Laderaum statt Hubraum: Ford Transit ST mit 350 PS
Eigentlich ist der Ford Transit sportlicher Ambitionen unverdächtig. Dieser getunte Eiltransporter ist die Ausnahme von der Regel, denn er verbläst auf dem Nürburgring sogar ausgewachsene Sportwagen.
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Ein kleiner britischer Tuner adelt den Ford Transit zum "Transit ST"
Spätestens seit Sabine Schmitz‘ denkwürdiger Nordschleifen-Runde im Ford Transit haben auch Transporter auf dem Nürburgring ihre Daseinsberechtigung. Konzeptbedingt sind sie allerdings selten unter den Ringrekordhaltern zu finden. Hubraum ist in den langen Steigungen des Rings eben nützlicher als Laderaum. Dieser Ford Transit aus der kleinen englischen Tuningschmiede GM Automotive hat allerdings das Zeug zu mehr: Von außen betrachtet kommt der weiße Transit daher wie das Servicefahrzeug eines Reifenhändlers. Nur die geringe Bodenfreiheit und die Zehnspeichen-Felgen vereiteln die perfekte Tarnung.
Unter der Haube werden auch nur ausgewiesene Expert:innen schlauer. Der Ecoboost-Vierzylinder, einem Ford Fiesta ST der siebten Generation entnommen, macht kein Aufheben um seine sportliche Natur. Allein das Druckrohr lässt auf einen vergrößerten Turbolader schließen, der dem Transit neues Leben einhaucht. Der 1,6-l-Motor soll so statt der serienmäßigen 200 PS (147 kW) nun 350 PS (257 kW) und 468 Nm Drehmoment entwickeln. Ein sattes Plus, das dank größerer Kühler auch bei Time Attack-Runden nicht zur Überhitzung führt. Zumindest ist es dem erfahrenen Ringfluencer Misha Charoudin (siehe Video) bei einer Proberunde auf dem Nürburgring nicht gelungen, das Thermometer in den roten Bereich zu treiben.
Auf der Nordschleife verbläst der Eiltransporter ausgewachsene Sportwagen (Video)
Der Ford Transit ST soll für Rundenzeiten unter acht Minuten gut sein
Rote Köpfe dürfte es hingegen in den Wagen gegeben haben, die der Eiltransporter in der grünen Hölle verblasen hat. Gleich im Akkord überholte Charoudin bei den Nürburgring-Touristenfahrten BMW 3er, die sich wohl für schnell hielten und keck die linke Fahrbahnseite blockierten. Auch eine Toyota Supra und sogar ein 911er hielten sich nicht im großen Windschatten des Raummobils. Laut Charoudin ist der Transit ST für Rundenzeiten deutlich unter acht Minuten geeignet. In dieser Liga fahren eigentlich kompetente Sportwagen oder noch heißer gemachte Hot Hatches vom Schlage eines VW Golf R, Honda Civic Type R oder Renault Mégane RS.
Dabei lobt der Ring-Experte das Handling des Transits, den Grip der 17-zölligen Yokohama A052 Pro Comp S1 und das ausgewogene Build. Dank integriertem Käfig hält die Karosse auch dem wildgewordenen Ecoboost-Motor stand. Selbst die hintere Starrachse verliert auf der teils hoppeligen Nordschleife weder Haltung noch Haftung. Ganz so schnell wie der Ford Transit SuperVan, der im August 2025 eine Rundenzeit von 6:48,393 min in den Eifel-Asphalt brannte, ist er zwar nicht. Im Gegensatz zu dem 1030 kW (1400 PS) starken, elektrogetriebenen Einzelstück aus der Ford-Sportabteilung ist der britische Ford Transit ST allerdings alltagstauglich und ladefreundlich.


















