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Was kann E20-Benzin und wer darf es tanken?

E20 soll 2027 eingeführt werden und die Treibhausemissionen von Benzinern senken. Aber was kann der Treibstoff genau und wer darf ihn tanken? Wir geben die Antworten!

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Arm und Hand an einer E20-Zapfpistole, fotografiert von hinten.
Noch ist der Kraftstoff E20 nicht frei verkäuflich. Das soll sich 2027 aber ändern. Foto: Imago

Was ist E20 genau?

E20, auch Super E20 genannt, bezeichnet einen Kraftstoff für Ottomotoren, der aus Benzin mit bis zu 20 Prozent Ethanol-Anteil besteht. Das „E“ steht für Ethanol, die Zahl gibt den höchstmöglichen Volumenanteil von Ethanol im Gemisch an. Ethanol ist ein Alkohol, der meist aus pflanzlichen Rohstoffen, etwa Zuckerrohr, Mais, Getreide oder Zellulose, gewonnen wird. Er ist bereits bis zu einem Zehntel in E10 beigemischt. In E85 beträgt der Ethanol-Anteil entsprechend bis zu 85 Prozent.

Erklärung im Video: So setzt sich der Spritpreis zusammen

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Video: AUTO ZEITUNG

Welche Vorteile hat E20?

Durch den Einsatz von E20 werden die Kohlendioxid-Emissionen, die für die Aufheizung der Erdatmosphäre mitverantwortlich sind, im Vergleich zu Benzin fossilen Ursprungs gesenkt, da die genutzten Pflanzen bei ihrem Wachstum der Luft CO2 entzogen haben. Da Bioethanol nicht der CO2-Abgabe unterliegt, dürfte der Liter E20 zudem etwas billiger zu haben sein als E10.

Außerdem verringert E20 die Abhängigkeit von Erdöl zur Energiegewinnung und gilt wegen seiner hohen Oktanzahl von mindestens 98 als sehr klopffest, also resistent gegen ungesteuerte Selbstentzündung.

Welche Nachteile hat E20?

Nicht jeder Motor verträgt höhere Ethanol-Anteile. E20 ist korrosiv und kann deshalb zu Problemen im Kraftstoffsystem bei Fahrzeugen führen, die nicht dafür ausgelegt sind, bis hin zum Motorschaden. Außerdem ist der Energiegehalt von E20 geringfügig niedriger als der von reinem Benzin. Daher erhöht sich der Verbrauch leicht.

Wann wird E20 offiziell eingeführt?

Ein genauer Termin für die Einführung von E20 ist derzeit (Stand: März 2026) nicht festgelegt. E20 Super dürfte in Deutschland aber frühestens 2027 flächendeckend verfügbar sein. Derzeit laufen noch Normierungsverfahren auf europäischer Ebene, um die Verträglichkeit des Kraftstoffs in der gesamten Europäischen Union zu garantieren. Dabei geht es konkret um die Norm EN 228, in der die Zusammensetzung frei verkäuflicher Kraftstoffe verbindlich geregelt wird.

Welche Autos können E20 tanken?

Viele Autos mit Benzinmotor ab dem Baujahr 2016 verfügen bereits über Herstellerfreigaben. Zu erkennen sind sie zumeist am E20-Symbol in der Tankdeckelklappe. Auch in der Bedienungsanleitung muss dieses Symbol vorhanden sein. Bei Unklarheit hilft eine Anfrage beim Hersteller oder einer Vertragswerkstatt. Autos, die nicht für E10 ausgelegt sind, dürfen auf keinen Fall mit E20 betrieben werden.

Ist E20 wirklich umweltfreundlicher als andere Benzinsorten?

Ob E20 wirklich umweltfreundlicher ist als klassisches Benzin oder E10 ist Gegenstand einer Debatte. Rein rechnerisch sinken durch den „Biokraftstoff“ Ethanol zwar die Treibhausemissionen kompatibler Benziner. Es ist also zumindest klimafreundlicher. Der Effekt ist allerdings gering und geht mit der Umwidmung landwirtschaftlicher Flächen einher, die nicht mehr zur Herstellung von Lebensmitteln für Mensch und Tier genutzt werden. Wegen des Mangels an Ackerland muss Deutschland bereits jetzt große Mengen an Bioethanol importieren.

Quellen