Neue Klasse für China: BMW i3 & iX3 mit langem Radstand gezeigt
Auf der Auto China 2026 zeigte BMW nicht nur das Facelift des 7ers, sondern auch die „Neue Klasse“-Modelle i3 und iX3 in speziellen China-Versionen mit langem Radstand. Aber auch in anderen Details unterscheiden sich die Stromer von ihren europäischen Pendants.
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Kaum ein Automarkt dürfte so anspruchsvoll wie der chinesische sein. Insbesondere im Premiumsegment versuchen Hersteller, sowohl ihren Charakter zu wahren, während sie gleichzeitig auf die Vorlieben und Wünsche der Kund:innen im Reich der Mitte eingehen. Besonders hoch sind da die Ambitionen, wenn man mit E-Autos auf dem wohl umkämpftesten globalen Markt für alternative Antriebe starten möchte.
BMW hat das erkannt und trotz beeindruckender Reichweite und Ladeleistung dank fortschrittlicher 800-V-Technik an Bord nochmals Hand an den „Neue Klasse“-Modellen BMW i3 und BMW iX3 angelegt. Das Ergebnis ist zunächst recht vorhersehbar: Auf der Auto China 2026 in Peking präsentiert der Münchener Autobauer beide Modelle mit langem Radstand als i3L und iX3L. Konkret bedeutet das knapp 108 mm mehr Radstand beim iX3 gegenüber der Version für Europa und Nordamerika. Für die Maße des i3L nennt BMW noch keine konkreten Daten, der Wert dürfte aber ähnlich sein.
Der BMW i3 im Video

BMW i3 und iX3 für China: Langer Radstand und technische Anpassungen
Mit dem Radstand ändert sich auch das Design beider „Neue Klasse“-Stromer im Detail. Beim BMW i3L fällt das Dach etwas flacher ab, der Knick im Stufenheck ist nicht ganz so ausgeprägt, wie beim Europa-Modell. Zudem fällt die C-Säule deutlich breiter aus. Beim iX3L dürften die Änderungen wohl nur Expert:innen auffallen: Lediglich die hinteren Türen und damit auch die Fensterflächen scheinen gestreckt worden zu sein. Übrigens: i3L und iX3L erhalten auch andere Türgriffe. Elektrisch versenkbare Türgriffe sind in China ab 2027 verboten, daher gibt es elegant eingearbeitete, herkömmliche Türöffner.
Doch allein mit mehreren Zentimetern mehr Fußraum für Fond-Passagier:innen geben sich chinesische Kund:innen im hochdigitalisierten E-Auto-Zeitalter wohl nicht mehr zufrieden. Denn BMW führt mit den Langversionen auch ein neues, auf chinesische Verkehrsverhältnisse zugeschnittenes Assistenzsystem namens „Adress-to-Adress“ ein. Die mit dem chinesischen Anbieter Momenta gemeinsam entwickelte, navigationsgeführte Fahrassistenz arbeitet mit einem Zentralrechner für automatisiertes Fahren zusammen. Eine lokal trainierte KI soll „das sanfteste assistierte Fahrerlebnis“ mit Level-2-Autonomie bieten. Fahrer:innen können etwa mit leichtem Bremsen das System beeinflussen, ohne den Fahrassistenten auszuschalten.
Und auch das Infotainmentsystem „BMW Panoramic iDrive“ wurde an den Markt angepasst. Zwar bleiben Kernelemente wie Menüarchitektur und Design identisch, die Inhalte wurden aber zum Teil durch chinesische Software ersetzt. So etwa die Sprachinteraktion: Während in Europa und Nordamerika Amazon-Technik zum Einsatz kommt, setzen die China-Modelle auf Systeme vom chinesischen Unternehmen „DeepSeek“.
Höhere Reichweite von i3 und iX3 in China: Bessere Batterien?
Die Antriebe dürften dagegen identisch bleiben. Auffällig sind nur die neuen Reichweiten-Werte: Den i3L gibt BMW in China mit über 1000 km Reichweite an, der iX3L soll bis zu 900 km schaffen. In Europa ist bei bis zu 900, beziehungsweise 805 km bereits Schluss. Bekommt die chinesische „Neue Klasse“ etwa größere Batterien?
Die unterschiedlichen Reichweitenangaben dürften von den jeweiligen Testzyklen abhängig sein: In Europa wird nach der etwas strengeren WLTP-Norm getestet, während in China nach CLTC verfahren wird. Bei CLTC wird mit niedrigeren Geschwindigkeiten und einem höheren Leerlauf-Anteil (Simulation von Stop-and-Go-Verkehr) getestet, dadurch sind die Reichweiten-Werte von E-Autos in China tendenziell höher.

















