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60 Jahre Dacia: Vom sozialistischen Mobilmacher zum Welterfolg

Dacia feiert 2026 sein 60-jähriges Jubiläum und blickt auf eine bewegte Historie mit einer Konstanten: dem Renault-Rhombos. Wir gratulieren und schauen auf die wichtigsten Modelle in der Geschichte der rumänischen Marke!

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Die Collage zeigt den Dacia Striker und den Dacia 1300 statisch vor blauem Hintergrund in einer Studioumgebung.
Eines blieb in sechs Jahrzehnten erhalten: die Nähe zu Renault. Während der Stiker mit eigener Identität auf Plattformen und Technik der Renault Group zurückgreift, war der Dacia 1300 (rechts) lediglich ein Lizenzbau des Renault 12. Foto: Dacia/Collage: AUTO ZEITUNG (mit KI bearbeitet)
Das rumänische Dacia-Stammwerks Mioveni aus der Luft fotografiert.
So alt wie die Marke ist auch ihr Stammwerk in Mioveni. Auch heute fungiert das Werk noch als Hauptsitz des Herstellers sowie das Werk, in dem vorrangig die margenhöheren Modelle Duster und Bigster vom Band laufen. Die europäischen Märkte werden zudem von Werken in Marokko mit Sandero und Jogger beliefert. Foto: Dacia
Die Belegschaft im Dacia-Stammwerks Mioveni feiert am 25. April 2025 das 8.000.000. aus dem rumänischen Werk, einen dunkelblauen Dacia Bigster. Vor dem Auto und der Belegschaft steht eine Skulptur der Zahl 8.000.000, über der Produktionslinie hängt ein Banner zur Feier der Dacia-Produktion in Rumänien.
Am 25. April 2025 rollte im Stammwerk das acht millionste Auto vom Band: ein Bigster in Indigo-Blau. 2,3 Mio Einheiten davon entfallen auf die Lizenzmodelle auf Basis von Renault 8 und Renault 12. Foto: Dacia
Der Dacia 1100 statisch von schräg vorne rechts.
Dacia wurde zwar 1966 gegründet, das erste Auto rollte aber erst 1968 vom Band und hieß Dacia 1100. Geplant war der Renault-8-Klon eigentlich nicht: Man wollte bereits früh den moderneren Renault 12 in Lizenz bauen, doch das Basisauto war noch nicht einmal in Frankreich fertig entwickelt. Der Heckmotor-Renault musste also als Überbrückungslösung genügen. Foto: Dacia
Die Collage zeigt vier Versionen des Dacia 1300: Limousine Berlina (oben links), Kombi Break (oben rechts), Pick-up (unten links), Facelift (unten rechts).
1969 war es endlich soweit: Als Dacia 1300 ging der Ostblock-Lizenznachbau noch vor dem Renault 12 im Westen in Produktion. Mit Frontmotor und Vorderradantrieb war er für seine Zeit sogar modern. Neben der Limousine „Berlina“ (oben links als weiterentwickelter 1310) gab es den sozialistischen Mobilmacher auch als „Break“ (oben rechts) und Pick-up (unten links). Mit einigen Facelifts (unten rechts) hielt sich das Modell bis 2004 auf dem Heimatmarkt. Foto: Dacia/Collage: AUTO ZEITUNG
Der Dacia Typ 1310 stehend.
Seit 1979, mit Ende des initialen Lizenzvertrags mit Renault, konnte Dacia die 12-Plattform eigenständiger erweitern. Ab dann sind die Modelle auch als „Typ 1310“ bekannt und an ihren Doppelscheinwerfern und später „moderneren“ Kühlermasken zu erkennen. Auch ein Coupé mit dem Beinamen „Sport“ gab es bei Dacia in den 1980ern, die Verkaufszahlen sollen aber wohl im niedrigen vierstelligen Bereich geblieben sein. Foto: Dacia
Die Collage zeigt den Dacia Logan (links) sowie seine direkten Vorgänger Dacia Nova (oben rechts) und Dacia Solenza (unten rechts).
Das Erbe des in die Jahre gekommenen 1300 sollte der Dacia Nova (oben rechts) ab 1995 antreten. Die Motoren wurden weitestgehend übernommen und geringfügig modernisiert, Design und Plattform waren nun von Frontstoßstange bis Heckspoiler „Made in Romania“. Renault übernahm 1999 die Zügel, 2003 folgte der Solenza (unten rechts) als größeres Facelift des Nova mit neuer Technik, 2004 startete dann der Dacia Logan (links) als komplette Neuentwicklung. Foto: Dacia/Collage: AUTO ZEITUNG
Die Collage zeigt einen Teil der anfänglichen Modellpalette von Dacia in Westeuropa: Logan MCV (links), Duster erste Generation (oben rechts), Sandero erste Generation (unten rechts).
Und auch in Westeuropa wurde seit 2004 langsam Fuß gefasst: Während sich die Stufenhecklimousine des Logan trotz des günstigen Preises eher schleppend verkaufte, brachte der „MCV“ getaufte Kombi (links) den Durchbruch. Mit Sandero (unten rechts) und Duster (oben rechts) konnte sich Dacia schließlich in mehreren Segmenten stark aufstellen. Foto: Dacia/Collage: AUTO ZEITUNG
Die Collage zeigt die aktuelle Modellpalette von Dacia: Striker (oben links), Duster (oben rechts), Spring (unten links), Sandero Stepway (unten rechts)
Die aktuelle Modellpalette erinnert weder an die Anfänge mit Renault-Lizenzbauten noch an den ersten Sprung nach Westeuropa mit Autos, die billig waren, aber auch so aussahen. Mit dem Striker (oben links) greift Dacia nun auch in der Kombi-Kompaktklasse an, der Duster (oben rechts) ist in seiner mittlerweile dritten Generation im Kompakt-SUV-Segment einer der europaweiten Bestseller. Mit dem Spring (unten links) zeigt Dacia, dass E-Mobilität auch günstig geht, der Dacia Sandero (unten rechts) bleibt weiterhin der günstigste Neuwagen auf dem Markt, wenngleich als „Stepway“ mit einer Portion Lifestyle garniert. Foto: Dacia/Collage: AUTO ZEITUNG

In Rumänien wünscht man sich zum Geburtstag „la mulți ani“, wörtlich übersetzt ein Glückwunsch „auf viele Jahre“. Dacia kann auf 60 davon zurückblicken: 1966 wurde die Marke als „Uzină de Autoturisme Pitești (UAP)“ gegründet, für die Vermarktung dann aber doch den einprägsameren Namen „Dacia“ gewählt – übrigens die Bezeichnung der römischen Provinz auf dem Gebiet des heutigen Rumäniens.

Das erste Auto rollte erst 1968 aus dem neu aufgebauten Werk in Mioveni vom Band. Doch der Anfang war ruppig. Zwar sicherte sich die kommunistische Regierung der Sozialistischen Republik Rumänien bereits 1966 einen Lizenzvertrag mit Renault, um das Land unabhängiger von Autoimporten zu machen, doch die Entwicklung des im Vertrag festgehaltenen Renault 12 verzögerte sich. Also ging ein Renault-8-Klon als Überbrückungslösung 1968 als Dacia 1100 an den Start.

Der Dacia 1100 statisch von schräg vorne rechts.
Foto: Dacia

1969 war es dann endlich soweit: Der deutlich modernere Dacia 1300 mit Vorderradantrieb und Frontmotor löste die Heckmotor-Limousine 1100 ab, um die Massen im Planstaat zu mobilisieren. Dacia startete sogar noch vor Renault mit der Produktion des 12. Als vergleichsweise günstiges Auto mit einfacher Technik fanden „Berlina“, „Break“ und Pick-up viele Käufer:innen im Schwarzmeerstaat.

1979 folgte ein „Facelift“, nachdem der Zehn-Jahres-Lizenzvertrag mit Renault ausgelaufen war. Ab sofort durfte Dacia tiefer eingreifen und passte den 1300 nun als 1310 an die marktspezifischen Bedürfnisse an. Sogar ein „Sport“ genanntes Coupé ging in den 1980ern an den Start, die Verkaufszahlen sollen aber wohl im niedrigen vierstelligen Bereich geblieben sein. Mit einigen kosmetischen Eingriffen hielt sich das der 1310 als Stufenheck, Kombi und Pick-up bis 2004 auf dem Heimatmarkt.

Der Dacia Bigster im Video

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Video: AUTO ZEITUNG

60 Jahre Dacia: Vom Lizenzhersteller zur erfolgreichen Renault-Tochter

Da man sich in Mioveni auch noch in den 1990er-Jahren fast ausschließlich auf den stark in die Jahre gekommenen Dacia 1310 auf Renault-12-Basis fokussierte, der Ostblock aber zerbrach und mit Marktöffnung attraktive ausländische Autos auf den Markt drängten, musste etwas Neues her. Mit dem Dacia Nova wurde daher ein moderner Kleinwagen komplett in Eigenregie entworfen, der aber die alten Renault-Motoren weiternutzte.

Im Jahr 1999 übernahm Renault schließlich den einstigen Lizenzpartner Dacia und damit auch das Werk in Mioveni. Der Nova wurde zunächst mit moderneren Motoren zum Supernova, dann mit einem größeren Facelift 2003 zum kurzlebigen Solenza. Denn bereits 2004 stand der de-facto-Nachfolger Dacia Logan bei den Händlern.

Die Collage zeigt den Dacia Logan (links) sowie seine direkten Vorgänger Dacia Nova (oben rechts) und Dacia Solenza (unten rechts).
Foto: Dacia/Collage: AUTO ZEITUNG

Mit dem Logan sollte dann auch der Sprung als „Billigmarke“ unter Renault nach Westeuropa gelingen. Der Verkaufserfolg der kleinen Stufenheck-Limousine hielt sich trotz unschlagbarem Preis in Grenzen – wohl der bei deutschen Kund:innen unbeliebten Karosserieform zuzuschreiben. Das änderte sich auf einen Schlag 2006: Mit dem Logan MCV kam ein Kombi auf den Markt, preislich kaum teurer als die Limousine. 2008 erweiterte Dacia die Modellpalette um den Sandero, der sich bis heute als „günstigster Neuwagen“ auf dem Markt hält – und aktuell sogar der beliebteste Neuwagen Europas bei Privatkäufer:innen ist.

Spätestens mit dem Marktstart des Dacia Duster 2010 konnte das „Billigheimer“-Image allmählich abgelegt werden. Günstig war er zwar auch, brachte aber etwas Lifestyle-Optik mit. Dank optionalem Allradantrieb und robustem Fahrwerk war das SUV sogar offroad-tauglich.

Die Collage zeigt die aktuelle Modellpalette von Dacia: Striker (oben links), Duster (oben rechts), Spring (unten links), Sandero Stepway (unten rechts)
Foto: Dacia/Collage: AUTO ZEITUNG

Nach 60 Jahren voller Lizenzbauten und Billigautos präsentiert sich die aktuelle Modellpalette ausgesprochen modern: LED-Scheinwerfer, ein eigenständiger Auftritt und sogar elektrifizierte bis vollelektrische Antriebe bieten die Modelle aus Mioveni. Das jüngste Projekt von Dacia, der Crossover-Kombi Striker, ist daher wohl das passendste Geburtstagsgeschenk, dass sich der rumänische Hersteller hätte machen können. Mit dem selbstbewusst gezeichneten Kombi mit Hybridantrieb greift man nun im hart umkämpften Kompaktsegment gegen Größen wie den Skoda Octavia an – und damit einer weiteren osteuropäischen Automobil-Ikone, die es aus dem Ostblock zu Welterfolg gebracht hat.

Auch interessant: Eine ausführliche Analyse zu Dacias Erfolgsgeschichte gibt es hier zum Nachlesen.

Fazit

In 60 Jahren Geschichte hat sich Dacia immer an der Seite von Renault gesehen: Anfangs nur zweckmäßig als Lizenzpartner, um das sozialistische Rumänien günstig zu mobilisieren. Seit der Jahrtausendwende ist die franco-rumänische Beziehung zu einem starken Entwicklungspartner herangewachsen. Mittlerweile ist Dacia eine wichtige Säule im Konzern und in vielen Segmenten sogar in Europa marktführend – noch vor Markenmutter Renault. Der jüngst präsentierte Striker macht klar: Nach sechs Jahrzehnten ist Dacia in Topform und bereit für die (elektrifizierte) Zukunft.