BMW M4 vs. Ford Mustang: Power-Coupés im Test-Duell
Mit dem BMW M4 und dem Ford Mustang Dark Horse treffen zwei ikonische Sportwagen aufeinander. Wer auf dem Nürburgring wem die Hosen auszieht und auch sonst am meisten überzeugt, klärt der Vergleichstest!
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- Vergleichstest: BMW M4 und Ford Mustang Dark Horse im Showdown auf dem Nürburgring
- Motor/Getriebe: Rohe V8-Power im Ford Mustang Dark Horse
- Fahrdynamik: Auf der Strecke zeigt der BMW M4, was möglich ist
- Fahrkomfort: Beide Kontrahenten setzen auf adaptive Dämpfer
- Karosserie: Hochwertig verarbeiteter Innenraum im BMW M4
- Umwelt/Kosten: Über 40.000 Euro trennen die Duellanten
- Technische Daten & Messwerte von BMW M4 und Ford Mustang Dark Horse
- Ergebnis in Punkten
- Fazit
Vergleichstest: BMW M4 und Ford Mustang Dark Horse im Showdown auf dem Nürburgring
Das Testduell BMW M4 gegen Ford Mustang ist mehr als nur ein kompetitives Aufeinandertreffen zweier hochbegabter Sportler. Hier geht es schlichtweg um verschieden Philosophien, denen die beiden traditionsreichen Sportcoupés in ihren aktuellsten Ausbaustufen unterliegen: der hochmoderne Edeltechniker auf der einen Seite, das gewaltige Muscle-Car auf der anderen Seite. Zumindest eine Gemeinsamkeit haben sie doch: schier unbändiger Fahrspaß bei halbwegs alltagstauglichem Gesamtpaket. Der Wettkampf geht unterdessen im natürlichen Habitat waschechter Sportwagen über die Bühne: auf dem Nürburgring. So schlagen sich der M4 und der Mustang Dark Horse in unserem Vergleichstest!
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Motor/Getriebe: Rohe V8-Power im Ford Mustang Dark Horse
Filigranes Doppel-Turbo-Triebwerk gegen hochdrehenden V8-Sauger: Bei den Motoren verfolgen beide Hersteller ihre ureigene Herangehensweise. Während der BMW das zweifach aufgeladene Sechszylinder-Sahnebonbon im bulligen Bug trägt, setzt Ford traditionell auf einen wuchtigen Achtzylinder mit freier Ansaugung. Höchst faszinierend sind indes beide Aggregate.
Wenn die Turbolader nach minimaler Gedenkzehntelsekunde genügend Druck aufgebaut haben, geht im BMW M4 die Post ab. In nur 4,5 s beschleunigt das seidenweich laufende Triebwerk den bayerischen Spitzenathleten auf 100 km/h. Tempo 200 liegt nach nur 13,7 s an. Dabei verdreht der Dreiliter-Reihensechser durch sein herzerweichend intoniertes Konzert massenweise die Köpfe von Sportwagen-Fans. Die vielfältige Sound-Klaviatur reicht von satt-bassigem Grollen im Stand über hochfrequentes Brüllen beim Ausdrehen bis zum saftigen Auspuffsprotzeln bei Gaswegnahme.
Der urtümliche V8 im Ford Mustang Dark Horse ist von anderem Naturell: roher, weniger kultiviert, allerdings ungleich spontaner in der Gasannahme. Das Steigen der Drehzahl wird indes stets untermalt von sattem Heavy-Metal-Sound, der tieffrequent wummernd beginnt, dann bedrohlich anschwillt und schlussendlich zu brachialem Schreien übergeht, wenn die Höchstdrehzahl von deutlich über 7000 Touren erreicht ist. Wen das kalt lässt, ist endgültig reif für die E-Mobilität.
Dass der Mustang langsamer und in den zu lang übersetzten höheren Gängen fast schon etwas gehemmt vorwärts marschiert und in Summe auch noch 0,8 l mehr Kraftstoff verbrennt als sein Vergleichstest-Widersacher, nehmen Fans sicherlich achselzuckend zur Kenntnis – und freuen sich stattdessen über die perfekte Schaltbarkeit des manuellen Sechsgang-Getriebes. Dieses wartet im Gegensatz zur etwas knorpeligen und eher langwegigen Schaltung des BMW mit extrem kurzen, dabei hochpräzise definierten Gassen auf.

Fahrdynamik: Auf der Strecke zeigt der BMW M4, was möglich ist
Wer das sportliche Potenzial der beiden rasanten Coupés auch nur ansatzweise ausreizen möchte, sollte dafür dringend eine abgesperrte Strecke aufsuchen. Unser Weg führt uns einmal mehr auf die Sprintvariante des Nürburgring Grand-Prix-Kurses. Hier können sich die Duellanten nach Belieben austoben.
Zunächst galoppiert die amerikanische Sportwagenlegende über die Piste. Und das überraschend behände – jedenfalls in mittelschnellen und schnellen Ecken. Mit seiner ausgeprägten Stabilität fördert der glatt 1800 kg schwere Zweitürer das vertrauensvolle Herantasten ans durchaus hohe Limit beim Einlenken. Am Kurvenausgang verrichtet das serienmäßige Torsen-Sperrdifferential einen sehr wirkungsvollen Job und verteilt das Antriebsmoment passgenau zwischen den Hinterrädern, sodass der Ford Mustang Dark Horse ohne nennenswerte Traktionsverluste anschiebt.
In engeren Kurven wirkt der Amerikaner trotz der haftstarken Vorderachse hingegen etwas sperrig. Die nicht übermäßig direkte Lenkung erleichtert mit ihrem flauen Feedback ebenfalls nicht gerade das Treffen der passenden Linie im engen Geschlängel. Einen sehr guten Eindruck hinterlässt dafür die serienmäßige Brembo-Bremse. Sie lässt sich fein dosieren und staucht den Mustang vor jeder Kurve zuverlässig sowie vehement zusammen – auch über etliche Runden hinweg. Seine Bestzeit: respektable 1:42,9 min.
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Umstieg in den BMW M4: Bereits beim ersten Einlenken wird klar, dass der M4 auf der Rennstrecke das Zepter übernimmt. Der Bajuware lässt sich mit enormer Agilität in alle Arten von Kurven werfen, erreicht höhere Kurvengeschwindigkeiten und wirkt in jeder Hinsicht präziser und leichtfüßiger als der Mustang, was vorrangig an der herausragenden Lenkung liegt, die jederzeit glasklar mit der Person am Steuer kommuniziert. Am Kurvenausgang ist aber ein wacher Geist gefragt, denn unüberlegtes Gasgeben sorgt dafür, dass das Herausbeschleunigen in kerniges Leistungsübersteuern ausufert. Probates Gegenmittel: gezieltes Short-Shifting, also früheres Hochschalten, um das üppige Drehmoment statt der Höchstleistung des Motors zu nutzen. Das bringt Ruhe ins Auto.
Verlass ist ferner auf die sündhaft teure Carbon-Keramik-Bremsanlage, mit der unser Testwagen ausgerüstet ist. Sie liefert warm kürzere Bremswege als die Ford-Stopper, lässt sich dabei noch besser dosieren und zeigt sich auch nach etlichen schnellen Runden absolut stressresistent. Unterm Strich ist der BMW dem Ford fahrdynamisch überlegen, was die um glatt drei Sekunden schnellere Rundenzeit eindrucksvoll untermauert. Fairerweise muss aber erwähnt werden, dass unser Testwagen mit dem M Race Track-Paket ausgerüstet ist, das unter anderem gezielte Leichtbaukomponenten beinhaltet – etwa die Carbon-Vollschalensitze oder Schmiederäder. Diese Maßnahmen verfehlen ihre Wirkung nicht, wie das gemessene Leergewicht zeigt. Dies liegt satte 29 kg unter der Werksangabe für ein M4 Coupé im Serientrimm.

Fahrkomfort: Beide Kontrahenten setzen auf adaptive Dämpfer
Auch wenn das Ein- und Aussteigen aufgrund der hohen Wangen etwas beschwerlich ausfällt, liefern die optionalen Schalensitze des BMW M4 neben jeder Menge Halt einen ungeahnten Komfort – selbst auf ausgedehnten Reisen. Die Sitze im Ford Mustang Dark Horse stützen den Körper weniger wirkungsvoll und sind ziemlich weich gepolstert. Das kann man mögen, muss man aber nicht. Ebenfalls softer im direkten Vergleich mit seinem Gegner fällt die Federung des Mustang aus, der wie der M4 serienmäßig adaptive Dämpfer beinhaltet. Das spürt man vor allem bei langsamer Fahrt.
Bei höherem Tempo wird der Ford überraschenderweise recht ruppig und gleicht beispielsweise aufeinanderfolgende kleinere Wellen gar nicht mehr aus. Trotz der reichlich straffen Grundabstimmung wirkt der BMW unbeladen insgesamt angenehmer, federt sensibel an und absorbiert die meisten Fahrbahnschäden sehr ordentlich. Außerdem weist er auf groben Unebenheiten weniger Vertikalbewegungen auf als sein Rivale im Vergleichstest. Im Gegensatz zum Mustang verliert der agile Bayer mit voller Beladung an Bord allerdings etwas an Souveränität.
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Karosserie: Hochwertig verarbeiteter Innenraum im BMW M4
Mit seinem fast schon limousinenhaften Platzangebot und dem praxistauglichen Kofferraum beweist der BMW M4, dass sich Sportwagen durchaus auch für den Alltag eignen. Ganz anders der Vergleichstest-Gegner Ford Mustang: Bei sehr ähnlichen Außenabmessungen stellt der Amerikaner innen ungleich weniger Raum zur freien Verfügung. Vorn fehlt es an Kopffreiheit und hinten im Grunde an allem, sodass die beiden Sitzgelegenheiten im Fond allenfalls für kleinere Kinder taugen – und das auch nur für kurze Strecken.
Ferner ist das Gepäckabteil des Ford Mustang mit 381 l eher klein bemessen, und die winzige Ladeluke erschwert obendrein erheblich das Beladen. Den deutlich günstigeren Preis merkt man dem Amerikaner im Innenraum ebenfalls an. Die Materialien im belanglos gestalteten Interieur wirken billig und weniger solide, während der BMW in jedem Winkel seines Innenraums höchste Verarbeitungssorgfalt ausstrahlt und edle Materialien beinhaltet.
Umwelt/Kosten: Über 40.000 Euro trennen die Duellanten
Der BMW M4 ist in jeder Hinsicht enorm teuer! Inklusive der wertungsrelevanten Extras des Testwagens kostet der Bajuware 41.050 Euro mehr als der Ford Mustang Dark Horse. Gleichzeitig verliert der M4 wesentlich mehr an Wert und kostet wegen der äußerst hohen Typklassen-Einstufungen ein Vermögen in der Versicherung. Kein Wunder also, dass sich der Ford den Sieg im Kostenkapitel mit großem Vorsprung sichert – selbst wenn die Aufwendungen für den Kraftstoff aufgrund des höheren Verbrauchs über denen des BMW liegen. Am ungefährdeten Gesamtsieg des Münchners ändert dieser Umstand aber nichts mehr.
Technische Daten & Messwerte von BMW M4 und Ford Mustang Dark Horse
| AUTO ZEITUNG 21/2025 | BMW M4 Coupé | Ford Mustang Dark Horse |
| Technik | ||
| Motor | R6-Zylinder; 4-Ventiler; Biturbo; Partikelfilter | V8-Zylinder; 4-Ventiler; Partikelfilter |
| Hubraum | 2993 cm³ | 5038 cm³ |
| Bohrung/Hub | 84,0 / 90,0 mm | 93,0 / 92,7 mm |
| Leistung bei | 353 kW (480 PS) bei 6250 U/min | 334 kW (453 PS) bei 7250 U/min |
| Max. Drehmoment bei | 550 Nm bei 2650–6130 U/min | 540 Nm bei 5100 U/min |
| Gewichte | ||
| Leergewicht (Werk/Test) | 1700 / 1671 kg | 1742 / 1800 kg |
| Zulässiges Gesamtgewicht | 2155 kg | 2145 kg |
| Maße (L/B/H) | 4801 / 1887 (2084)*/k. A. mm | 4819 / 1917 (2081)*/k. A. mm |
| Kofferraumvolumen | 440 l | 381 l |
| Effektive Zuladung | 484 kg | 345 kg |
| Dachlast / Stützlast | 75 / – kg | – / – kg |
| Fahrleistungen | ||
| 0 – 30 km/h | 1,5 s | 1,5 s |
| 0 – 50 km/h | 2,3 s | 2,4 s |
| 0 – 60 km/h | 2,6 s | 2,9 s |
| 0 – 70 km/h | 3,3 s | 3,4 s |
| 0 – 80 km/h | 3,7 s | 4,1 s |
| 0 – 90 km/h | 4,2 s | 4,7 s |
| 0 – 100 km/h | 4,5 s | 5,3 s |
| 0 – 120 km/h | 6,1 s | 7,0 s |
| 0 – 140 km/h | 7,5 s | 8,7 s |
| 0 – 160 km/h | 9,3 s | 11,1 s |
| 0 – 180 km/h | 11,5 s | 13,6 s |
| 0 – 200 km/h | 13,7 s | 16,4 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 250 (opt. 290) km/h | 263 km/h |
| Handling (Rundenzeit) | 1 : 39,9 min | 1 : 42,9 min |
| Slalom (18 m Pylonenabstand) | 68,4 km/h | 67,2 km/h |
| Bremswege | ||
| 100 km/h kalt / warm | 33,8 / 33,8 m | 33,9 / 33,0 m |
| 50 km/h / 150 km/h kalt | 9,4 / 74,4 m | 9,1 / 77,9 m |
| Innengeräusche | ||
| bei 50 km/h | 63 dB(A) | 64 dB(A) |
| bei 100 / 130 km/h | 68 / 72 dB(A) | 68 / 73 dB(A) |
| Verbrauch & Emissionen | ||
| Testverbrauch | 10,0 l SP / 100 km | 10,8 l SP / 100 km |
| WLTP-Verbrauch | 10,0 l / 100 km | 12,2 l / 100 km |
| CO₂-Ausstoß (Test / WLTP) | 237 / 226 g/km | 256 / 279 g/km |
| Reichweite gesamt | 590 km | 565 km |
| Preise | ||
| Grundpreis | 97.100 € | 72.500 € |
| Bewerteter Preis (inkl. Optionen) | 113.550 € | 72.500 € |
| Wartung, Rabatt & Wertverlust | ||
| Werkstattkosten (jährlich) | 982 € | 988 € |
| Rabatt | 17,8 % / 17.284 € | k. A. |
| Wertverlust nach 4 Jahren (20.000 km / Jahr) | 57,0 % / 64.723 € | 52,8 % / 38.280 € |
| Versicherung & Steuern | ||
| Typklassen (HP / VK / TK) | 21 / 31 / 29 | 18 / 26 / 24 |
| Versicherungskosten (HP / VK / TK) | 897 / 3178 / 539 € | 797 / 1203 / 220 € |
| Abgasnorm / Steuer pro Jahr | Euro 6e / 237 € | Euro 6e / 256 € |
Ergebnis in Punkten
| Gesamtbewertung (max. Punkte) | BMW M4 | Ford Mustang Dark Horse |
| Karosserie (1000) | 612 | 476 |
| Fahrkomfort (1000) | 684 | 607 |
| Motor/Getriebe (1000) | 682 | 638 |
| Fahrdynamik (1000) | 733 | 711 |
| Eigenschaftswertung (4000) | 2711 | 2432 |
| Kosten/Umwelt (1000) | 187 | 247 |
| Gesamtwertung (5000) | 2898 | 2679 |
| Platzierung | 1 | 2 |
Fazit
Es fällt schwer, zwei solch charakterstarke Hochleistungs-Coupés rational zu beurteilen. Sowohl der BMW M4 als auch der Ford Mustang sprechen die Sinne mit jeweils ganz eigenen Reizen an. So begeistert der Münchner mit ungehemmtem Turbo-Punch, während der Ami mit seinem grandios klingenden Achtzylinder eine Hymne auf großvolumige Verbrennungsmotoren singt. Nach Punkten siegt jedoch der BMW. Er ist nicht nur der deutlich begabtere Sportwagen, sondern auch dank seiner ungleich geräumigeren Fahrgastzelle das praktischere Auto. Dem Ford bleibt die Rolle des Preis-Leistungs-Siegers.




















