Cupra Born Facelift: Erste Testfahrt im neuen Spanien-Stromer
Mit dem Cupra Born begann die Elektro-Erfolgsgeschichte der spanischen Marke. Nun erfolgt das nächste Facelift des kompakten Stromers. Der neue Cupra Born hat nun wieder richtige Tasten und beherrscht erstmals One-Pedal-Driving, sozusagen das Bremsen per Gaspedal. Wie gut das klappt, haben wir auf unserer ersten Testfahrt ausprobiert.
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- Starker Stromer: Erste Testfahrt im neuen Cupra Born
- Mit neuem Cupra-Markengesicht mitten zwischen Raval und Tavascan
- Überarbeitetes Bedienkonzept im Cupra Born: Comeback der Knöpfe
- Künstlich generiertet E-Motor-Sound macht im Cupra Born die Musik
- Wenn der elektrische Cupra maximal rekuperiert: One Pedal-Driving
- Neues virtuelles Cockpit erleichtert das E-Auto fahren im Cupra Born
- Head-up-Display und virtuelle Pfeile: Klare Ansagen, kaum Anlass zur Kritik
- Fazit
- Technische Daten des neuen Cupra Born VZ
Starker Stromer: Erste Testfahrt im neuen Cupra Born
Das man das (Lenk)-Rad nicht immer neu erfinden muss, um ein ohnehin schon gutes und konsequent auf Fahrdynamik ausgelegtes Elektroauto besser zu machen, zeigt Cupra mit dem Facelift des Cupra Born. Nach dem Update des elektrischen Kompaktklässlers setzt man nun wieder auf echte Schalter und Knöpfe am Lenkrad statt haptischer Bedienflächen, die sich beim Vorgänger als wenig praxistauglich erwiesen haben.
Allesamt Features, die dem neuen Cupra Born ausgesprochen gut zu Gesicht stehen. Jenem ersten vollelektrischen Cupra-Modell also, das der jungen spanischen Marke im Jahr 2021 einst die Tür zur E-Mobilität öffnete. Offensichtlich mit Erfolg: Rund 25 Prozent aller Cupra-Verkäufe weltweit entfallen mittlerweile auf E-Autos. Und der Cupra Born als Elektro-Erstling der Marke hat mit bis einschließlich 2025 rund 170.000 verkauften Fahrzeugen einen erheblichen Anteil daran.
Aus gutem Grund, wie wir in Madrid auf unserer ersten Testfahrt mit dem elektrischen Hecktriebler, der im Sommer dieses Jahres in den Handel kommt, erfahren konnten. Zudem wird erstmals One-Pedal-Driving, also das Fahren ohne Zuhilfenahme eines klassischen Bremspedals möglich.
Der Cupra Born (Vorfaceliftmodell) im Video

Mit neuem Cupra-Markengesicht mitten zwischen Raval und Tavascan
Fangen wir vorne an! Bei der Frontpartie des neuen Cupra Born, der behutsam ans aktuelle Cupra-Markengesicht angepasst wurde. So trägt der kompakte Spanier nun ebenfalls die charakteristische Haifischnase, die allen neueren Modellen der Marke eigen ist. Auch die dreieckigen Matrix-LED-Scheinwerfer sind in der VZ-Version des Cupra Born, die für unsere erste Testfahrt zur Verfügung stand, serienmäßig. Am Heck des neuen Cupra Born prangt jetzt das beleuchtete Markenlogo, sozusagen das Stammeszeichen der Marke, die sich von ihren Fans als „Tribe“ verstanden wissen will, das formschlüssig ins Lichtband integriert wurde. Ansonsten wurde am Exterieur nicht grundlegend gerüttelt.
Rein optisch hat Cupras Elektro-Erstling dennoch zugelegt. In der Länge ist der ehemals Erste seiner Art, mit dem für die spanische Marke die elektrische Erfolgsstory begann, um 12 mm auf 4,34 m gewachsen. Damit überragt der neue Cupra Born den VW ID3, mit dem er sich konzernintern die MEB-Plattform teilt, um ganze acht Zentimeter. In der inzwischen auf drei vollelektrische Mitglieder gewachsene Modellfamilie der spanischen Marke nimmt der Cupra Born somit nun den Mittelplatz, sozusagen die Sandwichposition, zwischen dem Anfang 2026 frisch vorgestellten Elektro-Kleinwagen Cupra Raval und dem etablierten Kompakt-SUV Cupra Tavascan ein.
Und in dieser Sandwichposition fühlt sich der spanische Elektriker sichtlich wohl. Das liegt weniger an der E-Antriebspalette, die abgesehen von der neu eingeführten Basisversion mit einem 58-kWh-Akku, bei der, wie auch im neuen Cupra Raval auf kostengünstigere LFP-Zellchemie gesetzt wird, nur behutsam modernisiert wurde.
Überarbeitetes Bedienkonzept im Cupra Born: Comeback der Knöpfe
Eine weitaus größere Rolle zur Profilauffrischung des Spaniers, dürften die inneren Werte des Kompakt-Stromers spielen. Allen voran das noch einmal spürbar aufgewerteten Interieur und dem überarbeiteten Bedienkonzept (HMI). Im Cockpit des Cupra Born feiern jetzt wieder „echte“ Tasten und Schalter, die im Zuge der 2024 erfolgten Modellpflege von Bord gegangen waren, ihr Comeback. Die vielfach kritisierten, weil etwas unausgereift wirkenden haptischen Bedienflächen am Lenkrad sind passé.
In der auf maximale elektrische Performance ausgelegten Topversion VZ, die für unsere erste Testfahrt mit dem neuen Cupra Born auf den Straßen von Madrid bereitstand und ab 50.990 Euro angeboten wird, wird die Verbindung zwischen Mensch und (E-)Maschine stattdessen nun wieder auf althergebrachte Weise hergestellt. Sprich: mittels Tasten, Knöpfen und Drehreglern statt über die bisweilen träge oder hakelig reagierenden haptischen Bedienflächen am Lenkrad des Vorgängers. Und davon profitiert vor allem der Fahrspaß!
Dieser stellt sich auf unserer Testfahrt durch Spaniens Hauptstadt erstaunlich schnell ein. Dann nämlich, wenn der 240 kW (326 PS) leistende E-Motor im neuen Cupra Born VZ, der wie alle Angehörige der spanischen Kompakt-Baureihe ausschließlich auf Heckantrieb setzt, durch das Drücken des Cupra-Knopfes am Lenkrad in den sportlich ausgelegten Cupra-Modus versetzt und von der Kette gelassen wird.
Dann gibt es wenig, was den vollelektrischen Hecktriebler in seinem Vorwärtsdrang noch halten könnte. Den Standardsprint von 0 auf 100 km/h absolviert der spanische Beau in beachtlichen 5,6 s. Das maximale Drehmoment des neuen Cupra Born VZ beträgt 550 Nm, wird per Konstantübersetzung ausschließlich an die Hinterachse geleitet und steht es dabei elektroautotypisch vom Start weg parat. Eine ausgreift wirkender Steuerelektronik trägt dazu bei, dass die geballte elektrische Power des 240 kW/326 PS leistenden E-Aggregats in geordnete Bahnen gelenkt und mit Wumms auf die Straße gebracht wird.
Künstlich generiertet E-Motor-Sound macht im Cupra Born die Musik

So viel Fahr-Perfomance kann sich sehen und vor allem hören lassen: Für standesgemäße akustische Untermalung sorgt, zumindest in den sportlicheren Betriebsarten („Cupra“ und „Performance“) ein E-Motor-Geräusch, das nach Worten der Markenverantwortlichen an der futuristisch surrenden Motorsound der Boliden der Elektro-Rennserie Formel E erinnern soll. Klingt künstlich? Ist es natürlich auch. Dennoch passt es nach unserer Wahrnehmung gut zum neuen Cupra Born, weil es den sportiven Gesamtcharakter des Spanien-Stromers akustisch untermalt.
Was gleichermaßen fürs Handling des schnellen Spaniers gilt. Auch sportlich angegangene Kurven nimmt der neuen Cupra Born in enger Linie, ohne dabei konzeptionell ins Schleudern zu geraten oder unberechenbar zu reagieren. Auf unserer ersten kurzen Testfahrt durchs kurvige Umland der spanischen Hauptstadt offenbart die frisch abgestimmte Fließhecklimousine, in keiner Sekunde den Hang zum Übersteuern, das bei verbrennungsmotorisierten Hecktrieblern der alten Schule beinahe zum guten Ton gehörte.
Begünstigt wird dies durch die recht tiefe Straßenlage und die ausgewogene Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse. Die Lenkung des neue Cupra Born trägt ihren Teil dazu bei, indem sie erfreulich neutral, aber zugleich präzise und erfreulich reaktiv zu Werke geht. Dass es dabei ein Leergewicht von immerhin rund gut zwei Tonnen (exakt 2004 kg) zu bewegen gilt, merkt dem neuen Cupra Born im Fahrbetrieb kein Mensch an. Wobei besonders der sportlich ausgelegte Cupra-Modus zumindest für unseren subjektiven Geschmack, auf Dauer fast ein bisschen zu hart zu Werke geht. Zumindest für Alltagsfahrten zum Einkaufen, Kindergarten und Co., taugen andere der insgesamt fünf zur Wahl stehenden Fahrmodi vermutlich besser.
Wenn der elektrische Cupra maximal rekuperiert: One Pedal-Driving

Den größten Unterschied zur Vorgängerversion dürfte allerdings die Möglichkeit zum sogenannten One-Pedal-Driving darstellen, das der neue Cupra Born im Zuge der erweiterten Rekuperationsmöglichkeiten jetzt erstmals bietet. Zentrale Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang dem Wählhebel auf der rechten Seite des Lenkrads zu.
Durch dessen Drehung in Stufe „B“ und das Betätigen der Wippen hinter dem neu gestalteten Lenkrad lässt sich die maximale Rekuperationsstufe auswählen, die das One-Pedal-Driving überhaupt erst möglich macht. Vor allem im Stop-and-Go-Betrieb, etwa im dichten Stadtverkehr von Madrid in der Rushhour zu Beginn unserer Testfahrt, soll dies das Nutzen des Bremspedals de facto überflüssig machen.
In der Praxis braucht es allerdings eine gewisse Eingewöhnungszeit, bis man sich an die kräftige, unmittelbar einsetzende Verzögerung gewöhnt hat, die ihre Bremswirkung schlagartig entfaltet, sobald auch nur der Fuß vom Gaspedal genommen wird. Vor allem gilt es, der in einem Autofahrerleben über Jahrzehnte hinweg erlernten Versuchung zu widerstehen, dennoch „per pedes“ in die Eisen zu steigen, sobald sich das Auto dem nächsten Stauende nähert.
Hat man das Prinzip „One-Pedal-Driving“ jedoch erst einmal verinnerlicht, macht es tatsächlich eine Menge Spaß, weil es einen unwillkürlich zum sanften Dahingleiten und Mitschwimmen im Stadtverkehr erzieht. Eine Art der e-automobilen Fortbewegung, die sich auf unserer Testfahrt durch den wuseligen, bisweilen chaotischen Stadtverkehr der spanischen Metropole Madrid als Wohltat entpuppte.
Neues virtuelles Cockpit erleichtert das E-Auto fahren im Cupra Born

Welchen konkret messbaren Effekt die Füßelei mit dem Gaspedal, das auch bremsen kann, auf Ladezustand und Restreichweite hat, lässt sich im neuen Virtual Cockpit des neuen Cupra Born ablesen, das mit 10,25 Zoll doppelt so groß ausfällt wie das kleine 5,3-Zoll-Vorgängermodell. Mit seiner Hilfe lässt sich dem elektrischen Antriebsstrang prima bei der Arbeit zusehen, weil sich die Energieströme beim Beschleunigen und Rekuperieren 1:1 verfolgen lassen. Alle E-Auto-typischen Basis-Infos zu Stromverbrauch, Ladestand und Restreichweite sind ebenfalls auf einen Blick ablesbar.
Apropos Laden: Von zehn auf 80 Prozent ihrer Maximalkapazität wieder aufgefüllt werden die 79 kWh-Energiespeicher des neuen Cupra-Born in weniger als einer halben Stunden (Werksangabe: 29 min). Die maximale Reichweite des Spaniers beträgt auf dem Papier 631 km. Inwieweit dies unter Alltagsbedingungen halbwegs realistisch ist, lässt sich auf Basis unserer ersten kurzen Testfahrt nicht beurteilen. Was sich sagen lässt, ist, dass der von uns abgelesene Verbrauch auf der überwiegend im Stadtverkehr absolvierten Testfahrt, die allerdings auch zügig angegangene Überlandpassagen enthielt, mit 17,2 kWh/100 km der offiziellen Norm-Angabe von 14,1 kWh halbwegs nahekam.
Head-up-Display und virtuelle Pfeile: Klare Ansagen, kaum Anlass zur Kritik
Kritikpunkte am neuen Cupra Born? Gibt es auch, muss man aber fast schon mit der Lupe suchen. Dazu gehört etwa das neue Head-up-Display, das zumindest als größer gewachsener Brillenträger mit entsprechend hoher Sitzposition bei starker Sonneneinstrahlung nicht aus allen Blickwinkeln gleich gut abzulesen war. Zu monieren wäre allenfalls noch, dass die VW-bewährte adaptive Fahrwerksregelung DCC beim neuen Cupra Born nur in der von uns gefahrenen Topversion VZ Teil des Serienpakets ist. Dabei stünde dies dem agilen Spanier sicher auch in den unteren Ausstattungslinien gut zu Gesicht. Ansonsten: Nichts zu meckern, aber jede Menge Spaß beim Stromern mit dem neuen Cupra Born.
Fazit
Evolution statt Revolution war bei der Neuauflage des Cupra Born die Devise. Die wenigen Kinderkrankheiten, die es beim Elektro-Erstling der spanischen Marke noch gab, scheinen größtenteils behoben. Das im Zuge der Modellpflege wieder direkter und „physischer“ ausgelegte Bedienkonzept passt vorzüglich zum sportiven Charakter des vollelektrischen Spaniers. Das One-Pedal-Driving-Fahrerlebnis, das der Spanier erstmals bietet, ist anfangs gewöhnungsbedürftig, macht nach kurzer Eingewöhnungsphase aber Spaß, weil es – sanft und ohne (Bremspedal)-Druck zu einem effizienten und flüssigen Fahrstil erzieht.
Technische Daten des neuen Cupra Born VZ
AUTO ZEITUNG 10/2026 | Cupra Born VZ |
|---|---|
Technische Daten | |
Motor | Permanenterregte Synchronmaschine |
Antrieb | Konstantübersetzung; Hinterrad |
Leistung | 240 kW / 326 PS |
Max. Drehmoment | 545 Nm |
Kapazität / Spannung | 79 kWh (netto) / 240-408 V |
Karosserie | |
Außenmaße (L / B / H) | 4336 / 1809 (2070)* / 1543 mm |
Leergewicht / Zuladung | 2004 / 426 kg |
Kofferraumvolumen | 385 l – 1267 l |
Fahrleistungen | |
Beschleunigung (0 – 100 km/h) | 5,6 s |
Höchstgeschwindigkeit | 200 km/h |
Verbrauch auf 100 km | 14,1 kWh |
Reichweite | 631 km |
Kaufinformationen | |
Grundpreis | 50.990 € |
Marktstart | Sommer 2026 |
Alle Daten Werksangaben; *Breite inklusive Außenspiegel | |




























