BMW 5er E39-Tuning: Sushi für die Schweinshaxe

Ein Toyota-Motor, der sich unter die Haube eines BMW 5ers verirrt und dort zur Hochform aufläuft? Klingt nach einer wilden Story, sollte aber am besten nur der Startschuss für eine fruchtvolle Zusammenarbeit sein.

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Getunter BMW 5er E39 mit Toyota-Motor auf dem Prüfstand, fotografiert von schräg vorne.
BMW 5er E39-Tuning: Toy-Motor mit über 1000 PS Foto: KMS Tuning via Facebook

Auf dem Prüfstand der Tuningschmiede KMS stemmt der Toy-Motor im BMW ungerührt 1056 PS (776 kW), die allein den Hinterrädern anvertraut werden.

Getunter BMW 5er E39 mit Toyota-Motor im Wald, fotografiert von schräg vorne.
BMW 5er E39-Tuning: Toy-Motor mit über 1000 PS Foto: KMS Tuning via Facebook

Optisch bleibt der gepimpte 5er dabei sehr dezent. Die Anbauteile und Felgen gingen beinahe als ein serienmäßiger M5 der späten Neunziger durch.

Getunter BMW 5er E39 mit Toyota-Motor mit geöffneter Motorhaube im Wald, fotografiert von vorne.
BMW 5er E39-Tuning: Toy-Motor mit über 1000 PS Foto: KMS Tuning via Facebook

Unter der Haube wird es ob des großen Turbos und des Luftfilters eng. Hier ist es so sauber, dass man bedenkenlos essen könnte.

Getunter BMW 5er E39 mit Toyota-Motor im Wald, fotografiert von der Seite.
BMW 5er E39-Tuning: Toy-Motor mit über 1000 PS Foto: KMS Tuning via Facebook

Der nachtblaue Bimmer für Winner tarnt sich als nahezu serienmäßiger M5, hat aber mehr als doppelt so viel Leistung.

Eigentlich geht die Zusammenarbeit von BMW und Toyota gerade ihrem programmierten Ende entgegen. Mit dem Auslaufen der Cousins Z4 und Supra, deren letzte Sondereditionen bei Magna in Österreich vom Band laufen, gehen die beiden Multis in Sachen Sportwagen wieder getrennte Wege. Das hindert einen polnischen Tuner aber nicht daran, die deutsch-japanische Kooperation noch zu vertiefen. Und dies mit einem gut abgehangenen BMW Fünfer der Generation E39, der eigentlich nie etwas mit Toyota zu tun hatte. Jetzt aber hat er es.

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Auf der Suche nach einem geeigneten Antrieb für den nachtblauen E39 ist die Tuningschmiede KMS Engine nämlich über ein unaussprechliches Kürzel gestolpert: 2JZ. Kenner der Tuningszene werden das Siegel jetzt mit der Zunge nachschnalzen, denn dies ist der Codename für ein legendäres Aggregat aus Nippon. Dieser Reihensechser, bis ins Jahr 2007 hunderttausendfach im Toyota Supra und anderswo verbaut, gilt als sehr empfänglich für Leistungskuren bis über 2000 PS hinaus und ist gleichzeitig so robust wie ein Landmaschinendiesel. So gesehen ist das Muskelaufbauprogramm, das KMS für den Bimmer zusammengestellt hat, geradezu vernünftig.
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Der BMW M5 (2024) im Fahrbericht (Video):

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Rein optisch bleibt der getunte BMW 5er extrem dezent

Auf dem Prüfstand powert der gedopte 5er trotzdem mit beeindruckender Leichtigkeit bis zu 1056 PS (776 kW) raus. Mit dem maximalen Drehmoment von 1064 Nm schwimmt er ebenfalls gut im Verkehr mit. Dabei hat sich sein Besitzer, ein gewisser Kamil, mit Optik-Tuning sehr zurückgehalten. Der gepflegte 5er ginge auch als serienmäßiger M5 durch, der Ende der Neunzigerjahre mit seinem V8 und 400 PS (294 kW) neue Maßstäbe für Sportlimousinen setzte. Ein dezenter Frontspoiler kehrt die Luft vor dem Auto weg. Die Alus orientieren sich am BMW-Originaldesign. Auch der vierflutige Auspuff würde dem M5 gerecht. Er hat allerdings eine unsichtbare Klappe, die das gigantische Potenzial der Bestie auch akustisch in Erinnerung ruft.

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Überhaupt ist alles, was sich unter dem Blech befindet, sehr hübsch angerichtet. Im Motorraum wird es ob des großen Turbos und des Luftfilters ein bisschen eng. Mit Edelstahl ummantelte Druckleitungen schmiegen sich harmonisch an die Kathedrale von Motor, die da unter der Haube die Luft zum Beben bringt. Alles ist so sauber, dass man von dem schwarzen Ventildeckel bedenkenlos essen würde. Selbst im Kofferraum geht es sehr aufgeräumt zu. Zwei gekapselte Benzinpumpen versorgen den Dreiliter mit oktanhaltiger Nahrung und machen neben einer Feuerlöschanlage eine gute Figur. Wer hätte gedacht, dass Schweinshaxe und Sushi so gut harmonieren? Vielleicht überdenken die Verantwortlichen in Nagoya und München noch einmal ihre Partnerschaft und kredenzen uns bald einen Hybrid-Yaris mit M5-Technik oder einen M2, der sich den brandneuen V8 des GR GT unter die Haube steckt.