Erste Testfahrt: Mitfahrt im neuen Genesis GV60 Magma
Der Genesis GV60 Magma ist der Erste seiner Art: Mit ihm debütiert die sportliche Magma-Serie, die Sportlichkeit und Komfort verbinden will. Ob das im GV60 schon gelingt? Wir durften uns auf den Beifahrersitz schwingen und auf der Rennstrecke mitfahren. Erste Testfahrt!
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Erste Testfahrt: Wir fahren auf dem Beifahrersitz des Genesis GV60 Magma mit
Genesis hat Magma offiziell gestartet – ein neues Programm (keine Submarke), das laut eigener Aussage „eine eiserne Faust im Samthandschuh“ sein will. Das erste Modell in diesem Rahmen ist der neue Genesis GV60 Magma. Er basiert auf dem Standardmodell, erhält jedoch reichlich zusätzliche Modifikationen und Ausstattung. Die Leistungsdaten sind eindrucksvoll: 471 kW (641 PS) und eine Beschleunigung von null auf 100 km/h in nur 3,4 s – damit bewegt sich der GV60 Magma auf Augenhöhe mit dem Hyundai Ioniq 5 N.
Schöne Zahlen auf dem Papier und eindrucksvolle Präsentationen sind das eine – doch wie funktioniert das Magma-Programm im echten Leben? Und ergibt die Verbindung von Performance und Luxus bei einem recht schweren Elektro-SUV überhaupt Sinn? Selber fahren konnten wir das Fahrzeug bei der ersten Testfahrt zwar noch nicht, aber auf dem Beifahrersitz am Circuit Paul Ricard kamen wir zu einem guten ersten Eindruck.
Der Hyundai Ioniq 9 (2025) im Fahrbericht (Video)

Der Magma tritt betont sportlich auf
Beim Genesis GV60 Magma fallen sofort die Änderungen an und in der Karosserie auf: Breiter, aggressiver als das Standardmodell, mit zusätzlichen Details wie dreifachen Luftauslässen (ähnlich sportlichen Audis) und weiteren Aero-Elementen. Besonders auffällig sind der riesige Heckflügel und der Diffusor am Heck. Innen gibt es einen sportlicheren Look und eine neue Benutzeroberfläche, die die wichtigsten Fahrinformationen klar darstellt.
Die Anzeigen der zwei Displays wirken klar und übersichtlich und sind in die OLED-Displays integriert, was für eine starke Ablesbarkeit sorgt. Neue Software sorgt außerdem dafür, dass die Hardware noch besser ausgenutzt wird – unter anderem gibt es einen Drift-Modus und zwei exklusive Magma-Fahrprogramme: Sprint und GT. Sie tun, was der Name verspricht, wie die erste Testfahrt zeigt. Dazu später mehr.
Im Normalbetrieb leistet der GV60 Magma 442 kW (601 PS) und 740 Nm Drehmoment über zwei Elektromotoren. Wie viele andere sportliche E-Modelle gibt es auch hier einen Boost-Modus: Dann stehen 471 kW (641 PS) und 790 Nm zur Verfügung – für 15 s, was dank Software- und Kühlungs-Optimierungen fünf Sekunden länger ist als bei den meisten Konzernbrüdern. So sprintet der GV60 Magma in nur 3,4 s auf 100 km/h, erreicht 200 km/h in 10,9 s und eine Höchstgeschwindigkeit von 264 km/h. Das Fahrwerk wurde umfassend überarbeitet, um mit der neuen Leistung zu können.
Auf der Teststrecke fährt der GV60 fast schon zu stabil
Der Fahreindruck unserer ersten Testfahrt lässt sich vom Beifahrersitz aus in zwei Worten zusammenfassen: schnell und gelassen. Unsere Mitfahrt über den Paul Ricard Circuit (mit einem Profi-Rennfahrer am Steuer) zeigt schon nach den ersten Metern, was 471 kW (641 PS) bedeuten. Dank der neu abgestimmten Lenkung wird der Wagen mühelos zum Scheitelpunkt dirigiert, bleibt aber selbst im Kurvenverlauf nahezu stabil: Kaum Wankbewegung oder Seitenneigung, das Zusammenspiel aller Systeme hält das Auto angenehm neutral. Die neuen Sportsitze bieten dabei guten Seitenhalt. Am Kurvenausgang bei Vollstrom gibt es nur einen Hauch von Übersteuern, bevor alles kontrolliert eingefangen wird.
Auch beim späten Bremsen und frühen Rausbeschleunigen bleibt der Genesis GV60 Magma präzise und spurstabil, aber nicht verspielt. Ist das besser als die wildere Performance eines Ioniq 5 N? Ansichtssache, aber Magma steht nach eigenen Aussagen für ein souveränes, müheloses Fahrerlebnis – und darin glänzt der GV60. Wenig verwunderlich, dass Genesis einen eigenen Drift-Modus anbietet, denn ohne diesen fühlt sich das Auto extrem – wenn nicht sogar schon künstlich – stabil an.
Der künstliche Sound und das virtuelle Schaltsystem wirken eine Spur rauer und dynamischer als bei anderen Modellen auf E-GMP-Plattform, was vermutlich auch an der Geschwindigkeit liegt oder am markanten „V6-Sound“, der durch den Innenraum gepumpt wird. Die Illusion einer Rundenfahrt im Verbrenner gelingt. Reifenquietschen war neben dem lauten Fake-Sound kaum zu hören.
Das Sportmodell wird nicht günstig sein
Der GV60 Magma soll zuerst 2026 in Europa und wenig später in Großbritannien erscheinen. Über den Preis ist noch nichts bekannt, aber er dürfte über den rund 75.000 Euro des aktuellen GV60-Topmodells liegen (Stand: Mai 2026). Wahrscheinlich wird er auch teurer als seine Konzernbrüder Hyundai Ioniq 5 N und Kia EV6 GT, wie für Genesis üblich.
Fazit
Magma wirkt auf den ersten Blick etwas widersprüchlich, gerade weil die Konzernschwester Hyundai mit N bereits eine starke Sport-Submarke bietet. Nach einer Runde im Genesis GV60 Magma wissen wir noch nicht genau, ob wir das Konzept voll erfassen – eindrucksvoll gelungen ist das Produkt jedoch zweifellos. Es scheint alles zu können; zumindest im Rahmen unseres Probesitzens liefert der GV60 Magma ab. Nach einem echten Fahreindruck am Steuer wird man Genaueres wissen.

















