Vorstellung

Ford Transit von WPD Customs: Eiltransporter mit BMW-Motor

Ein Ford Transit ist geräumig und robust. Schnell wird er erst mit einem dicken BMW-Diesel unter der kurzen Haube.

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BMW-Motor M57 in einem Ford Transit, fotografiert von oben.
Nach dem Umbau sieht der BMW-Motor aus, als ob er schon immer im Ford Transit gewohnt hätte. Foto: WPD Customs via Facebook
BMW-Motor M57 in einem Ford Transit, fotografiert von oben.
Im Ford-Konfigurator ist der Transit nie über die 200 PS (147 kW) hinausgekommen. Bei WPD Customs fängt der Spaß bei 218 PS (160 kW) erst an. Auf Wunsch stehen bis zu 400 PS (294 kW) bereit. Foto: WPD Customs via Facebook

WPD Customs pflanzt dem Ford Transit bis zu 400 PS ein

Vans und Kleinbusse sind für viele Nutzer:innen einfach die besten Autos. Sie holen das letzte Quäntchen Laderaum aus ihrem Format, sind umzugs- und familienfreundlich und können sogar als rollendes Hotelzimmer herhalten. Fahrdynamisch erquicklich sind sie allerdings nicht. Unter der kurzen Haube steckt meist ein robuster, aber drehunwilliger Diesel. Der hoch platzierte Schwerpunkt und der Luftwiderstand eines Mittelgebirges vereiteln Fahrspaß im Ansatz. Hier kommt WPD Customs ins Spiel. Die Tuningschmiede aus dem nordenglischen Scarborough macht müden Ford Transit schnelle Beine. Und zwar mit einer Radikalkur.

Wer sich aufgrund von Leistungsmangel an die britischen Tuner wendet und einen Ford Transit mit Baujahr zwischen 2006 und 2014 mitbringt, wird ihn nach dem Umbau zunächst sofort wiedererkennen, denn die PS-Transplanteure halten sich nicht mit Verschönerungsmaßnahmen auf. Beim Drehen des Zündschlüssels aber zeigt der Ford sein grundlegend verändertes Wesen. Unter die Kurzhaube pflanzt WPD Customs einen BMW-Sechszylinder, der sich als robust und drehmomentstark erwiesen hat und noch Leistungsreserven in petto hat. Der M57 genannte Selbstzünder mit gusseisernem Block hat in den 2000er-Jahren fast die gesamte BMW-Modellpalette in sprintstarke und doch sparsame Kilometerdrescher verwandelt. 

Sabine Schmitz bei der Nürburgring Van Challenge im Ford Transit (Video)

Das Van-Tuning ist gar nicht so teuer, aber hierzulande illegal

Bei WPD Customs ersetzt der bayrische Reihensechser die Vier- und Fünfzylinder des Transit. Im Serienzustand wirft der Langhuber 218 PS (160 kW) und 500 Nm Drehmoment raus. Bei Bedarf steigern die Engländer:innen die Leistung aber auf bis zu 400 PS (294 kW). Und das mit nahezu religiösem Eifer. Ganz freiwillig will der Dreiliter-Sechser nämlich nicht unter die Haube rutschen. Mit einer speziell angefertigten Adapterplatte (518 Euro) und einem angepassten Hilfsrahmen funktioniert die Organspende aber, und zwar je nach Wunsch mit Automatikgetriebe oder manueller Schaltbox. Nebenbei hält WPD Customs eine ganze Palette an hilfreichen Teilen parat, wie etwa eine verstärkte Kupplung (863 Euro) oder ein einteiliges Schwungrad (1900 Euro) (alle Preise von Pfund in Euro umgerechnet, Stand: Mai 2026).

Um den BMW-Motor kümmern sich ein separates Steuergerät und ein getrennter Kabelbaum. Die thermische Gesundheit des Ensembles wird von einem größeren Kühler gesichert. Auf Wunsch untermalt ein Edelstahl-Auspuff den sämigen Sound des Sechszylinders mit einer Extraportion Dezibel, die er genretypisch seitlich vor dem Hinterreifen auswirft. WPD Customs protzt nicht mit außergewöhnlichen Beschleunigungswerten, aber ein bisschen Ballast auf der angetriebenen Hinterachse kann bei der Gesundheit des bayrischen Büffels nicht schaden. Und allein der Klang des Reihenmotors versöhnt mit der nach wie vor unsportlichen Sitzposition.

Eine Allgemeine Betriebserlaubnis hat WPD Customs für die tollen Teile leider nicht anzubieten. Somit dürfte der Eiltransporter hierzulande allein auf Privatgrundstücken oder für Renneinsätze zum Einsatz kommen. Die unvergessene Sabine Schmitz wäre auf der Nürburgring-Nordschleife mit diesem Transit sicherlich deutlich unter den 10:08 min geblieben, die sie 2005 mit einem serienmäßigen Ford erreicht hat.

Quellen