Cupra-Modellpalette erklärt: Welches Auto für welchen Zweck
Mit dem neuen Raval wächst die Modellpalette von Cupra auf mittlerweile acht Fahrzeuge an. Übersichtlich, sollte man meinen, doch mit oft recht ähnlichen Dimensionen kann das Auseinanderhalten der Baureihen schwer fallen. Wir klären auf!
Die genannten Produkte wurden von unserer Redaktion persönlich und unabhängig ausgewählt. Beim Kauf in einem der verlinkten Shops (Affiliate Link bzw. mit Symbol) erhalten wir eine geringfügige Provision, die redaktionelle Selektion und Beschreibung der Produkte wird dadurch nicht beeinflusst.
Erst 2018 ging Cupra als sportliche Marke aus Seat hervor. Anfangs gab es nur die bekannten Modelle Ateca und Leon, jeweils in ihren potentesten Ausbaustufen mit dem neuen, kupferfarbenen Logo. Spätestens mit dem ersten selbstentwickelten Modell Cupra Formentor gelang 2020 entgültig der Schritt hin zur eigenständigen Marke mit Widererkennungswert.
Seither ist die Modellpalette ordentlich gewachsen: Mittlerweile tragen acht Modelle das Logo im Tribal-Design an der Front. Im Vergleich zu großen Traditionsherstellern ist das zwar noch eher übersichtlich, doch bei Cupra liegen alle acht größentechnisch recht eng beieinander. Was die einzelnen Modelle unterscheidet, erklären wir hier.
Cupra Raval
Der Cupra Raval um Video

Der jüngste Neuzugang in der Produktpalette aus Barcelona nennt sich Cupra Raval. Und der Kleine hat einiges auf dem Kasten: Er ist der erste Vertreter der neuen „MEB+“-Plattform vom VW-Konzern, die erschwingliche Elektro-Kleinwagen ermöglichen soll.
Das Antriebsportfolio des Cupra Raval ist umfassend. Es stehen vier Leistungsvarianten und zwei Batterien (37 und 52 kWh) zur Wahl. Die Antriebsleistungen betragen 85 kW (116 PS), 99 kW (135 PS), 155 kW (211 PS) und 166 kW (226 PS) beim VZ. Die beiden erstgenannten Motorisierungen sind an den 37-kWh-Akku geknüpft und mit vorläufigen Reichweiten von rund 300 km angegeben. Während der 155-kW-Antrieb mit 413 bis 444 km den Reichweitenkönig mimt, soll es der VZ nach Herstellerangaben auf maximal 381 km bringen.
Das macht den Cupra Raval aus:
Elektrisches Stadtauto: Mit nur 4,05 m Länge ist der Cupra Raval das kompakteste Auto von Cupra bislang. Damit prädestiniert er sich für den urbanen Pendlerverkehr oder als Erstauto für Stadtbewohner:innen, bei denen auf Parkplatzsuche jeder Zentimeter zählt.
Viel Platz für einen Kleinwagen: Mit immerhin 441 l Kofferraumvolumen nimmt der Kleinwagen so viel Gepäck auf, wie auch deutlich größere Autos aus der Kompakt- oder gar Mittelklasse.
Cupra Terramar
Der Cupra Terramar im Fahrbericht (Video)

An Kompakten mangelt es im Cupra-Modellportfolio zwar nicht, dennoch gesellte sich 2024 mit dem Cupra Terramar ein weiteres SUV mit überschaubaren Maßen in die Reihen der Spanier:innen. Das SUV ist damit zwar Ateca und Formentor recht ähnlich, positioniert sich aber klar darüber: Der Terramar ist etwas länger als beide und bietet dank klassischem Steilheck auch mehr Stauraum. Bis zu 540 l stehen bei hochgeklappter Rückbank zur Verfügung – beim kompakteren Ateca sind es knapp 510, beim Coupé-haften Formentor sogar nur knapp 450 l.
Mit drei Benzinern und zwei Plug-in-Hybriden fällt die Antriebspalette des Terramar noch überschaubar aus. Den Einstieg macht ein 1,5-l-Turbobenziner mit 150 PS (110 kW), darüber rangiert ein 2,0-l-Turbobenziner mit 204 PS (150 kW) und Allradantrieb. Der Einstiegs-Hybrid leistet ebenfalls 204 PS (150 kW), setzt aber auf einen 1,5-l-Benziner. Ab VZ gibt es einen reinen 2,0-l-Verbrenner mit 265 PS (195 kW) oder einen 1,5-l-Plug-in-Hybriden mit einer Systemleistung von 272 PS (200 kW).
Das macht den Cupra Terramar aus:
Familienauto mit SUV-Design: Wer dem SUV als Karosserieform verfallen ist, bekommt mit dem Terramar bei Cupra am ehesten das familientaugliche Gesamtpaket. Zwar ist der Cupra Leon Sportstourer als klassischer Kompakt-Kombi das wahre Raumwunder mit etwas mehr Kofferraumvolumen, der Terramar sollte aber für alltägliche Transportaufgaben mehr als genügen.
Fokus auf Hybride: Auch wenn die Anzahl an reinen Benzinern in der Motorenpalette überwiegt, betont Cupra nur zu gerne die Hybrid-Kompetenzen des optionalen Teilzeitstromers. Je nach Antrieb sind bis zu 115 km rein elektrische Reichweite möglich, der Hybrid unterstützt zudem auch DC Fast Charging mit bis zu 50 kW und lässt sich so unterwegs auch recht schnell nachladen.
Cupra Tavascan
Der Cupra Tavascan im Fahrbericht (Video)

Auf den Born als E-Auto-Pionier der Marke folgte der Cupra Tavascan. Technisch ist er mit dem Kompaktmodell recht ähnlich, beide stehen auf der MEB-Plattform. Doch anstatt wie der Born auch weite Teile der Karosserie mit einem VW-Modell zu teilen, geht das Coupé-SUV einen eigenständigeren Weg mit einem deutlich kraftvolleren Design.
Und auch bei den Antrieben ist der Tavascan individueller aufgestellt: Eine richtige Basis gibt es nicht, bereits die Einstiegsmotorisierung leistet 210 kW (286 PS), als VZ mit Allradantrieb mobilisiert das Elektro-SUV dann bereits 250 kW (340 PS). Damit ist er mit knappem Vorsprung das zweitstärkste Modell von Cupra – nur geschlagen vom Fünfzylinder-Formentor VZ5.
Das macht den Cupra Tavascan aus:
Cupra-DNA mit E-Antrieb: Der Tavascan teilt sich keine Karosserieteile mit einem anderen Auto aus dem VW-Konzern – das macht ihn deutlich eigenständiger als den Born auf VW-ID.3-Basis. Zugleich bietet er mehr Leistung als die übrigen Cupra-Stromer, womit er zum Fahrspaß-Angebot unter den Alternativantrieben wird.
Elektrisches Familien-SUV: Da er auch das größte E-Auto von Cupra ist, bietet sich der Tavascan am ehesten als Familienauto an. Die abfallende Dachlinie schränkt das Ladeabteil nach oben hin zwar etwas ein, mit knapp 540 l fällt das Kofferraumvolumen aber dennoch recht großzügig aus.
Cupra Born
Der Cupra Born war 2021 das zweite eigenständige Modell der jungen VW-Tochtermarke und gleichzeitig das erste E-Auto. Die technische Basis sowie einige Interieur- und Exterieur-Teile stammen vom VW ID.3. Das Design wurde aber großzügig an die Cupra-Markenidentität angepasst. Gleich bleiben die Alltagstalente: Als kompakter Fünftürer mit überschaubaren Maßen ist der Born als Stadtauto ideal, dank leistungsstarker Antriebe und hoher Reichweite scheut er aber auch die Langstrecke nicht.
Rund fünf Jahre nach Einführung erhält der Born 2026 ein umfangreiches Facelift, dass sich vor allem auf einen aufgefrischten Look und einige neue Features konzentriert. Bei den Antrieben hat man die Wahl zwischen drei Modellen: die Einstiegsversion mit 140 kW (190 PS), den „Endurance“ mit 170 kW (231 PS) und das sportive Topmodell VZ mit 240 kW (326 PS). Je nach Version liegt die WLTP-Reichweite bei bis zu 629 km, womit der Born dem Tavascan etwas überlegen in puncto Langstreckentauglichkeit ist.
Das macht den Cupra Born aus:
Familienauto für den Stadtverkehr: Kompakte Maße und eine sehr alltagstaugliche Karosserieform ohne SUV- oder Coupé-Allüren prädestinieren den Born für alle Aufgaben des (Familien-)Alltags. Die Reichweite ist zudem den meisten Pendleranforderungen gewachsen. Als Kompakter bietet er aber dennoch mehr Platz für Gepäck als der Kleinwagen Raval und genügt so auch für Kleinfamilien.
Gelegentliche Langstrecken möglich: Klingt absurd, aber ausgerechnet die Performance-Variante VZ mit Allradantrieb und bis zu 240 kW (326 PS) ist mit 629 km WLTP-Reichweite der Cupra-Stromer mit der höchsten Reichweite. Damit bietet er mehr Reichweite als der Tavascan oder Raval.
Cupra Formentor
Mit dem Cupra Formentor gelang der einstigen Seat-Submarke der Sprung in die Eigenständigkeit. Zwar war die Front bis zum ersten Facelift im Herbst 2024 noch im Seat-Stil gezeichnet, die Karosserie mit abfallender Dachlinie und dennoch bulligem SUV-Auftritt aber anders als alles, was Seat selbst zu bieten hatte. Damit eignet sich der Formentor zwar weniger als Familienauto, dafür aber als sportlicher Allrounder für den Alltag. Besonders dynamisch wird es mit dem VZ5. Hier sorgt ein aufgeladener 2,5-l-Fünfzylinder mit 390 PS (287 kW) für ordentlich Dampf.
Der Cupra Formentor im Fahrbericht (Video)

Als einziges Modell neben dem Leon gibt es den Formentor aber tatsächlich noch mit einem Dieselmotor. Im 2.0 TDI mit 150 PS (110 kW) kommen auch Selbstzünder-Fans weiterhin auf ihre Kosten. Darüber hinaus gibt es noch einen 1,5-l-Einstiegs-Benziner mit 150 PS (110 kW) sowie 2,0-l-Turbobenziner mit 204 bis 265 PS (150 bis 195 kW) sowie zwei Plug-in-Hybride mit 204 oder 272 PS (150 oder 200 kW) Systemleistung.
Das macht den Cupra Formentor aus:
Designer-Alternative zum Leon: Mit den Cupra-typischen Kupferapplikationen und einem eher auf den großen Auftritt statt größtmöglichem Stauraum ausgelegten Karosseriedesign ist der Formentor ein optisches Highlight in der Menge. Hinzu kommt der SUV-typische, etwas bulligere Auftritt, etwa im Vergleich zum Plattform-Geschwisterchen Leon. Doch das fordert auch seinen Tribut: Die etwas verspieltere Karosserie schränkt die Übersichtlichkeit ein. Beim Kofferraumvolumen von bis zu 450 l sortiert er sich zwischen dem Leon Fünftürer (380 l) und dem Leon Sportstourer (620 l) ein.
Fünfzylinder: Der Formentor VZ5 ist aktuell das wohl konsequent sportlichste Modell der Marke. Hier kommt exklusiv bei Cupra der Audi-Fünfzylinder 2.5 TSI mit 390 PS (287 kW) zum Einsatz. Damit der Crossover nicht mit der Power überfordert ist, wird auch das Fahrwerk entsprechend angepasst, ein Torque Splitter ist serienmäßig und die Akebono-Bremsanlage sorgt für standesgemäße Entschleunigung. Carbonelemente runden den dynamischen Auftritt ab.
Cupra Leon und Leon ST
Der Cupra Leon im Video

Das Duo aus Cupra Leon und Leon Sportstourer – kurz ST – ist seit 2020 im Programm. Das Modell ist weitestgehend mit der im selben Jahr gestarteten, vierten Generation des Seat Leon baugleich. Der Unterschied: Bei Cupra liegt der Fokus auf Dynamik, Seat bietet den Leon dagegen eher als günstigeres Alltagsmodell an.
2024 folgte zeitgleich zum Formentor-Update ein Facelift für den Cupra Leon und Leon ST, womit er sich nun auch optisch stärker von seinem Seat-Technikzwilling unterscheidet.
Die Motorenpalette des Cupra Leon ist aber weitaus „bodenständiger“ als man vermuten mag: Den Einstieg bildet ein 150 PS (110 kW) starker 1,5-l-Turbobenziner, wahlweise mit Sechsgang-Schaltgetriebe oder Siebenstufen-DSG. Etwas mehr kostet der 2,0-l-Turbodiesel mit identischer Motorleistung, teilelektrifiziertes Fahren ermöglicht ein Plug-in-Hybrid mit 1,5-l-Benziner und 204 PS (150 kW) oder ab Ausstattungslinie VZ mit 272 PS (200 kW) Systemleistung. Top-Motorisierung für den klassischen Kompaktwagen ist der 2.0 TSI mit 325 PS (239 kW) wie im VW Golf GTI Edition 50.
Das macht den Cupra Leon aus:
Klassische Kompaktwagen-Karosserie: Als klassischer Schrägheck-Fünftürer ist der Cupra Leon der kompakteste Verbrenner der Marke. Das prädestiniert den Cupra Leon zum Pendlerauto, da er selbst im dichten Innenstadtverkehr nicht überfordert. Mit mindestens 150 PS wirkt der Leon aber auch auf Langstrecken oder schnellere Etappen nicht verloren – schließlich grenzt sich Cupra so vom baugleichen Seat ab.
Optional auch als Kombi: Mit dem Leon ST richtet sich Cupra auch an Personen mit mehr Transportbedarf, die aber die Sitzposition eines klassischen Kompakten bevorzugen. Mit bis zu 620 l Kofferraumvolumen ist der Cupra Leon ST sogar der Lademeister der Marke.
Cupra Ateca
Der Cupra Ateca im Video

Mit ihm ging alles los: dem Cupra Ateca. Das Kompakt-SUV startete bereits 2016 als Seat Ateca, 2018 wurde das sportliche „FR“-Modell dann zur neu gegründeten Submarke Cupra umgesiedelt, und durch einen neuen Kühlergrill samt Emblem und den mittlerweile markentypischen Kupfer-Akzenten vom zivileren Bruder abgegrenzt.
Anfangs gab es das SUV nur mit einem 300 PS (221 kW) starken 2,0-l-Turbobenziner, mittlerweile umfasst die Motorenpalette auch einen 1,5-l-Motor mit 150 PS (110 kW) und eine gedrosselte Version des Zweiliter-Triebwerks mit 190 PS (140 kW). Diesel oder Hybride sind dagegen beim Ateca nicht vertreten.
Das macht den Cupra Ateca aus:
Kompaktes Sport-SUV: Der Ateca ist zwar vom Design deutlich zurückhaltender als beispielsweise der Formentor und etwas kürzer als der Terramar, bietet aber dank des recht hohen Aufbaus dennoch viel Nutzraum auf recht kleiner Fläche. Im Zusammenspiel mit den leistungsstarken 2,0-l-Motoren wird so ein alltagstauglicher Sport-SUV daraus.
Technisch einfacheres Fahrzeug: Er steht noch auf der MQB-A1-Plattform, ist in vielen Details dem bodenständigen Skoda Karoq sehr ähnlich – gebaut wird der Ateca ebenfalls in Tschechien – und erhielt zuletzt 2020 ein Facelift. Kurzum: Wer ein VW-Produkt „alter Schule“ mit separater Klimabedienung, keinen Touch-Bedienflächen am Lenkrad und klassischem Cockpit-Layout wie vor fast zehn Jahren sucht, wird beim Oldie im Cupra-Programm auf jeden Fall fündig.
Fazit
Cupra ist vor allem im Kompaktsegment stark vertreten. Sieben von acht Modellen lassen sich hier ansiedeln, kleinere Überschneidungen inklusive. Dafür bietet die Marke ein passendes Angebot für nahezu jede Nische an – vom elektrischen Stadtauto über das dynamische Coupé-SUV bis zum familientauglichen Plug-in-Hybriden.





























