Getunter Ford mit 600 PS: Der Fiesta RS, den es nie gab

Ford hat sich nie getraut, einen Ford Fiesta RS zu bauen. Ein leistungshungriger Brite mit Humor und handwerklichem Geschick hat das nun nachgeholt. Das Ergebnis: Fünfzylinder, Allrad und 600 PS!

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Ford Fiesta RS vor einem Hangar, fotografiert von schräg vorne.
Ford Fiesta RS mit 600 PS Foto: Motor Addicts via Youtube

Ohne den (Fake-)Ansaugschnorchel auf dem Dach ginge der zum "Fiesta RS" geadelte Ford fast als Serienmodell durch.

Ford Fiesta RS vor einem Flugfeld, fotografiert von der Seite:
Ford Fiesta RS mit 600 PS Foto: Motor Addicts via Youtube

Im Profil wirkt der Fiesta RS beinahe schon hochbeinig.

Ford Fiesta RS vor einem Flugfeld, fotografiert von hinten.
Ford Fiesta RS mit 600 PS Foto: Motor Addicts via Youtube

Die halbnackten Hinterräder des Fiesta RS hätten Prüforganisationen hierzulande im Ansatz unterbunden.

Ford Fiesta RS vor einem Hangar, fotografiert von vorne.
Ford Fiesta RS mit 600 PS Foto: Motor Addicts via Youtube

Die extrem erweiterte Spur erforderte Kotflügelverbreiterungen.

Logo auf der Heckklappe eines Ford Fiesta RS, fotografiert von hinten.
Ford Fiesta RS mit 600 PS Foto: Motor Addicts via Youtube

In seinem langen Leben trug der Fiesta offiziell weder ein RS-Logo noch angetriebene Hinterräder mit sich herum. Das hat sich jetzt geändert.

Großaufnahme eines Rads eines Ford Fiesta RS.
Ford Fiesta RS mit 600 PS Foto: Motor Addicts via Youtube

Die schwarzen Felgen könnten direkt vom Fiesta WRC stammen, mit dem Sebastien Loeb 2017 die Rallyeweltmeisterschaft errungen hat.

Fünfzylinder-Motor in einem Ford Fiesta RS, fotografiert von schräg vorne.
Ford Fiesta RS mit 600 PS Foto: Motor Addicts via Youtube

Mit einem Schuhlöffel und viel Vaseline hat Mark Williams den ursprünglich von Volvo stammenden Fünfzylinder unter die Haube gesteckt und sogar noch Platz für einen riesigen Garrett-Turbo gefunden.

Tank und Starterbatterie im Kofferraumboden eines Ford Fiesta RS, fotografiert von schräg hinten.
Ford Fiesta RS mit 600 PS Foto: Motor Addicts via Youtube

Selbst der in den Kofferraumboden verlegte Tank ist liebevoll angerichtet und schön anzuschauen.

Der siebte Abkömmling der Fiesta-Dynastie, gebaut von 2008 bis 2017, war ein gutes Auto und ein Millionenseller. Ein Leistungsprotz war der Fiesta Mk7 nicht: Bei spätestens 215 PS (158 kW) lief der Konfigurator in den Begrenzer. Einen heiß ersehnten Fiesta RS, auch von uns herbeigeschworen, hat es nie gegeben. Das hat einen Briten so nachhaltig geärgert, dass er kurzerhand Abhilfe geschaffen hat. Und zwar radikaler, als es die Ford-eigene Sportabteilung zu träumen gewagt hätte. Dabei kamen fast nur Serienteile zum Einsatz, von diversen Marken, die Mark Williams aber zu einem neuen, einzigartigen Gesamtkunstwerk zusammengefügt hat.
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Unsere Mitfahrt im einzigartigen Ford Focus RS Turnier (Video):

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Video: AUTO ZEITUNG

Fünf Zylinder, 600 PS, Allradantrieb: Dieser Fiesta ist wie kein anderer

Auf dem Motor etwa prangt ein Logo von Ford. Der Fünfzylinder stammt aber eigentlich von Volvo und wurde von den Amerikanern für den heute gesuchten Focus RS Mk2 der Baujahre 2009 bis 2011 ausgeliehen. Unter der Haube des Kölner Kompakten brachte es der 2,5-Liter mit der rauchigen Stimme auf 305 PS (224 kW). Das Sondermodell RS500 ließ sogar 350 PS (257 kW) auf die Vorderräder los. Für den gedrungenen Williams war das nicht genug. Mit einem fußballgroßen Turbo von Garrett bestückt, wuchtet das Triebwerk jetzt 600 PS (441 kW) auf die Kurbelwelle. Da dies die Vorderreifen in kürzester Zeit verqualmen ließe, hat der Schrauber einen zweiten Antriebsstrang nach hinten verlegt. Im Allradmodus sorgt das für optimale Traktion. Man kann aber auch 100 % der wahnwitzigen Leistung allein auf die Hinterräder übertragen.

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Das Getriebe des Fiesta RS wurde auch einem Volvo entlehnt, dem XC90, während das Heckdifferential von einem Ford Kuga stammt. Der dafür benötigte Bauraum erforderte den Umzug des Tanks in den Kofferraumboden, der auch die Starterbatterie aufnimmt und so für eine bessere Gewichtsverteilung sorgt. Das sind alles mehr als kosmetische Bauarbeiten, die hierzulande von einer Prüforganisation im Ansatz unterbunden worden wären. Williams hat sie akribisch und detailversessen umgesetzt. Selbst der Ersatztank ist sehr schön anzuschauen. Der Innenraum entspricht abgesehen von den Vordersitzen eines Focus RS beinahe dem Original.

Der Ford Fiesta RS von Mark Williams (Video):

Der Fiesta RS ist aus dem Leim gegangen

Rein äußerlich ginge der Fiesta RS ebenfalls fast als Serienmodell durch, wenn er denn nicht so aus dem Leim gegangen wäre. In der Tat, die engen Platzverhältnisse im Motorraum und die fahrdynamischen Ansprüche Williams' erforderten eine deutlich breitere Spur. Der Fiesta RS ist folglich so dick geraten wie der Gymkhana-Fiesta des seligen Ken Block. Durch den tiefblauen Lack macht er aber nicht gleich die Hühner scheu.

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Lufthutzen in der Motorhaube verbessern die Wärmeabfuhr. Der (Fake-)Ansaugschnorchel auf dem Dach ist das einzig Krawallschachtelige an der blauen Kiste, die so schnell ist, wie sie aussieht. Selbst auf nasser Startbahn vergehen nur 4,7 s, bis man vom Stand auf Landstraßentempo beschleunigt hat. Untermalt wird der Vorgang vom sprotzenden Fünfzylinder und rotzendem Wastegate. Noch viel eindrucksvoller: Nur 6,5 s später stehen bereits 200 km/h auf dem Tacho. Und der sonst so diskrete Mark Williams hat ein breites Lächeln im Gesicht.