Vorstellung

M5-Power im BMW Z1: Rätselhafter Roadster mit V10 aufgetaucht

Dubioses in Dubai: Dieser BMW Z1 verblüfft mit einer ganzen Reihe reizvoller Modifikationen. Dazu gehören Alpina-Optik, ein in Leder und Pepita-Muster ausgeschlagener Kokon sowie der fünf Liter große V10-Sauger aus dem M5. Dank dessen Power und der fehlenden Klimaanlage dürfte man im Z1 schneller dahinschmelzen als eine Dubai-Schokolade unter der Wüstensonne.

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Der BMW Z1 mit V10 stehend von vorne.
Weil man in Dubai nie exotisch genug sein kann, erhielt dieser BMW Z1 den V10 aus BMW M5 beziehungsweise M6. Foto: Instagram/harithrb
Der BMW Z1 mit V10 stehend von hinten.
Neben dieser offensichtlichen Modifikation finden sich am kleinen Roadster mit Hardtop noch viele weitere Elemente, an denen Hand angelegt wurde. Foto: Instagram/harithrb
Das Cockpit des BMW Z1 mit V10.
Leder, Pepita-Muster und Alpina-Zubehör werten das Cockpit sichtlich auf. Interessante Wahl: die ausfahrbaren Lautsprecher. Foto: Instagram/harithrb
Die Sitze des BMW Z1 mit V10.
So schön die Schalensitze anzusehen sind, so hoch ist das Schweißpotenzial mangels Klimaanlage unter der Wüstensonne. Foto: Instagram/harithrb
Der Motor des BMW Z1 mit V10.
Um die Carbon-Ansaugbrücke unterzukriegen, musste die Z1-Haube nicht nur mächtig gebogen, sondern auch noch großzügig ausgeschnitten werden. Foto: Instagram/harithrb

V10 trifft einfahrbare Türen: Der BMW Z1, von dem wir nie wussten, dass wir ihn wollen

Hardtop, Luxus-Gadgets, Fake-Alpina-Look, V10 ... an diesem BMW Z1 passt nichts so richtig zusammen. Und dann aber doch, irgendwie. Wie verkehrte Puzzlestücke, die man mit Gewalt so ineinander gepresst hat, dass sie sich nun nicht mehr trennen lassen. Immerhin war der erste Z-Roadster aus München anno 1989 per se schon ein Outlaw. Zeigte er doch dem Seidenschal-tragenden Mercedes SL, wie spaßig Offenfahren sein konnte, wenn man eine halbe Tonne Gewicht und auch reguläre Türen einfach mal weglässt.

In Dubai gehört es hingegen zum Selbstverständnis, immer eine Schippe draufzulegen, statt etwas wegzulassen. Deshalb erhielt das hier gezeigte, toprote Exemplar im ersten Schritt die Felgen, Dekorstreifen und Cockpit-Komponenten des heiß begehrten und auf 66 Exemplare limitierten Alpina RLE. Nur am Lenkrad mit fehlender Editions-Nummerierung merken Fans auf den ersten Blick, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht um ein Original handelt.

Überhaupt hat der Innenraum des Dubai-Z1 deutlich mehr zu bieten als von Natur aus: Nahezu sämtliche Oberflächen wurden mit braunem Leder bezogen, während die Sitz- und Rückenflächen mit Pepita-Muster einen charmanten Retro-Vibe vermitteln. Ganz und gar nicht Retro geben sich wiederum die ausfahrbaren Bang & Olufsen-Lautsprecher vor der Windschutzscheibe.

Vor der gleißenden Wüstensonne schützt in Form des nur rund 500 Mal gefertigten Hardtops aus dem Hause Wiesmann ein ebenfalls seltenes Stück Z1-Geschichte. Damit dürfte der Einstieg im Grunde nur noch Schlangenmenschen gelingen. Aber hey, eine Fahrt im Z1 muss man sich auch erstmal verdienen. Insbesondere, wenn unter – oder besser gesagt: in der Haube ein Zehnzylinder kreischend mit doppeltem Reifenmord droht.

Das BMW 7er Facelift im Video

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Video: AUTO ZEITUNG

Die Serien-Instrumentierung hört da auf, wo der V10 erst so richtig loslegt

Der fünf Liter große Motor gilt längst als Krönung für sämtliche BMW-Tunings und mit Hinblick auf seine von der damaligen Formel 1 inspirierten Drehzahlgier und seinen Sound erklärt sich auch, warum. Inwiefern das normalerweise 507 PS (373 kW) starke Aggregat modifiziert werden musste, um den Platz des serienmäßigen 2,5-l-Reihensechsers zu erben, lässt sich anhand des überschaubaren Bildmaterials nicht genau nachvollziehen.

Auf jeden Fall brauchte es eine deutlich stärker gewölbte Haube inklusive Ausschnitt für die Ansaugbrücke aus Kohlefaser. Ebenfalls nicht eindeutig ist die Wahl des Getriebes: Der hier gezeigte Z1 verfügt nämlich über einen Handschalter, den es in Kombination mit dem S85-Motor aus M5 und M6 nur in homöopathischer Stückzahl für den amerikanischen Markt gab. Alle anderen Länder mussten mit dem automatisierten Schaltgetriebe SMG vorliebnehmen.

Obwohl für diesen Umbau offensichtlich weder Kosten noch Mühen gescheut wurden, ist den Verantwortlichen doch ein kleiner Fauxpas unterlaufen: Die noch immer verbaute Serien-Instrumentierung hört nämlich dort auf, wo der V10 eigentlich erst so richtig warmläuft.

Apropos warmlaufen: Die Mixtur aus einem kolossalen Motor vor der Spritzwand, den Temperaturen des Wüstenstaats und der noch immer fehlenden Klimaanlage sorgen dafür, dass Fahrer:in und Fahrzeug noch mehr miteinander verschmelzen als es einem Fahrerauto dieses Kalibers nicht ohnehin schon gelingt.