Mercedes Actros als Spritspar-Ufo: Colani Spitzer-Silo-Truck
Mit dem Spitzer-Silo-Truck auf Mercedes Actros-Basis halluzinierte Luigi Colani ein weiteres Mal den Lkw der Zukunft herbei. Das XXL-Ufo auf Rädern sollte aber auch dieses Mal keine Chance auf eine Serienfertigung bekommen. Darum scheiterte der Entwurf!
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Luigi Colani war Designer, Künstler, Visionär und Meister des Grantelns. Während ihm die ersteren drei Attribute zu großer Berühmtheit auf nahezu der ganzen Welt verhalfen, sorgte Letzteres dafür, dass er sich ausgerechnet in seiner Heimat Deutschland hauptsächlich mit Ignoranz konfrontiert sah. Eines der besten Beispiele findet sich in seinen Lkw-Entwürfen, deren aerodynamische Effizienz noch heute ihresgleichen sucht. Schon 1977, inmitten der beiden großen Ölkrisen, wollte niemand etwas wissen vom Spritspar-Exoten Colani Truck 2001, dessen Geschichte wir hier erzählen. Und auch 25 Jahre später hatte sich das nicht geändert, als der Berliner mit italienischen Wurzeln wieder eine ganze Reihe cW-Wert-Wunder in die Lkw-Welt zeichnete.
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Einer davon, der Colani Spitzer-Silo-Truck, debütierte auf der IAA Nutzfahrzeuge 2002 in Hannover. Der Silo-Fahrzeuge-Hersteller aus Baden-Württemberg hatte dem Biomorph-Designer den Auftrag zum 130-jährigen Firmenjubiläum erteilt. Der 2019 verstorbene Colani wählte ausgerechnet einen Mercedes Actros der ersten Generation mit 354 PS (260 kW) starkem V6-Dieselmotor als Basis. "Weil ich Firmen wie Mercedes wegen ihrer rückständigen Formen immer wieder in den Arsch getreten habe, haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, Colani in Deutschland unmöglich zu machen. Und das haben sie auch geschafft", erinnerte sich der Stilist mit den weißen Outfits und der dunklen Zigarrenstimme. Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon
Der Mercedes Vision V (2025) im Video:

Mercedes Actros in Spritspar-Ufo verwandelt: Die Geschichte des Colani Spitzer-Silo-Trucks
Der Colani Spitzer-Silo-Truck entstand wohl also nicht nur mit gestalterischen Geistesblitzen, sondern auch mit mächtig Wut im Bauch. Dabei dürfte Colani das Silo-Projekt besonders gut gelegen haben. Der Grund? Dank des zylinderförmigen Anhängers war er in der Gestaltung freier, musste das Fahrerhaus nach hinten raus nicht an einen quadratischen Sattelauflieger anpassen. Somit wurde der Sattelzug zum Gesamtkunstwerk, dessen Stromlinienform selbst die vorherigen Colani-Trucks überflügelte.

Zu den Highlights gehörte natürlich mal wieder die "schwebende" Fahrerkabine, deren seitliche Glasauswölbungen sich sogar fast bis zum Auflieger zogen. Mit ein bisschen Fantasie war an der Front nicht nur ein Mercedes-Stern im Tri-Scheibenwischer, sondern auch in der Formgebung des Kühlergrills zu erkennen.
Wer im Glashaus schwitzt, darf auch mal mit Diesel sparen
Die Scheinwerfer versteckte Colani vorne wie hinten einzeln in kleinen Höhlen. Ziemlich ungewöhnlich für Colani mutete die rechteckige Anordnung der Außenspiegel an. Die Abdeckung aller Räder bis auf die Vorderachse trug ihren Teil zum sensationellen cW-Wert von 0,38 bei. Ein vom TÜV unterstützter Verbrauchstest ergab, dass sich der Spitzer-Silo-Truck 30 Prozent weniger Diesel genehmigte als der Serien-Actros. Dafür erhöhte sich bei Sonnenlicht der Wasserverbrauch der im Glashaus schwitzenden Person am Steuer ohne Klimaanlage.
Am Ende war der Spitzer-Silo-Truck seiner Zeit wohl einfach zu weit voraus. Der Meister des Grantelns hatte natürlich seine eigene Theorie, warum niemand seine Trucks in Serie bauen wollte: "Aus dem Umfeld des Bundesverkehrsministers, da wurde mir gesagt, wenn alle Lkw so viel weniger verbrauchen würden, dann gäbe es im Staatssäckel rund 16 Milliarden weniger Mineralölsteuern."











