180 x 70 cm

Spannend ist dagegen das Kapitel Schlafplätze im Globescout Vario – zumindest, sofern man das typische Heckdoppelbett hinter sich gelassen hat. Denn optional bietet Globecar ein „Dachbett“ an, dass sich über die Sitzgruppe schiebt. Hierbei handelt es sich weder um ein Aufstelldach, noch um ein Hubbett im klassischen Sinne, sondern ein über der Fahrerkabine zusammengefaltetes und bei Bedarf ausgeklapptes Doppelbett. Dieses lässt sich per Leiter erklimmen, darunter bleibt aber noch genug Platz, um die Sitzgruppe weiter nutzen zu können.

Letztere ließe sich optional zu einem fünften Schlafplatz umbauen, dieser ist mit knapp 180 x 70 cm Liegefläche wie im Campervan üblich eher als Not- oder Kinderbett zu gebrauchen.

Das Bett über der Sitzgruppe des Globecar Globescout Vario (Beispielbild zeigt den Pössl Concorde Compact).
Foto: Globecar

Stauraum und Bordtechnik

Stauraum

Heckgarage, Dachstauschränke, offene Staufächer, Bodenstaufach bei Sitzgruppe

Bordbatterietyp / Kapazität

AGM / 95 Ah

Heizung

Gas (Truma Combi 4)

Gaskasten

2 x 11 kg

Technische Ausstattung

Stauraum ist eine der Paradedisziplinen des Globescout Vario. Denn dank der immensen Dachhöhe gibt es nach oben hin in der Heckgarage mehr als genug Platz. Dank zur Seite wegklappbarem Lattenrost kann sogar das Heckbett weichen, um sperriges Gepäck zwischen den Heckstaukästen mitnehmen zu können. Dachstauschränke über Bett und Küche, aber auch im Bad, reichen dagegen bis unter die Decke. Nur in der Sitzgruppe fallen die Stauschränke fast schon kleiner aus – schließlich müssen sie auch als Stütze für das aufpreispflichtige Dachbett herhalten. Optional wird ein Tresor im Sitzgruppenbereich angeboten.

Anders sieht es beim Thema technische Ausstattung aus: Hier ist der Globecar Globescout Vario serienmäßig Pössl-typisch eher karg gehalten. TV-Vorbereitung oder Solaranlage gibt es nur optional, Smarthome-Steuerung gar nicht. Lithium-Batterien sind von Pössl ebenfalls nicht vorgesehen, lediglich eine zweite AGM-Batterie ließe sich ab Werk einbauen. Dafür wird optional Ambientelicht angeboten.

Die Besonderheiten im Überblick

  • Dank GFK-Dacherweiterung mit 245 cm Stehhöhe.

  • Vier Schlafplätze sind auch ohne Aufstelldach möglich, womit sich der Globescout Vario auch fürs Wintercamping anbietet.

  • Sehr viel Stauraum in hohen Dachstauschränken und der Heckgarage mit wegklappbarem Doppelbett-Lattenrost.

Technische Daten des Globecar Globescout Vario

Globecar Globescout Vario

Basisfahrzeug

Citroën Jumper oder Fiat Ducato

Motor

2,2-l-Vierzylinder-Diesel

Leistung / Drehmoment

140 – 180 PS (103 – 132 kW) / 350 – 380 Nm

Getriebe

6-Gang-Schaltgetriebe; opt. 8-Stufen-Automatik

Zulässige Gesamtmasse

3500 kg

Optionale Auflastung

Maße (L / B / H)

5990 / 2050 / 3130 mm

Stehhöhe

245 cm

Fahreindruck des baugleichen Pössl 2Win Vario: Gelungene Rauminitiative

Dachschlafen liegt im Trend. Wer das nicht im etwas klammen und hellhörigen Stoff-Aufstelldach tun möchte, interessiert sich automatisch für die Hochdach-Varianten. Das Kaufargument ist der packende Grundriss des Pössl 2Win Vario: 50 cm zusätzliche Fahrzeughöhe und damit eine Fahrzeuginnenhöhe von lichten 2450 mm packt das solide ausgeführte GFK-Dach mit der charakteristischen Nase auf die Kastenwagen-Basis – das schafft Raum für zwei zusätzliche Schlafplätze und natürlich mehr Stauraum in Oberschränken.

Gefallen kann der Pössl 2Win Vario aber auch im Detail: Steckdosen und Leuchten sind mit Bedacht verteilt, die Beschläge solide, alle Funktionen bis auf wenige Ausnahmen durchdacht, und die Verarbeitungsqualität ist – gemessen am nicht ganz so glorreichen Branchendurchschnitt – mehr als ordentlich. Der Pössl wird so trotz seines recht hohen Einstiegspreises zu einem wirklich guten Angebot.

Und fahren? Das kann der Pössl 2Win Vario im Test ganz unaufgeregt. Starker Seitenwind ist zwar spürbar, aber nie problematisch. Ansonsten fährt er wie ein typischer Ducato: handlich und effizient. Wenn der Pössl 2Win Vario jetzt Ihr Ding ist, sei er uneingeschränkt empfohlen. Von Johannes Riegsinger

Fazit

Obwohl der Grundriss des Globecar Globescout Vario recht standardmäßig wirkt, erhöht das GFK-Dach wortwörtlich die Funktionalität. Denn so viel Stauraum sind auf sechs Metern Außenlänge eher selten zu finden. Und auch das optionale Dachbett dürfte Fans finden. Schließlich ist hierfür kein Aufstelldach – und damit eine mögliche Kältebrücke – vorhanden, der Campervan also ein familientauglicher Wintercamping-Geheimtipp. Und 245 cm Stehhöhe sind auch in der Camping-Königsklasse der vollintegrierten Liner nicht zu finden, kosten hier aber kein Vermögen.