Vergleichstest

Große E-SUV im Vergleichstest: Darum siegt der Hyundai Ioniq 9

Der neue Hyundai Ioniq 9 fordert im Vergleichstest seine Kontrahenten heraus: BMW iX, Polestar 3 und Volvo EX90 wollen dagegenhalten!

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Gruppenbild mit Blick von vorne auf die fahrenden E-SUV BMW iX, Hyundai Ioniq 9, Volvo EX90 und Polestar 3
Der neue Hyundai Ioniq 9 fordert im Vergleichstest seine Kontrahenten heraus: BMW iX, Polestar 3 und Volvo EX90 wollen dagegenhalten! Foto: Daniela Loof
Blick von schräg vorne auf den fahrenden BMW iX.
Die wenig performante Bereifung steht einer besseren Fahrdynamik im Weg. Foto: Daniela Loof
Blick auf die Armaturen im Innenraum des BMW iX.
Flach bauendes Armaturenbrett mit Bildschirmgalerie samt verspielten Instrumenten. Foto: Daniela Loof
Blick auf die Vordersitze im Innenraum des BMW iX.
Den bequemen Sitzen des Bayern fehlt eine ausziehbare Oberschenkelauflage. Foto: Daniela Loof
Blick in den Kofferraum des BMW iX.
Beim BMW fallen die breiten Backen der Karosserie samt Zusatzleuchten auf. Foto: Daniela Loof
Blick von schräg vorne auf den fahrenden Hyundai Ioniq 9.
Der Rundkurs ist nicht sein bevorzugtes Revier – das ist eindeutig die Autobahn. Foto: Daniela Loof
Blick auf die Armaturen im Innenraum des
Die vielen Ablagen gefallen, der Materialmix ist allerdings recht wild. Foto: Daniela Loof
Blick auf die Vordersitze im Innenraum des
Trotz elektrisch einstellbarer Wangen bieten die Sitze am wenigsten Seitenhalt. Foto: Daniela Loof
Blick in den Kofferraum des
Das Ladeabteil des Ioniq 9 schluckt bis zu 2494 l – Bestwert. Foto: Daniela Loof
Gruppenbild mit Blick von schräg vorne auf die E-SUV BMW iX, Volvo EX90, Polestar 3 und Hyundai Ioniq 9
Reale Reichweiten von rund 400 km bieten alle vier. Foto: Daniela Loof
Blick von schräg vorne auf den fahrenden Hyundai Ioniq 9.
Der flache Polestar bereitet am meisten Fahrspaß – und fährt die Bestzeit. Foto: Daniela Loof
Blick auf die Armaturen im Innenraum des
Abgeflachtes Lenkrad mit 12-Uhr-Markierung und das Polestar-eigene UX-Design. Foto: Daniela Loof
Blick auf die Vordersitze im Innenraum des
Die tiefe Sitzposition harmoniert mit dem fahraktiven Charakter des Polestar 3. Foto: Daniela Loof
Blick in den Kofferraum des
Asymmetrisch umklappbare Rücksitzlehnen mit Durchlade im Polestar. Foto: Daniela Loof
Blick von schräg vorne auf den fahrenden Hyundai Ioniq 9.
Ein entspannt fahrendes SUV: Der EX90 setzt mehr auf Längs- denn Querdynamik. Foto: Daniela Loof
Blick auf die Armaturen im Innenraum des
Die Bedienung ist ähnlich reduziert gehalten wie das skandinavische Design. Foto: Daniela Loof
Blick auf die Vordersitze im Innenraum des
Die Woll-Bezüge der Sitze schmeicheln der Haut, sind aber sehr empfindlich. Foto: Daniela Loof
Blick in den Kofferraum des
Topfebene Ladefläche über zwei Sitzreihen hinweg im Heck des Volvo. Foto: Daniela Loof
Gruppenbild mit blick von schräg hinten auf die E-SUV Hyundai Ioniq 9, Volvo EX90, BMW iX und Polestar 3
Die Hecks lassen sich prima nach ihrer Höhe sortieren – wie die Orgelpfeifen: Hyundai, Volvo, BMW, Polestar. Foto: Daniela Loof

Im Vergleichstest: Neuer Hyundai Ioniq 9 gegen BMW iX, Polestar 3 und Volvo EX90

Das Quartett, das sich fürs Foto eindrucksvoll mit dem Gegenwind anlegt, bringt zusammen satte 10.572 kg auf die Waage. Viel Gewicht, um am Ende vor allem eins bieten zu wollen: einen luftigen Innenraum mit viel Platz zur freien Entfaltung. Um die schweren Fuhren angemessen in Schwung zu bringen, haben alle vier jeweils einen E-Motor pro Achse: Unter 300 kW (408 PS) Gesamtleistung geht hier gar nichts.

Während Volvo EX90 und Hyundai Ioniq die gediegenen Autobahn-Kreuzer mit drei Sitzreihen und feudalen Einzelsesseln im Fond geben, fahren die fünfsitzigen Kontrahenten BMW iX und Polestar 3 eine deutlich dynamischere Schiene. Einig ist man sich wiederum beim Preis. Hier bewegen wir uns durchweg oberhalb von 80.000 Euro. Dass BMW für seinen iX den günstigsten Einstiegspreis aufruft, darf man durchaus als Überraschung bezeichnen – es wird nicht die einzige in diesem Vergleichstest bleiben. So viel sei an dieser Stelle schon verraten.

Der Hyundai Ioniq 9 im Video

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Karosserie: So viel Platz wie der Hyundai Ioniq 9 bietet keiner

Seine raumökonomischen Vorzüge hat der Hyundai Ioniq 9 jüngst schon im Test selbstbewusst präsentiert. Dabei nutzt der Autobauer die Vorzüge seiner Elektroauto-Plattform E-GMP (Global Modular Platform) konsequent aus. Das 6-Sitzer-Relax-Paket für faire 1000 Euro Aufpreis raubt ihm zwar einen Sitz, schraubt ihm im Gegenzug aber feudale Einzelsitze auf den topfebenen Fahrzeugboden. Die hinterste Reihe verschwindet elegant auf Tastendruck im Unterbau. Ergebnis des hochflexiblen Sitzkonzepts: Sechs Personen können mit jeder Menge Platz gesegnet auf Reisen gehen.

Wie großzügig der Ioniq 9 tatsächlich geschnitten ist, fällt auf, sobald man in den anderen Sechssitzer umsteigt. Der etwas kürzere Volvo EX90 muss besonders in der dritten – ebenfalls elektrisch umklappbaren – Sitzreihe zurückstecken, die allenfalls für Kinder oder als Notsitze taugt. Doch auch er zählt zu den Raumriesen der Klasse. Der BMW iX und der Polestar 3 haben im Fond klassische Sitzbänke samt umlegbarer Lehnen. Ihre hohen Fahrzeugböden machen sie besonders im Fußraum enger als ihre größeren Rivalen.

Hoch sind auch die Ladekanten – ein Tribut an die trendigen SUV-Karosserien. Einzig der Polestar 3 beherrscht den praktischen Kniff, sein Heck auf Knopfdruck absenken zu können. Das lässt den kleinsten Laderaum ein wenig verschmerzen. Das mit Abstand größte Gepäckabteil besitzt der Hyundai, was ihm sogar die volle Punktzahl einbringt.

Dass Volvo und Polestar auf der gleichen SPA-II-Plattform (Scalable Product Architecture II) des Geely-Konzerns, zu dem beide Marken gehören, stehen, zeigt sich bei der teils ausufernden Gleichteile-Strategie. Das wird umso deutlicher, wenn man Fotos der Cockpits direkt nebeneinanderlegt. Was aber bei beiden gefällt, ist der Materialmix. Der Volvo EX90 fällt im Vergleichstest allerdings ein wenig ab, da etwa die Nähte auf dem Armaturenbrett unschöne Blasen direkt im Sichtfeld bilden und weil er auf groben Verwerfungen mit einer weniger steifen Karosserie irritiert – doch dazu später mehr.

Der Hyundai Ioniq 9 stellt Geschmack und Tastsinn mit seinen teils einfachen Materialien am stärksten auf die Probe. Der BMW iX dagegen setzt sich mit der hochwertigsten Karosserie, deren Unterbau teils aus teurem, aber leichtem Carbon besteht, und einer rundum guten Verarbeitung an die Spitze bei der Fahrzeugqualität.

„Der Hyundai-Laderaum schluckt über 1000 l mehr als der des Polestar“
Sven Kötter

Gleiches gilt für die Bedienung. Trotz des größten Funktionsumfangs inklusive recht kleinteiliger App-Übersicht geht sie im iX dank verschiedener ausgereifter Eingabemethoden leicht von der Hand. Besonders der Dreh-Drück-Steller hat nach wie vor seine Daseins-Berechtigung. Der EX90 setzt dem ein minimalistisch gestaltetes, entschlacktes Bediensystem entgegen, das ebenfalls leicht zu durchschauen ist. Der 3er hat ein sehr ähnliches, das an der ein oder anderen Stelle aber mit der Gruppierung von Funktionen abfällt – auch die nicht beschrifteten Lenkradtasten sind nicht der Weisheit letzter Schluss.

Das gilt ebenso für den tastenlosen Schlüssel und die beigelegte Keycard, die bei den Geely-SUV für Frust sorgten. Von der Ferne ver- oder entsperren? Nicht möglich. Ob der Smartphone-Schlüssel besser funktioniert, ließ sich leider nicht testen. Dass wir uns hier in einer gehobenen Fahrzeugklasse bewegen, beweisen die rundum großzügig bestückten Sicherheitsausstattungen – und die ordentliche Abstimmung der Assistenzsysteme. Allerdings dürfte der Aufmerksamkeitsassistent des Ioniq 9 gern eine Spur gelassener agieren. Eine Eigenart, die er mit vielen Konzernbrüdern teilt.

Fahrkomfort: Der Volvo EX90 hat die besten Sitze

Der große Koreaner geht mit den einfachsten Komponenten in den Schlagabtausch: Auf eine Luftfederung sowie adaptive Dämpfer muss der Hyundai Ioniq 9 verzichten. Doch er kann beim Federungskomfort durchaus mithalten – allerdings ohne Glanzlichter zu setzen. Prinzipiell setzt Hyundai beim großen E-SUV auf eine schluckfreudige Federung, was aber auch große Aufbaubewegungen zur Folge hat. Höhere Geschwindigkeiten kommen dem Set-up entgegen, harte Kanten eher nicht. Hier zeigt sich die Hinterachse bockig. Beladen wird sein Charakter intensiviert, was die Reserven schneller zur Erschöpfung bringt.

Im BMW iX ist eine Luftfederung optional erhältlich – mit grundsätzlich strafferer Abstimmung. Positiv fallen die Steifigkeit der Karosserie und die gute Entkopplung des Fahrwerks von dieser auf. Das, was der BMW auf der Straße wegarbeitet, wird bestmöglich von seiner Struktur ferngehalten. Auch das Geely-Duo setzt auf eine Luftfederung – der Polestar 3 serienmäßig, der Volvo EX90 optional. Dabei offenbaren aber beide eine grundsätzlich andere Abstimmung beziehungsweise Karosserieanbindung. Die ist Polestar besser gelungen, denn der 3er agiert insgesamt eine ganze Spur mitteilsamer als der Volvo.

Der Volvo EX90 neigt auf groben Verwerfungen und permanenten Anregungen regelrecht zum Zittern – bei gleichzeitig viel Bewegung im Aufbau. Das ist nicht zwingend unkomfortabel, aber auch nicht ideal abgestimmt. Punkten kann der Schwede hingegen mit den besten Sitzen im Vergleichstest. Gut geschnitten und vielfältig anpassbar, sitzt man hier auch auf langen Strecken ermüdungsfrei – und das sogar in Reihe zwei. Vorn ist der Polestar 3 ganz ähnlich ausstaffiert. Allerdings ist etwa der Sitzbezug ein anderer – und robusterer. Auch in Reihe zwei passt der Sitzkomfort im schnittigen Schweden, wenngleich die mechanisch einstellbaren Einzelsitze seines Konzernbruders noch mehr Möglichkeiten bieten.

Der Hyundai Ioniq 9 ist eindeutig der absolute Fond-König. Seine elektrisch einstellbaren Sitze protzen unter anderem mit einer schwenkbaren Beinauflage – und patzen nur bei den zu schmal dimensionierten Armlehnen. Das Gestühl des BMW sieht zwar opulent aus, ist aber straffer gepolstert, als es zunächst den Anschein hat. Zudem fehlen eine ausziehbare Oberschenkelauflage sowie einstellbare Kopfstützen.Sogar im Fond sind die Kopfstützen fix, was auch der Rundumsicht nicht zuträglich ist. Beim Geräuscheindruck sind es eher die kleinen Dinge, die stören, denn grundsätzlich profitieren alle vom flüsterleisen E-Antrieb. Der Hyundai fällt vor allem mit Fahrwerksgeräuschen auf, der Polestar mit Windgeräuschen rund um die A-Säule. BMW und Volvo sind subjektiv leiser.

Gruppenbild mit Blick von schräg vorne auf die E-SUV BMW iX, Volvo EX90, Polestar 3 und Hyundai Ioniq 9
Foto: Daniela Loof

Motor/Getriebe: Den niedrigsten Verbrauch fährt der BMW iX xDrive45 ein

Der Konsens beim Antriebskonzept mit jeweils einem E-Motor pro Achse kennzeichnet alle vier elektrischen Allrad-SUV – was aber keinesfalls ein langweiliges Einerlei bedeutet. Da wäre zum Beispiel der Stärkste im Bunde: Der 360 kW leistende Polestar 3 Long Range Dual Motor ist längsdynamisch nicht zu schlagen und rennt in der Spitze sogar 210 km/h. Das sichert ihm wichtige Punkte, die er beim Verbrauch, der sich bei durchschnittlichen 24,9 kWh einpendelt, gut gebrauchen kann. Denn hier schlägt die Stunde des BMW iX xDrive45, dessen fremderregte Synchronmaschinen nur 23,1 kWh auf 100 km konsumieren – Bestwert in diesem Vergleichstest.

Das sechssitzige Duo Hyundai Ioniq 9 AWD Performance und Volvo EX90 Twin Motor AWD ist sich hier einig: Jeweils 26 kWh pro 100 km sind 
angesichts der riesigen Karosserien und der nicht idealen herbstlichen Witterungsbedingungen mit nur einstelligen Plus-Graden ebenfalls angemessen.

Die realistische Reichweite aller vier E-SUV beträgt rund 400 km – mal mehr (Polestar), mal weniger (Hyundai). Zügelt die fahrende Person ihr Temperament, schafft sie mit allen vier Elektrikern auch über 500 km am Stück. Das adelt sie durchweg zu veritablen Reisemobilen für die Langstrecke.

Am Schnelllader ist dann der Hyundai Ioniq 9 AWD Performance der Schnellste. Dank 800 V und 233 kW Ladeleistung in der Spitze lädt er seinen riesigen 103-kW-Akku in nur 24 min von zehn auf 80 Prozent SoC (State-of-Charge). Volvo EX90 Twin Motor AWD und Polestar 3 Long Range Dual Motor schaffen in der Ladespitze zwar mehr Kilowatt, sind allerdings weniger ausdauernd und obendrein weniger zuverlässig am Schnelllader. Doch die beiden Hersteller schaffen Abhilfe: Beide Modelle werden derzeit auf 800-V-Ladetechnik umgestellt, was die Karten neu mischen dürfte.

Dem Vergleichstest stellten sich die bekannten 400-V-Versionen. Auch der BMW iX xDrive45 muss mit der geringeren Spannung umgehen – tut dies aber immerhin ausdauernd, sogar jenseits der 80 Prozent SoC. Rund 30 min muss man jedoch für den Hub von zehn auf 80 Prozent einplanen. Vorbildlich: Als einziges SUV lässt sich der Bayer mit einem 22-kW-Bordlader ausstatten, was ihm an entsprechenden Wechselstrom-Säulen oder Wallboxen (hier im Test) hilft.

„Den BMW werfen die längsten Bremswege entscheidend zurück“
Sven Kötter

Fahrdynamik: Der Polestar 3 sieht nicht nur sportlich aus

Bei der Fahrdynamik schlägt die Stunde des Polestar 3, der seinem sportiven Äußeren auch Taten folgen lässt. Keiner in diesem Vergleichstest-Quartett liebt Kurven mehr als er – trotz des fehlenden Performance-Pakets. Der 3er baut mit seinen Pirelli P Zero im 22-Zoll-Format einen hohen mechanischen Grip auf, ist dabei neutral abgestimmt, und seine Kraft lässt sich stets vorhersehbar nutzen. Beim Bremsen liefert er zwar keine Bestwerte, sein Rettungsanker ist aber durchweg gut dosierbar.

Das gilt so auch für die Bremsanlage des BMW iX, ohne dass der Münchner aber annähernd so gute Verzögerungswerte erreichet – trotz optionaler M Sportbremse. Der Hauptgrund für das überraschend mäßige Abschneiden dürfte die wenig performante, eher auf Effizienz getrimmte Hankook-Bereifung sein. Dennoch fährt der iX die zweitschnellste Zeit auf dem Rundkurs: Er macht quasi das Beste aus seinem Leistungs- und Materialdefizit. Gut gefällt zudem die mitteilsame Lenkung, auch wenn sie etwas synthetisch anmutet.

Die beiden Sechssitzer machen zwar keinen kompletten Bogen um die Querdynamik, fahren aber grundlegend anders als Polestar und BMW. Besonders die stärkeren Aufbau- und Lastwechselbewegungen vereiteln eine ausgeprägtere Fahrdynamik. Umso beachtlicher ist, dass der schwächere Volvo EX90 den stärkeren Hyundai Ioniq 9 auf dem Handlingkurs distanzieren kann. Er fährt eine Spur williger ums Eck, was auch an der gefühlvolleren Lenkung liegt.

Viel wichtiger als all das: Die Fahrsicherheit ist bei allen vier SUV hoch. Trotz potenter Antriebe und viel Masse, die bewegt wird, bleiben sie in ihren Reaktionen vorherseh- und kontrollierbar. Ein Beleg für die gute Abstimmung der elektronischen Rettungsanker, die bei keinem der Probanden rüde ins Geschehen eingreifen. Mit einer Ausnahme: Geht man mit dem Volvo in die Vollverzögerung, werden die Personen an Bord derart fest von den Gurten eingefangen und festgehalten, dass es schon unangenehm und durchaus schmerzhaft wird.

Umwelt/Kosten: Der Volvo EX90 reißt als Einziger die 100.000 Euro-Marke

Bei den Kosten wird es dann knifflig: Volvo und Polestar schickten uns Testwagen, die so nicht mehr konfiguriert werden können. Als Grundlage müssen in diesem Vergleichstest daher veraltete Preise dienen. Während der Volvo EX90 schon auf 800-V-Technik umgestellt wurde (Twin Motor AWD, ab 96.190 Euro), steht der Schritt beim Polestar 3 unmittelbar bevor. Zudem ist die Ausstattung der getesteten Launch Edition mit der Kombination aus 22-Zoll-Rädern ohne Performance-Upgrade so nicht mehr darstellbar. Die 380 kW (517 PS) starke Long Range Dual Motor-Version mit Performance-Paket kostet derzeit ab 92.690 Euro – allerdings noch mit 400 V.

Das vermeintliche Schnäppchen der Runde, der BMW iX, verteuert sich in der testrelevanten Ausstattung auf 94.900 Euro, womit er Hyundai und Polestar überflügelt. Der hohe Einstiegspreis des Hyundai Ioniq 9 wiederum hat einen einfachen Grund: Er fährt als AWD Performance nahezu schon mit Vollausstattung vor. Wer mit weniger Annehmlichkeiten leben kann, muss zu den schwächeren Modellen greifen. Der Volvo kostet unterm Strich als Einziger im Vergleichstest mehr als 100.000 Euro.

Happig: Nach vier Jahren verliert der große Schwede zudem über 50.000 Euro an Wert. Doch auch die Konkurrenz ist kaum günstiger, geschweige denn wertstabiler. Bei Hyundai und Volvo kommen zudem erhöhte Versicherungskosten hinzu. Polestar und Volvo punkten immerhin mit niedrigen Wartungskosten. Die vier Probanden bestätigen damit unterm Strich gemeinsam das gern zitierte, ungeschriebene Gesetz: Viel Auto kostet auch verdammt viel Geld.

Fazit

Der Hyundai Ioniq 9 AWD Performance überflügelt die Konkurrenz mit einem ansprechenden Mix aus riesigem Platzangebot, toller Ausstattung und souveränem Antrieb. Hinter dem Testsieger aus Korea läuft der Polestar 3 Long Range Dual Motor ein, der sich konsequent der Freude am Fahren verschreibt. Weil er günstiger ist als sein großer Bruder Volvo EX90 Twin Motor AWD, kann er diesen nach der Eigenschaftswertung im Kostenkapitel noch überholen. So bleibt dem BMW iX xDrive45 am Ende nur der undankbare vierte Platz – mit besseren Bremsen wäre definitiv mehr drin gewesen.

Technische Daten & Messwerte von BMW iX xDrive45, Hyundai Ioniq 9 AWD Performance, Polestar 3 Long Range Dual Motor und Volvo EX90 Twin Motor AWD

AUTO ZEITUNG XX/20XX

BMW iX xDrive45

Hyundai Ioniq 9 AWD Performance

Polestar 3 Long Range Dual Motor

Volvo EX90 Twin Motor AWD

Technik

Motoren

2 fremderregte Synchronmaschinen

2 permanenterregte Synchronmaschinen

2 permanenterregte Synchronmaschinen

2 permanenterregte Synchronmaschinen

Systemleistung

300 kW / 408 PS

315 kW / 428 PS

360 kW / 489 PS

300 kW / 408 PS

Systemdrehmoment

700 Nm

700 Nm

840 Nm

770 Nm

Batterie

Lithium-Ionen

Lithium-Ionen

Lithium-Ionen

Lithium-Ionen

Spannung / Kapazität netto

332 V / 94,8 kWh (100,0 kWh brutto)

800 V / 103,0 kWh (110,0 kWh brutto)

400 V / 107,0 kWh (111,0 kWh brutto)

400 V / 107,0 kWh (111,0 kWh brutto)

Max. Ladeleistung AC / DC

11 (opt. 22) kW / 175 kW

11 kW / 233 kW

11 kW / 250 kW

11 kW / 250 kW

Kraftübertragung

Getriebe

Allrad

Allrad

Allrad

Allrad

Antrieb

Konstantübersetzung

Konstantübersetzung

Konstantübersetzung

Konstantübersetzung

Fahrwerk

Radaufhängung

vorn: Doppelquerlenker, hinten: Mehrfachlenkerachse, rundum: Luftfederung (opt.), adaptive Dämpfer, Niveauregulierung, Stabi.; DSC (ESP)

vorn: McPherson-Federbeine, Querlenker; hinten: Mehrfachlenkerachse, Federn, Dämpfer, Niveauregulierung, Stabi.; ESC (ESP)

vorn: Doppelquerlenker; hinten: Mehrfachlenkerachse; rundum: Luftfederung, adaptive Dämpfer, Stabi.; ESC (ESP)

vorn: Doppelquerlenker; hinten: Mehrfachlenkerachse; rundum: Luftfederung (opt.), adaptive Dämpfer (opt.), Stabi.; ESC (ESP)

Lenkung

siehe Fahrwerk

siehe Fahrwerk

siehe Fahrwerk

siehe Fahrwerk

Bremsen

Zahnstange, elektromechanisch; Hinterradlenkung (opt.)

Zahnstange, elektromechanisch

Zahnstange, elektromechanisch

Zahnstange, elektromechanisch

Serienbereifung

rundum: innenbelüftete Scheiben; ABS, Bremsassistent

rundum: innenbelüftete Scheiben; ABS, Bremsassistent

rundum: innenbelüftete Scheiben; ABS, Bremsassistent

rundum: innenbelüftete Scheiben; ABS, Bremsassistent

Testbereifung

rundum: 235/60 R 20

rundum: 285/45 R 21

v: 255/50 R 20, h: 285/45 R 20

v: 255/50 R 20, h: 285/45 R 20

Reifen

rundum: 275/40 R 22 Y

rundum: 285/45 R 21 V XL

v: 265/40 R 22 V XL, h: 295/35 R 22 V XL

v: 265/40 R 22 H XL, h: 295/35 R 22 H XL

Maße & Gewichte

Außenmaße (L / B / H)

4965 / 1970 (2235)**/ 1695 mm

5060 / 1980 (2256)**/ 1790 mm

4900 / 1968 (2105)**/ 1614mm

5037 / 1964 (2113)**/ 1910 mm

Radstand

300,0 cm

313,0 cm

298,5 cm

298,5 cm

Kofferraumvolumen

500–1750 l

338–2494 l + 52 l Frunk

484–1411 l + 32 l Frunk

324–2082 l + 49 l Frunk

Leergewicht Werk / Test

2450 / 2524 kg

2614 / 2698 kg

2504 / 2587 kg

2682 / 2763 kg

Zul. Gesamtgewicht*

3100 kg

3320 kg

3050 kg

3300 kg

Effektive Zuladung

576 kg

622 kg

463 kg

537 kg

Anhängelast* (gebr. / ungebr.)

2500 / 750 kg

2500 / 750 kg

2200 / 750 kg

2200 / 750 kg

Dachlast* / Stützlast*

75 / 100 kg

100 / 125 kg

100 / 100 kg

100 / 100 kg

Wendekreis links / rechts

12,4 / 12,3 m

13,0 / 13,0 m

12,1 / 12,1 m

12,4 / 12,5 m

Fahrleistungen

0 – 50 km/h

2,2 s

2,1 s

2,2 s

2,5 s

0 – 100 km/h

5,1 s

5,0 s

4,7 s

5,7 s

Höchstgeschwindigkeit*

200 km/h

200 km/h

210 km/h

180 km/h

Handlingkurs

1:46,9 min

1:49,9 min

1:43,9 min

1:49,0 min

Slalom (Pylonenabstand 18 m)

62,1 km/h

61,3 km/h

63,5 km/h

60,8 km/h

Bremswege

aus 100 km/h kalt / warm

37,5 / 37,1 m

34,5 / 34,5 m

34,6 / 35,1 m

35,0 / 34,6 m

aus 50 / 150 km/h kalt

9,5 / 83,7 m

9,1 / 77,2 m

9,2 / 80,2 m

9,2 / 79,2 m

Innengräusche

Standgeräusch

bei 50 km/h

56 dB(A)

55 dB(A)

57 dB(A)

54 dB(A)

bei 100 / 130 km/h

61 / 66 dB(A)

62 / 67 dB(A)

64 / 68 dB(A)

61 / 66 dB(A)

Verbräuche

Testverbrauch

23,1 (17,6) kWh/100 km

26,0 (19,8) kWh/100 km

24,9 (19,6) kWh/100 km

26,0 (20,0) kWh/100 km

WLTP-Verbrauch*

21,8 kWh/100 km

20,6 kWh/100 km

19,8–21,8 kWh/100 km

20,7–22,0 kWh/100 km

CO2 Test*** / WLTP

84 / 0 g/km

94 / 0 g/km

90 / 0 g/km

94 / 0 g/km

Reichweite gesamt

410 km

396 km

430 km

412 km

Reichweite Test max. / WLTP

410 / 539 / 491–602 km

396 / 520 / 600 km

430 / 546 / 636 km

412 / 535 / 570–616 km

*Werksangaben

** Breite inkl. Außenspiegel

***Äquivalent gemäß deutschem Strommix (CO2: 420 g/kWh)

Ausstattung/Preise

BMW iX xDrive45

Hyundai Ioniq 9 AWD Performance

Polestar 3 Long Range Dual Motor

Volvo EX90 Twin Motor AWD

Grundpreis

83.500 €

87.800 €

89.900 €

91.700 €

Testwagen-Optionen

Bremsen

M Sportbremse (Paket)

Fahrwerk

adaptive 2-Achs-Luftfederung

adaptives Luftfahrwerk

Lenkung

Integral-Aktivlenkung

Reifen

22-Zoll-Bereifung

22-Zoll-Bereifung

22-Zoll-Bereifung

Sitze

M Multifunktionssitze

6-Sitzer-Relax-Paket

Ultra-Ausstattung m. Sitzen

Aufpreis

11.400 €

1000 €

14.260 €

Bewerteter Preis

94.900 €

88.800 €

89.900 €

105.960 €

Ausstattung

22-kW-Bordlader

Optional

3-Zonen-Klimaautomatik

800 € (4-Zonen Serie?)

Serie

Serie

Serie

360-Grad-Kamera

3900 € (im Innovationspaket)

Serie

2800 € (Pilot-Paket)

750 €

Anhängerkupplung

Massagesitze

3720 € (Comfort-Paket)

Serie

6000 € (Nappaleder-Upgrade)

10.600 € (Ultra)

Matrix-LED-Scheinwerfer

Serie

Serie

Serie

Ultra-Ausstattung

Parkassistent

Serie (Parking Assistant)

Serie

Serie

Serie/Pilot Assist

Wartung / Rabatt / Wertverlust

Werkstattkosten*

700 €

478 €

360 €

388 €

Rabatt**

19,5 % / 16.241 €

13,5 % / 11.711 €

k.A.

17,5 % / 16.571 €

Wertverlust (DAT) nach 4 Jahren / 20.000 km p.a.

60,9 % / 50.852 €

54,0 % / 47.412 €

57,4 % / 51.603 €

55,3 % / 50.710 €

Versicherung / Steuern pro Jahr

HP / VK / TK Typklassen

20 / 27 / 24

21 / 29 / 28

21 / 26 / 24

22 / 28 / 24

HP / VK / TK Kosten

860 / 1290 / 215 €

897 / 1888 / 460 €

897 / 1195 / 212 €

944 / 1476 / 209 €

Abgasnorm / Steuer

Elektro / befreit

Elektro / befreit

Elektro / befreit

Elektro / befreit

* Wartungskosten pro Jahr einschl. üblicher Verschleißteile ohne Reifen, ermittelt durch den ADAC

**Quelle: www.meinauto.de; zzgl. eventueller Überführungskosten

Gesamtbewertung

Punkte max.

BMW iX xDrive45

Hyundai Ioniq 9 AWD Performance

Polestar 3 Long Range Dual Motor

Volvo EX90 Twin Motor AWD

Karosserie

1000

737

788

700

775

Fahrkomfort

1000

792

782

783

791

Motor / Getriebe

1000

780

775

790

760

Fahrdynamik

1000

676

701

743

703

Eigenschaftswertung

4000

2985

3046

3016

3029

Kosten / Umwelt

1000

259

260

271

250

Gesamtwertung

5000

3244

3306

3287

3279

Platzierung

4

1

2

3