Vorstellung

Laderaum statt Hubraum: Ford Transit ST mit 350 PS

Eigentlich ist der Ford Transit sportlicher Ambitionen unverdächtig. Dieser getunte Eiltransporter ist die Ausnahme von der Regel, denn er verbläst auf dem Nürburgring sogar ausgewachsene Sportwagen.

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Ford Transit ST, fotografiert von schräg vorne.
Seit der Proberunde auf der Nordschleife wurde der Ford Transit ST noch mit einem ausladenden Frontspoiler versehen, der die Tarnung als Reifenservice-Lieferwagen auffliegen lässt. Foto: GM Automotive
Ford Transit ST, fotografiert von schräg hinten.
Ansonsten lassen nur die geringe Bodenfreiheit und die weißen 17-Zöller die sportliche Veranlagung des Transits erahnen. Foto: Misha Charoudin via youtube
Motor des Ford Transit ST.
Der 1,6-l-Turbomotor ist einem Ford Fiesta ST entlehnt. Mit einem größeren Turbo kommt er hier auf 350 PS (257 kW). Foto: Misha Charoudin via youtube
17-Zoll-Rad eines Ford Transit ST.
Die 17-Zoll-Felgen sind mit griffigen Yokohama A052Pro Comp S1 bestückt. Foto: Misha Charoudin via youtube
Cockpit des Ford Transit ST mit Blick auf den Schalthebel.
Auch das Armaturenbrett stammt aus dem Fiesta. Der Schalthebel und die Schalensitze aber nicht. Foto: Misha Charoudin via youtube
Collage aus Ansichten von der Touristenfahrt auf dem Nürburgring mit Ford Transit ST: Tacho im Detail, zwei Personen im Cockpit und Blick aus dem Fahrzeug nach vorne auf die Strecke.
Auf der Nordschleife schnupft der Ford Transit ST unter den fachkundigen Händen von Misha Charoudin reihenweise sportliche Autos auf, die sich für schnell halten. Foto: Misha Charoudin via youtube

Ein kleiner britischer Tuner adelt den Ford Transit zum "Transit ST"

Spätestens seit Sabine Schmitz‘ denkwürdiger Nordschleifen-Runde im Ford Transit haben auch Transporter auf dem Nürburgring ihre Daseinsberechtigung. Konzeptbedingt sind sie allerdings selten unter den Ringrekordhaltern zu finden. Hubraum ist in den langen Steigungen des Rings eben nützlicher als Laderaum. Dieser Ford Transit aus der kleinen englischen Tuningschmiede GM Automotive hat allerdings das Zeug zu mehr: Von außen betrachtet kommt der weiße Transit daher wie das Servicefahrzeug eines Reifenhändlers. Nur die geringe Bodenfreiheit und die Zehnspeichen-Felgen vereiteln die perfekte Tarnung.

Unter der Haube werden auch nur ausgewiesene Expert:innen schlauer. Der Ecoboost-Vierzylinder, einem Ford Fiesta ST der siebten Generation entnommen, macht kein Aufheben um seine sportliche Natur. Allein das Druckrohr lässt auf einen vergrößerten Turbolader schließen, der dem Transit neues Leben einhaucht. Der 1,6-l-Motor soll so statt der serienmäßigen 200 PS (147 kW) nun 350 PS (257 kW) und 468 Nm Drehmoment entwickeln. Ein sattes Plus, das dank größerer Kühler auch bei Time Attack-Runden nicht zur Überhitzung führt. Zumindest ist es dem erfahrenen Ringfluencer Misha Charoudin (siehe Video) bei einer Proberunde auf dem Nürburgring nicht gelungen, das Thermometer in den roten Bereich zu treiben.

Auf der Nordschleife verbläst der Eiltransporter ausgewachsene Sportwagen (Video)

Der Ford Transit ST soll für Rundenzeiten unter acht Minuten gut sein

Rote Köpfe dürfte es hingegen in den Wagen gegeben haben, die der Eiltransporter in der grünen Hölle verblasen hat. Gleich im Akkord überholte Charoudin bei den Nürburgring-Touristenfahrten BMW 3er, die sich wohl für schnell hielten und keck die linke Fahrbahnseite blockierten. Auch eine Toyota Supra und sogar ein 911er hielten sich nicht im großen Windschatten des Raummobils. Laut Charoudin ist der Transit ST für Rundenzeiten deutlich unter acht Minuten geeignet. In dieser Liga fahren eigentlich kompetente Sportwagen oder noch heißer gemachte Hot Hatches vom Schlage eines VW Golf R, Honda Civic Type R oder Renault Mégane RS.

Dabei lobt der Ring-Experte das Handling des Transits, den Grip der 17-zölligen Yokohama A052 Pro Comp S1 und das ausgewogene Build. Dank integriertem Käfig hält die Karosse auch dem wildgewordenen Ecoboost-Motor stand. Selbst die hintere Starrachse verliert auf der teils hoppeligen Nordschleife weder Haltung noch Haftung. Ganz so schnell wie der Ford Transit SuperVan, der im August 2025 eine Rundenzeit von 6:48,393 min in den Eifel-Asphalt brannte, ist er zwar nicht. Im Gegensatz zu dem 1030 kW (1400 PS) starken, elektrogetriebenen Einzelstück aus der Ford-Sportabteilung ist der britische Ford Transit ST allerdings alltagstauglich und ladefreundlich.