BMW 5er E39-Tuning: Sushi für die Schweinshaxe
Ein Toyota-Motor, der sich unter die Haube eines BMW 5ers verirrt und dort zur Hochform aufläuft? Klingt nach einer wilden Story, sollte aber am besten nur der Startschuss für eine fruchtvolle Zusammenarbeit sein.
Die genannten Produkte wurden von unserer Redaktion persönlich und unabhängig ausgewählt. Beim Kauf in einem der verlinkten Shops (Affiliate Link bzw. mit Symbol) erhalten wir eine geringfügige Provision, die redaktionelle Selektion und Beschreibung der Produkte wird dadurch nicht beeinflusst.
Eigentlich geht die Zusammenarbeit von BMW und Toyota gerade ihrem programmierten Ende entgegen. Mit dem Auslaufen der Cousins Z4 und Supra, deren letzte Sondereditionen bei Magna in Österreich vom Band laufen, gehen die beiden Multis in Sachen Sportwagen wieder getrennte Wege. Das hindert einen polnischen Tuner aber nicht daran, die deutsch-japanische Kooperation noch zu vertiefen. Und dies mit einem gut abgehangenen BMW Fünfer der Generation E39, der eigentlich nie etwas mit Toyota zu tun hatte. Jetzt aber hat er es.
Auch interessant:
- Drei BMW V8 beim Dragrace: BMW M5 E39/Alpina B10 V8/B10 V8 S
- BMW M535i & M5-Modelle E28, E34 & E39 im Vergleich
- BMW M5 W10: Dieser E39 hat einen VW-Zehnzylinder
Auf der Suche nach einem geeigneten Antrieb für den nachtblauen E39 ist die Tuningschmiede KMS Engine nämlich über ein unaussprechliches Kürzel gestolpert: 2JZ. Kenner der Tuningszene werden das Siegel jetzt mit der Zunge nachschnalzen, denn dies ist der Codename für ein legendäres Aggregat aus Nippon. Dieser Reihensechser, bis ins Jahr 2007 hunderttausendfach im Toyota Supra und anderswo verbaut, gilt als sehr empfänglich für Leistungskuren bis über 2000 PS hinaus und ist gleichzeitig so robust wie ein Landmaschinendiesel. So gesehen ist das Muskelaufbauprogramm, das KMS für den Bimmer zusammengestellt hat, geradezu vernünftig.
Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon
Der BMW M5 (2024) im Fahrbericht (Video):

Rein optisch bleibt der getunte BMW 5er extrem dezent
Auf dem Prüfstand powert der gedopte 5er trotzdem mit beeindruckender Leichtigkeit bis zu 1056 PS (776 kW) raus. Mit dem maximalen Drehmoment von 1064 Nm schwimmt er ebenfalls gut im Verkehr mit. Dabei hat sich sein Besitzer, ein gewisser Kamil, mit Optik-Tuning sehr zurückgehalten. Der gepflegte 5er ginge auch als serienmäßiger M5 durch, der Ende der Neunzigerjahre mit seinem V8 und 400 PS (294 kW) neue Maßstäbe für Sportlimousinen setzte. Ein dezenter Frontspoiler kehrt die Luft vor dem Auto weg. Die Alus orientieren sich am BMW-Originaldesign. Auch der vierflutige Auspuff würde dem M5 gerecht. Er hat allerdings eine unsichtbare Klappe, die das gigantische Potenzial der Bestie auch akustisch in Erinnerung ruft.
Auch interessant:
Überhaupt ist alles, was sich unter dem Blech befindet, sehr hübsch angerichtet. Im Motorraum wird es ob des großen Turbos und des Luftfilters ein bisschen eng. Mit Edelstahl ummantelte Druckleitungen schmiegen sich harmonisch an die Kathedrale von Motor, die da unter der Haube die Luft zum Beben bringt. Alles ist so sauber, dass man von dem schwarzen Ventildeckel bedenkenlos essen würde. Selbst im Kofferraum geht es sehr aufgeräumt zu. Zwei gekapselte Benzinpumpen versorgen den Dreiliter mit oktanhaltiger Nahrung und machen neben einer Feuerlöschanlage eine gute Figur. Wer hätte gedacht, dass Schweinshaxe und Sushi so gut harmonieren? Vielleicht überdenken die Verantwortlichen in Nagoya und München noch einmal ihre Partnerschaft und kredenzen uns bald einen Hybrid-Yaris mit M5-Technik oder einen M2, der sich den brandneuen V8 des GR GT unter die Haube steckt.










