Vergleichstest

Fiat Grande Panda: Elektro und Verbrenner im Vergleichstest

Mit dem Fiat Grande Panda kombiniert die Stellantis-Marke den Geist des Ur-Pandas aus den 1980er-Jahren mit elektrifizierten Antrieben der Neuzeit. Die Elektrovariante und der Mildhybrid im Vergleichstest!

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Fiat Grand Panda Elektro und Hybrid fahren nebeneinander auf einer Landstraße,. von vorne fotografiert.
Auf den ersten Blick vielleicht identisch, aber mit komplett anderem Antriebskonzept: der vollelektrische Grande Panda (links) und sein Mildhybrid-Bruder. Aber welcher ist besser? Foto: Daniela Loof
Das Cockpit des Fiat Grande Panda Elektro.
Aufgeräumtes Cockpit mit physischen Tasten ... Foto: Daniela Loof
Das Cockpit des Fiat Grande Panda Hybrid.
... in beiden Pandas. Die Fahreransicht fällt praktisch identisch aus. Foto: Daniela Loof
Die vorderen Sitze des Fiat Grande Panda Elektro.
Höheneinstellbare Vordersitze in der Top-Ausstattung (5000 Euro). Foto: Daniela Loof
Ein Mann sitzt im Fond des Fiat Grande Panda Elektro.
Fünf reguläre Sitzplätze im Fond. Foto: Daniela Loof
Der Kofferraum des Fiat Grande Panda Elektro mit teilweise umgeklappter Rücksitzback.
Nach Umklappen der asymmetrisch geteilten Rückbank bleibt eine Stufe. Foto: Daniela Loof
Blick unter die Motorhaube des Fiat Grande Panda Elektro.
Der Elektro-Panda greift auf eine Leistung 83 kW (113 PS) und eine Batterie mit 43,8 kWh Nettokapazität zurück. Foto: Daniela Loof
Blick unter die Motorhaube des Fiat Grande Panda Hybrid.
Beim Mildhybrid erhält der 74 kW (101 PS) starke Dreizylinder-Turbobenziner Unterstützung durch einen im Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe integrierten E-Motor mit 21 kW (29 PS). Foto: Daniela Loof
Fiat Grande Panda Elektro und Grande Panda Hybrid stehen nebeneinander, von hinten fotografiert.
Die unverwechselbare Formensprache macht den Fiat Grande Panda auch in der Heckansicht zum Hingucker. Foto: Daniela Loof

Im Vergleichstest: Fiat Grande Panda als Elektro und Hybrid

Quadratisch, praktisch, frech: Der von 1980 bis 2003 produ­zierte Fiat Panda der ersten Generation zählt mit mehr als vier Millionen verkauften Ex­emplaren zu den erfolgreichsten Modellen der Marke. Kein Wun­der, bot „die tolle Kiste“ für kleines Geld doch eine gehörige Portion Charme und pfiffige Detaillösun­gen. Den Geist des Ur-Modells lässt Stellantis mit dem Fiat Grande Panda wieder aufleben – hier im Vergleichstest der Hybrid- und Elektrovarianten.

Als knapp vier Meter langes City-SUV hat er in der Größe zwar deutlich zugelegt, seine kantige Formensprache und zahlreiche Designzitate schlagen aber eine eindeutige Brücke zu seinem Vor-Vor-Vorgänger. „Vor-Vor“, wird der alte Fiat Panda doch als Fiat Pandina weitergebaut und angeboten.

Der Fiat Grande Panda im Fahrbericht (Video)

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Antriebe auf Augenhöhe

Neben einem im Spätsommer 2025 nachgeschobenen konventio­nellen Benziner steht der Fiat Grande Panda mit Mildhybrid- sowie reinem Elektroantrieb zur Wahl. Bei ersterem erhält ein 74 kW (101 PS) starker Dreizylinder-Turbo­benziner Unterstützung durch einen im Sechsgang-Doppelkupp­lungsgetriebe integrierten elektrischen Motor mit 21 kW (29 PS). Der Grande Panda Hybrid verfügt damit über eine Systemleistung von 81 kW (110 PS).

Mit 93 kW (113 PS) präsentiert sich der Grande Panda Elektro leis­tungsmäßig auf gleichem Niveau. Und das spiegelt sich auch in den Fahrleistungen wider: Den Standardsprint auf Landstraßentempo absolvieren beide mit 11,0 (Elektro) respektive 11,2 s (Hybrid) fast gleich schnell. Bei der Höchstgeschwindigkeit hat der Hybrid-Panda mit 160 km/h aber deutlich die Nase vor seinem elektrischen Pendant, das maxi­mal 132 km/h erreicht.

Grande Panda Elektro mit besserem Fahrkomfort

Dafür punktet das Elektromodell im Vergleichstest mit dem deutlich besseren Fahr­komfort. Neben der Ruhe an Bord lässt sich der 1,4 t schwere Fiat Grande Panda Elektro von Fahr­bahnunebenheit deutlich wenige aus der Ruhe bringen als der 200 kg leichtere Hybrid. Das steifbeinige Federungsverhalten schmälert ebenso wie das teils unharmonische Zusammenspiel zwischen Verbrenner und E-Mo­tor das Wohlbefinden an Bord.

Hybrid bietet vielfaches an Reichweite

Wenn man auch Abstriche beim Komfort machen muss, erweist sich der Hybrid-An­trieb als erfreulich sparsam. 5,5 l Super auf 100 km fließen auf der standardisierten AUTO ZEITUNG-Verbrauchs-Testrunde durch das Einspritzsystem. In Kombination mit dem 44 l großen Kraftstofftank ergibt sich daraus eine Reichweite von üppi­gen 862 km.

Bei einem Testverbrauch von 19,9 kWh muss der Fiat Grande Panda Elek­tro allerspätestens nach nur maximal 220 km an eine Stromquelle. Immerhin geht das Auffüllen der 43,8 kWh großen Antriebsbatterie aber dank einer Ladeleistung von bis zu 100 kW an Gleichstrom-Schnellladern ver­gleichsweise zügig. Für das Laden von 20 auf 80 Prozent verstreichen laut Fiat 27 min.

Eine Einschränkung hält der E-Panda auch beim Kofferraum be­reit: Mit 361 bis 1315 l fasst sein Gepäckabteil 51 l weniger als das des Grande Panda Hybrid (412 bis 1366 l).

Fazit

Von seiner Charak­teristik her harmoniert der Elektromotor besser mit dem Fiat Grande Panda als der recht ruppig arbeitende Mildhybrid-Antrieb. Vor allem für den Einsatz in der Stadt konzipiert, fällt die elek­trische Reichweite von nur knapp über 200 km zudem nicht allzu störend ins Gewicht. Der Aufpreis von 5000 Euro und der deutlich höhere Wertverlust hingegen schon – den Vergleich gewinnt er als besseres Gesamtpaket trotzdem.

Technische Daten & Kosten von Fiat Grande Panda Hybrid & Elektro

AUTO ZEITUNG 26/2025

Fiat Grande Panda 1.2 eDCT

Fiat Grande Panda Elektro

Technik

Motor

3-Zylinder, 4-Ventiler, Turbo, 48-V-Mild-Hybrid

permanenterregte Synchronmaschine

Hubraum

1199 cm³

Leistung bei

81 kW / 110 PS, 5500 /min

83 kW / 113 PS

Max. Drehmoment

205 Nm

122 Nm

Batterie

Lithium-Ionen

Lithium-Ionen

Spannung / Kapazität netto

400 V / 43,8 kWh

Max. Ladeleistung AC / DC ¹

11 kW / 100 kW

Getriebe / Antrieb

6-Gang, Doppelkupplung / Vorderrad

Konstantübersetzung, Vorderrad

Fahrwerk

vorn: McPherson-Federbeine, Querlenker Stabilisator; hinten: Verbundlenkerachse, Federn, Dämpfer, Stabilisator; ESP

vorn: McPherson-Federbeine, Querlenker Stabilisator; hinten: Verbundlenkerachse, Federn, Dämpfer, Stabilisator; ESP

Bremsen

vorn: Scheiben; hinten: Trommel; ABS, Bremsassistent

rundum: Scheiben; ABS, Bremsassistent

Serienbereifung

rundum: 205/60 R 16

rundum: 205/60 R 16

Testbereifung

rundum: 205/55 R 17

rundum: 205/55 R 17

L/B/H; Radstand

3999 / 1763 / 1629; 2540 mm

3999 / 1763 / 1619; 2540 mm

Kofferraumvolumen

412 – 1366 l

361 – 1315 l

¹ AC: Wechselstrom (z.B. Wallbox), DC: Gleichstrom (Schnellladesäule)

Gewichte ²

Leergewicht

1240 kg

1440 kg

Zul. Gesamtgewicht/Zuladung

1775 / 535 kg

1985 / 545 kg

Anhängelast gebr./ungebr.

600 / 600 kg

550 / 550 kg

Fahrleistungen ²

0 - 100 km/h

11,2 s

11,0 s

Höchstgeschwindigkeit

160 km/h

132 km/h

² Werksangaben

Verbräuche

WLTP-Verbrauch

5,1 l S/100 km

16,8 kWh / 100 km

Reichweite (WLTP)

862 km

320 km

Testverbrauch

5,5 l S/100 km

19,9 kWh/100 km

CO2 (lt. Test / WLTP)

130 / 116 g/km

72 / 0 g/km

Reichweite (Test)

800 km

220 km

Kosten ³

Grundpreis

19.990 €

24.990 €

Werkstattkosten ⁴

k. A.

(288 / 511 €) 

Wertverlust 

2444 / 2854 €

3411 / 3867 €

HP / VK Typklassen

17 / 24

15 / 24

HP Kosten ³

628 / 797 €

569 / 690 €

VK Kosten ³

780 / 979 €

765 / 970 €

Steuer

66 €

0 €

Kraftstoffkosten 

996 / 1992 €

995 / 1990 €

Gesamtkosten ⁷

2470 € / 3834 €

2329 € / 3650 €

Gesamtkost. inkl. Wertverlust ⁷

4914 € / 6688 €

5740 € / 7517 €

Kosten pro Kilometer ³

0,25 / 0,19 €;

0,49 / 0,33 € inkl. Wertv.

0,23 / 0,18 €;

0,57 / 0,38 € inkl. Wertv.

³ pro Jahr bei 10.000/20.000 km Laufleistung bei vierjähriger Nutzung; Wartungskosten pro Jahr einschl. üblicher Verschleißteile ohne Reifen, ermittelt durch den ADAC; ermittelt durch die Deutsche Automobil Treuhand (DAT); Preisgrundlage: Strom: 0,50 €/kWh, Benzin: 1,81 €/l; Werkstattkosten fließen nicht in die Berechnung ein, da die Daten für den Panda Grande Hybrid noch nicht vorliegen