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E-Auto-Akkus: Schnellere Alterung ab 90.000 km

Wie gut sind die Akkus von gebrauchten E-Autos? Eine gemeinsame Analyse von Carly und TÜV NORD liefert nun belastbare Zahlen. Auf Basis von rund 50.000 Messungen zeigt sich: Die meisten Batterien sind in deutlich besserem Zustand als oft vermutet. Aber: ab 90.000 km Laufleistung ändert sich das häufig.

Symbolbild zum Thema SoH-Analyse.
Foto: AUTO ZEITUNG/KI
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Die Akkus von gebrauchten Elektroautos sind deutlich langlebiger als oft angenommen, doch mit steigender Laufleistung nimmt der Verschleiß spürbar zu. Das zeigt eine gemeinsame Analyse von Carly und TÜV NORD auf Basis von rund 50.000 State-of-Health-(SoH)-Messungen bei Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeugen verschiedener Marken.

Die ersten 500 km im BMW iX3 (2025) (Video)

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Video: AUTO ZEITUNG

SoH im Marken-Vergleich: Größere Unterschiede bei älteren Modellen

Deutliche Unterschiede beim SoH zeigen sich vor allem bei älteren Baujahren. Die Untersuchung ergab Werte für Modelle des Baujahres 2015 von Hyundai, Kia, Mercedes, Smart, Mini und BMW (Gruppe 1) zwischen 80 und über 95 Punkten, während VW, Skoda, Citroën, Peugeot, Tesla und Renault (Gruppe 2) bei unter 80 Punkten liegen. Daraus ergeben sich je nach Fahrzeugalter Differenzen von bis zu zehn SoH-Punkten.

Auch bei Modellen mit Baujahr 2018 ist der Unterschied noch deutlich: Hier liegen alle Modelle der ersten Gruppe zwischen 90 und 95 Punkten, während die zweite Gruppe zwischen 85 und 90 Punkten liegt.

Mit neueren Modellen nimmt diese Spreizung immer weiter ab: Aktuelle Fahrzeuge bewegen sich markenübergreifend meist im Bereich von 97 bis 100 Punkten und zeigen ein insgesamt homogeneres Batterieniveau. Die jährliche Laufleistung ist dabei zwischen den Marken vergleichbar und hat keinen maßgeblichen Einfluss auf die Ergebnisse.

Analyse des SoH: Deutlicher Verschleiß ab 90.000 km

Ein Diagramm zum Verschleiß von E-Auto-Akkus.
Foto: Carly

Ab einer Laufleistung von rund 90.000 km zeigt sich laut Analyse allerdings ein deutlicher Wendepunkt beim Batteriezustand von Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeugen.

Während die Degradation zuvor vergleichsweise moderat verläuft und im Schnitt nur etwa 0,7 SoH-Punkte pro 10.000 km beträgt, steigt der Verschleiß danach spürbar an. Ab diesem Schwellenwert sinkt der SoH-Wert im Durchschnitt um rund 2,3 Punkte je 10.000 km.

Dieser Effekt tritt insbesondere bei neueren Fahrzeugen auf, die den Großteil der Datengrundlage bilden, und markiert einen klaren Kipppunkt in der Alterung der Batterie, der sich direkt auf Leistungsfähigkeit, Reichweite und potenziell auch auf den Wiederverkaufswert auswirken kann.

Angesichts eines wachsenden, aber noch unsicheren Gebrauchtwagenmarkts gewinnt der Batteriezustand damit stark an Bedeutung. „Objektive SoH-Daten machen den Batteriezustand erstmals nachvollziehbar und vergleichbar“, sagt Hartmut Abel, CEO von TÜV NORD Mobilität. Auch Carly-CEO Avid Avini betont: „SoH-Daten schaffen eine verlässliche Grundlage für Preisbildung und Kaufentscheidungen.“

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Fazit

Die Analyse zeigt: Elektroauto-Batterien sind langlebiger als ihr Ruf, doch Laufleistung und Baujahr spielen eine entscheidende Rolle. Mit standardisierten SoH-Daten könnte sich der Batteriezustand künftig als zentraler Qualitätsindikator im E-Auto-Gebrauchtwagenmarkt etablieren und damit für mehr Transparenz und Vertrauen sorgen.

Quellen

  • Carly

  • TÜV Nord