Übersicht

Gebrauchtwagen von VW: So gut sind Golf, Tiguan & Co.

Auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind Fahrzeuge von VW stark gefragt, doch nicht alle sind zuverlässig. Der TÜV-Report 2026 zeigt klar auf, ob sich Polo, Passat, Touareg lohnen und von welchen Modellen man besser die Finger lässt!

Vier VW-Modelle in einer Collage.
Foto: Hersteller / Collage: AUTO ZEITUNG
Auf Pinterest merken

Beim Blick auf den TÜV‑Report 2026 wird deutlich: Viele VW‑Modelle überzeugen auch als Gebrauchte durch solide Technik und vergleichsweise niedrige Mängelquoten – vom Kleinwagen bis zum SUV. Besonders erfreulich: Auch Elektroautos wie der VW ID.3 und ID.4/ID.5 schlagen sich im Alltagstest durchaus respektabel. Es gibt aber auch Modelle, die mit technischen Problemen oder „Kinderkrankheiten“ belastet sind – bei denen sollte man also hinschauen oder abwägen, ob sich ein Kauf lohnt.

Der VW T-Roc im Fahrbericht (Video)

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

VW (e-)Up

Seit 2011 gibt es den praktischen Kleinwagen für die Stadt bereits. Wegen der verschärften EU-Regeln für Cybersecurity wurde die Produktion Ende 2023 offiziell eingestellt. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt gibt es den kleinen Up jedoch in Hülle und Fülle bereits ab wenigen Tausend Euro.

Bis auf zwei bekannte Schwachstellen beweist der Up viel Qualität. Bemängelt wird häufig seine Lichtanlage, in der Regel ein wohl eher preisgünstig zu lösendes Problem. Einschränkender und teurer sind Defekte an den Bremsen, die beim Up überdurchschnittlich oft abfallen und besonders bei über sechs Jahre alten Modellen sehr auffällig sind. Langlebig sind hingegen die Achsfedern und Dämpfer, die über alle Altersklassen stets gelobt werden.

VW e-Up

Etwas später als sein Verbrenner-Bruder kam der e-Up (hier im Test der AUTO ZEITUNG) 2013 auf den Markt. Und auch die Elektro-Variante wurde 2023 eingestellt. Gebraucht gibt es den kleinen Stromer, der erst 60 kW (82 PS) und seit 2019 61 kW (83 PS) liefert, aber noch. Sein anfangs 18,7 kWh kleiner Akku reichte für eine Reichweite von bis zu 165 km, ab 2020 gab es dann einen 36,8 kWh starken Akku.

Seine Vorteile: Der e-Up ist oftmals viel weniger Kilometer gefahren als der Durchschnitt in dieser Fahrzeugklasse, seine Antriebswellen und Lenkanlage sind solide, und durch die fehlende Abgasanlage entfällt diese Sorge auch. Prüfen sollte man die Beleuchtung sowie die Bremsen – Schwachstellen, die auch der Verbrenner-Bruder hat. Technisch gesehen ist tatsächlich das ältere e-Up-Modell solider.

VW Beetle

Eine große Fangemeinde hat der VW Beetle, der bis 2019 gebaut wurde. Die Technik vom Golf 6 liefern Turbo-Vierzylinder und ein zeitgemäßes Infotainmentsystem. Von 2012 an gab es auch das Beetle Cabrio und gegen Ende folgten die Sondermodelle GSR, Dune und Final Edition. Die gute Nachricht: In allen Jahrgängen finden sich mehr mängelfreie Exemplare als im Durchschnitt dieser Fahrzeugklasse. Die schlechte Nachricht: Mit der Fuß- und Feststellbremse sind die Prüfer:innen eher weniger zufrieden und auch die Rückleuchten fallen häufig aus. Wer am Cabrio interessiert ist, sollte unbedingt das Verdeck prüfen.

VW Polo

Wer einen gebrauchten Polo kaufen will, sollte die Schwachstelle der sechsten Generation (gebaut seit 2017) kennen: Hier wird stets das verstellte Abblendlicht bemängelt. Für gut erhaltene Exemplare sollte man ein Budget von 8500 Euro haben. Wer nicht mehr als 2000 Euro ausgeben will, findet ausreichend Auswahl beim Vorgänger (2009 bis 2017 gebaut). Doch Vorsicht: Hier gibt es vermehrt Mängel an Abgasanlage, Fuß- und Feststellbremse sowie Bremsscheiben.

VW ID.3

Neben Verbrennermodellen wurden erstmals auch Stromer auf ihre Langlebigkeit geprüft. Der ID.3 zeigt bei der HU kaum Schwachstellen. Der seit 2020 erhältliche Golf des Elektrozeitalters ähnelt mit 4,26 m Länge den kompakten Abmessungen seines Verbrennerbruders, ist aber rund zehn Zentimeter höher. Technisch gibt es durch das junge Alter und die oftmals sehr niedrigen Laufleistungen nahezu keine Schwachstellen. Lediglich bei der Funktion der Fußbremse schwächelt der ID.3 mit einer 2,5-fach erhöhten Mängelquote.

VW Golf

Er ist auch als Gebrauchtwagen ein häufig gesuchtes Modell: Der VW Golf legt im TÜV-Report 2026 einen soliden Auftritt hin. Erst im hohen Alter zeigen sich leichte Schwächen, etwa an Federn und Dämpfern. Ausgerechnet junge Exemplare erhalten die rote Karte für die Fußbremsfunktion: Hintergrund sind hier die vermehrt auftretenden Defekte am ABS/ESP-Hydraulikaggregat, wie eine Analyse der TÜV-Statistik ergab. Wer sich für einen Golf 8 interessiert, findet mit einem Budget von mindestens 13.000 Euro solide Exemplare. Je sportlicher oder neuer, desto teurer wird es.

VW Passat

Entweder er schuftet als Dienstwagen oder macht als Familienbegleiter viele Kilometer, das zeigt sich auch bei der HU-Bilanz. Vor allem der Antrieb (Ölverlust), die Bremsen sowie die Federn sollten bei mindestens vier Jahre alten Passat gut inspiziert werden. Mit der Beleuchtung, der Abgasanlage sowie der Achsaufhängung selbst älterer Modelle sind die TÜV-Prüfer:innen aber zufrieden. Empfehlenswert sind gut gepflegte Exemplare mit wenig Kilometern, aber auch hier gilt es, die genannten Schwachstellen zu prüfen. Das Budget bei einem zwischen 2014 und 2023 gebauten Passat sollte mindestens 9000 Euro betragen.

VW Caddy

Er hat oft ein anstrengendes Leben, wird viel als Lastentransporter genutzt und wenig pfleglich behandelt. Das zeigt sich dann auch bei der Hauptuntersuchung. Die Belastungen führen beim Caddy zu häufigen Defekten an der Achsaufhängung. Die Federn und Dämpfer verschleißen schnell. Verschlissene Bremsscheiben und häufiger Ölverlust sind ein Thema bei Caddys aller Altersklassen. Lediglich auf die Lenkung ist beim Caddy stets verlass.

VW Golf Sportsvan/ Golf Plus

Ein familienfreundlicher Kompaktvan, der solide Technik aufweist, kaum Verschleiß zeigt und eine gute Alternative zum Touran ist? Die Antwort lautet VW Golf Sportsvan, vormals Golf Plus. Nicht so beliebt, bietet der Hochdach-Golf viel Platz, eine gute Verarbeitung und – besonders interessant für Gebrauchtwagenkäufer:innen – eine überdurchschnittliche Haltbarkeit. Die TÜV-Prüfer:innen bezeichnen den seit 2014 gebauten Golf Sportsvan wie auch seinen von 2004 bis 2014 gebauten Vorgänger Golf Plus sogar als Streber. Lediglich defekte Blinker können mal vorkommen. Was aber nichts an der Kaufempfehlung ändert.

VW Touran

Immer mehr kompakte Vans verschwinden vom Markt. An der Technik des Touran kann das nicht liegen, denn der verlässliche Partner für Familien schlägt sich bis ins hohe Alter technisch gut. Auch der Touran wird sehr viel gefahren, was eine genaue Kontrolle bei den Achskomponenten voraussetzt. Durch alle Typen und Altersklassen hinweg findet sich auch Ölverlust. Da es viele Rückrufe gab, lautet unsere Empfehlung, sich die Servicehistorie ganz genau anzuschauen.

VW Sharan

Alltagsheld und Familienfreund will der VW Sharan sein. Der Großraum-Van bietet nicht nur viel Platz (je nach Bestuhlung bis zu 2430 l Kofferraumvolumen), sondern auch zahlreiche Assistenzsysteme, eine praktische Klappsitz-Konfiguration und eine breite Auswahl bei den Antrieben. Die Laufleistung beim zwischen 2010 und 2020 gebauten Sharan ist entsprechend hoch. Darunter sowie unter dem recht hohen Gewicht leiden die Achsaufhängungen, die früh verschleißen. Auch marode Bremsscheiben zählen zu den Schwachstellen.

VW T-Cross

Der VW T-Cross sowie seine Coupé-Version Taigo überzeugen auf der Hebebühne. Obwohl die Laufleistung niedriger ist als im Durchschnitt seiner Fahrzeugklasse, notieren die TÜV-Prüfer:innen bereits bei der ersten HU mangelhafte Bremsscheiben – das darf eigentlich nicht sein. In allen anderen Punkten ist der T-Cross aber solide. Das Budget für diesen Volkswagen aus Vorbesitz sollte mindestens 14.000 Euro betragen.

VW T-Roc

Alles im grünen Bereich beim VW T-Roc! Das kompakte SUV fällt durch eine besonders niedrige Mängelquote auf und erhält sogar das Siegel des Siegers in der Klasse der SUV. So gibt es beim 4,32 m langen T-Roc nichts zu kritisieren, sehr viele Exemplare bestehen die TÜV-Prüfung mängelfrei. Dass sich das seit 2017 gebaute SUV in allen Bereichen und Altersklassen als Musterschüler offenbart, spiegelt sich aber auch im Gebrauchtwagenpreis wider. So sollte das Budget für einen T-Roc aus dem Vorbesitz mindestens 14.500 Euro betragen.

VW ID.4/ID.5

Stromer für die Masse sollen der VW ID.4 und ID.5 sein, deren Qualität passt aber nicht so ganz zu dem Anspruch eines so großen Herstellers. Technisch gesehen liegt der große Bruder des ID.3 nur im Mittelfeld. So überzeugend wie seine Beleuchtung, die Lenkung und Bremsbauteile auch sind, kritisieren die TÜV-Prüfer:innen die Fußbremse – und zwar fünfmal häufiger als im Schnitt. Und auch die Mängelquote bei den Federn und Dämpfern ist überdurchschnittlich hoch. Kein HU-Thema, aber dennoch nervig sind die hinlänglich bekannten und vielfältigen Software- und Elektronikprobleme.

VW Tiguan

Überwiegend mit einem guten Urteil verlassen VW Tiguan-Exemplare die Hauptuntersuchung. Gebrauchtwagen-Interessent:innen finden eine große Auswahl: vom sparsamen Diesel bis hin zur sportlichen R-Version mit 320 PS (235 kW).

Bis 2016 gebaute Tiguan-Modelle der ersten Generation gibt es bereits ab 3000 Euro. Hier sollte der Check eine besonders gründliche Prüfung des Fahrwerkes umfassen. Denn gebrochene Federn sowie Probleme an der Achsaufhängung der Querlenker sind ein bekanntes Thema.Der Nachfolger zeigt sich stabiler, aber auch hier sind die Achsaufhängungen sowie auch die Bremsbauteile gründlich zu inspizieren. Tipp: Es gab für die zweite Generation des Tiguan tatsächlich insgesamt 26 Rückrufe – es lohnt sich also, sich hier die entsprechenden Informationen einzuholen.

VW Touareg

Er ist ein Familienfreund und Arbeitstier: Der VW Touareg, der 2026 ohne Nachfolger ausgelaufen ist, weist als Gebrauchtwagen oftmals sehr hohe Laufleistungen, über alle Altersklassen hinweg aber auch nur wenige Schwachstellen auf. So bemängeln die Prüfer:innen bei der seit 2018 gebauten dritten Generation lediglich die Achsaufhängung bei vier- und fünfjährigen Modellen und bei mindestens sechs Jahre alten Touareg den Ölverlust. Die Bremsen, Abgasanlage, Beleuchtung, Achsfedern und Lenkung des Porsche Cayenne-Zwillings sind meist deutlich besser als beim Durchschnitt.

VW-Neuwagen zu attraktiven Leasing-Konditionen

Fazit

Wer einen gebrauchten VW sucht, findet im Modellportfolio von Up bis Touareg viele grundsolide Kandidaten. Besonders der VW T‑Roc und der VW Golf Sportsvan glänzen im TÜV‑Report 2026 mit niedrigen Mängelquoten, aber auch Elektroautos wie der VW ID.3 stellen ihre Qualität unter Beweis.

Quellen

  • TÜV-Report 2026

  • Eigene Recherche