Choke beim Auto: So startet der Motor auch bei Kälte

Wer ein Auto mit älterem Vergaser fährt, kennt das kleine Bauteil namens Choke. Aber wozu dient es eigentlich – und wie bedient man es richtig? Die AUTO ZEITUNG erklärt es kurz und verständlich!

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Eine Nahaufnahme von einem Choke in einem Armaturenbrett.
Choke beim Auto Foto: Frank Ratering/AZ Archiv

Wer ein Auto mit älterem Vergaser fährt, kennt das kleine Bauteil namens Choke. Aber wozu dient es eigentlich – und wie bedient man es richtig?

Ein Armaturenbrett eines älteren Autos, man sieht angeschnitten eine durchgehende sowie gepolsterte Sitzbank.
Choke beim Auto Foto: Imago

Bei älteren Fahrzeugen wurde der manuelle Choke über einen Hebel am Armaturenbrett bedient, der bei kaltem Motor gezogen wurde. Hier sieht man den kleinen Hebel des Choke (S) links neben der Lenksäule.

Viele Autofahrende wissen heute noch, was ein "Choke" beim Auto ist. Früher – vor allem bei niedrigen Temperaturen – musste man im Auto einen Hebel ziehen, damit der Wagen leichter startet, und ihn später wieder zurückdrücken. Doch was ist dieses Bauteil genau, und warum kommt es heute fast nicht mehr vor? Wir klären das.
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Was ist ein Choke beim Auto?

Der Choke ist ein mechanisches Bauteil im Vergaser von Verbrennungsmotoren und war bis in die 1980er- und frühen 1990er-Jahre üblich. Der Begriff "Choke ziehen" rührt daher, dass es sich meist um einen herausziehbaren Knopf am Armaturenbrett handelt. Bei Autos mit Choke muss man diesen ziehen, um beim Kaltstart die Luftzufuhr zu drosseln, sodass ein angereichertes Kraftstoff-Luft-Gemisch entsteht. Ist der Motor warmgelaufen, drückt man den Choke wieder hinein in seine Ausgangsposition. Mit der Einführung elektronischer Einspritzsysteme, die mithilfe von Sensoren (z. B. Temperaturfühler, Lambdasonde) das Gemisch präzise anpassen, wurde der Choke nach und nach überflüssig. Heute findet man ihn fast nur noch bei Oldtimern oder bestimmten Motorrädern.

Funktionsweise des Chokes

Die Idee des Chokes war simpel: Er passte das Luft-Kraftstoff-Gemisch im Vergaser so an, dass beim Kaltstart die richtige Menge Benzin bereitgestellt wurde. Ein kalter Motor benötigt ein etwas "fetteres" Kraftstoff-Luft-Gemisch, um zu laufen. Durch die Drosselung der Luftzufuhr sorgt der Choke dafür, dass auf die gleiche Menge Benzin weniger Luft trifft, sodass das Gemisch insgesamt angereichert wird. Wichtig war diese Anwendung in den frühen Tagen des Automobils, als Motoren weniger fortschrittlich und Kraftstoffmischungsregelungen weniger präzise waren.

Unterschiedliche Bauarten des Chokes

  • Manueller Choke: Die Starterklappe wird über einen Knopf oder Hebel von Hand bedient.
  • Halbautomatischer Choke: Die Klappe ist mit dem Gaspedal gekoppelt und wird teilweise automatisch gesteuert.
  • Vollautomatischer Choke: Wird bei modernen Vergasermotoren eingesetzt. Dieses System besteht aus Membranpumpen, Bimetallstreifen und einer elektrischen Vorheizung und funktioniert weitgehend selbsttätig.

Wie benutzt man den Choke richtig?

  1. Bei Kaltstart den Choke ziehen (oder Hebel auf "on" stellen).
  2. Motor starten.
  3. Ein paar Sekunden warten, bis der Motor rund läuft.
  4. Choke langsam zurückschieben, sobald der Motor rund läuft. Die Drehzahl dient als Orientierung – fällt sie ab, wurde der Choke zu früh deaktiviert.

Wichtig: Den Choke nicht länger als nötig aktiviert lassen – sonst droht Überfettung und höherer Spritverbrauch. Auch verrußte Zündkerzen oder schlechter Motorlauf können die Folge sein.

Typische Fehler beim Bedienen des Choke

  • Motor springt nicht an: Chokehebel nicht weit genug gezogen.
  • Motor ruckelt, stottert oder geht aus: Choke zu lange aktiv, Gemisch ist zu "fett".
  • Erhöhter Spritverbrauch: Dauerhaft gezogener Choke verschwendet Kraftstoff.

Choke defekt: Mögliche Ursachen

Regelmäßiges Schmieren des Zuges, Reinigen der Mechanik und die Kontrolle der Hebelbewegung stellen sicher, dass der manuelle Choke zuverlässig funktioniert. Probleme entstehen meist durch eine schwergängige oder fehlerhafte Mechanik. Typische Ursachen sind:

  • Schwergängiger Bowdenzug: Der Bowdenzug ist eine flexible Seilzugverbindung zwischen dem Chokehebel und der Starterklappe. Wird er durch Schmutz, Korrosion oder Verharzungen schwergängig, lässt sich der Hebel nur noch schwer bewegen.
  • Gelockerte oder beschädigte Zugmechanik: Wenn sich die Verbindung zwischen Hebel und Zug lockert oder Teile verschleißen, öffnet oder schließt der Choke nicht mehr vollständig.
  • Verschmutzte Starterklappe: Ablagerungen im Vergaser können die Klappe blockieren, sodass das Gemisch zu fett bleibt oder der Motor schlecht anspringt.