Analyse

Bezahlbare Elektroautos: Darum gelingt 2027 der Durchbruch

Bisher gibt es zu wenige bezahlbare, kleine Stromer. Doch das wird sich bis 2027 ändern – und der E-Mobilität sowie den Kleinwagen Aufwind verleihen!

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Bild zeigt Renault Twingo Electric und Balkendiagramm mit der Verteilung von Verbrennern und Elektroautos in der Kleinst- und Kleinwagen-Klasse in den Jahren 2022 bis 2027.
2022 gab es im Kleinst- und Kleinwagensegment zwar 30 Verbrennermodelle, aber nur elf reine Stromer. Bis 2027 kommen viele neue Einstiegsstromer auf den Markt – mit ihnen wird auch ihr Marktanteil deutlich steigen. Foto: AUTO ZEITUNG
Bild zeigt Neuzulassungen von Kleinst- und Kleinwagen von Januar bis Oktober 2025 nach Verbrenner- und Elektroauto-Anteil als Tortendiagramm.
Schaut man auf die aktuell meistverkauften Elektroautos in Deutschland, finden sich darunter mit einer Ausnahme nur SUV, Limousinen oder Kompakte. So überrascht es nicht, dass der Anteil der Stromer in den beiden kleinsten Segmenten in Deutschland nur bei 17 Prozent liegt. Foto: AUTO ZEITUNG
Bild zeigt am Beispiel des Mini und von Hyundai die Verteilung von Verbrennern und Elektroautos im Verkauf.
Doch das Interesse an bezahlbaren Elektroautos ist längst da, wie die Analyse bei den vier Marken Mini, Hyundai, Renault und Fiat (weiteres Bild) zeigt. Foto: AUTO ZEITUNG
Bild zeigt am Beispiel von Renault und Fiat die Verteilung von Verbrennern und Elektroautos im Verkauf.
Der Erfolg des kleinen Crossover Dacia Spring beweist ebenfalls, dass es einen Markt für günstige Elektroautos gibt. Foto: AUTO ZEITUNG

Elektrische Kleinst- und Kleinwagen: Anteil in Deutschland bei nur 17 Prozent

Als die ersten Elektroautos 2010 auf den Testwagen-Parkplatz der AUTO ZEITUNG rollten, waren es zumeist Kleinwagen. Die ersten Stromer wie der Renault Zoe oder der Smart Fortwo waren vor allem für kurze Distanzen im urbanen Umfeld als Zweitwagen konzipiert. Selbst Premiummarken wie BMW setzten zu Beginn auf kleine E-Autos wie den i3.

Aber die Zeit war noch nicht reif, die kleinen Stromer kosteten im Vergleich mit den Verbrennermodellen deutlich mehr. Doch gerade die Käufer in den kleineren Segmenten waren und sind sehr preissensibel. Diese Probleme hatte Tesla in der Luxusklasse nicht – der Erfolg führte dazu, dass auch die anderen Autohersteller in ihrer Elektrostrategie vor allem auf Limousinen und SUV setzten.

Mit dem Ergebnis, dass es 2022 im Kleinst- und Kleinwagen-Segment zwar 30 Verbrenner-Modelle, aber nur elf reine Stromer gab. Und schaut man auf die aktuell meistverkauften Elektroautos in Deutschland, finden sich darunter mit einer Ausnahme nur SUV, Limousinen oder Kompakte. Lediglich der Mini schafft es als einziger Kleinwagen in die Top-10. So überrascht es nicht, dass der Anteil der Stromer in den beiden kleinsten Segmenten in Deutschland nur bei 17 Prozent liegt.

Der Renault Twingo Electric im Video:

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Video: AUTO ZEITUNG

Zahlen beweisen: Der Markt für günstige E-Autos ist bereits da

Doch das Interesse an bezahlbaren Elektroautos wächst. Das zeigen auch die Besitzumschreibungen von gebrauchten Stromern. Lagen diese 2022 noch bei rund 60.000, haben sie sich innerhalb von zwei Jahren auf knapp 180.000 Fahrzeuge mehr als verdreifacht. Der Erfolg des kleinen Crossover Dacia Spring beweist ebenfalls, dass es einen Markt für günstige Elektroautos gibt.

Das erkennen auch die Autokonzerne, die in den kommenden Jahren ein ganzes Feuerwerk an neuen, kleinen Stromern an den Start bringen. Stehen aktuell im Kleinst- und im Kleinwagen-Segment in Deutschland nur 16 Elektro-Modelle ganzen 24 Verbrennern gegenüber, übernehmen die Stromer 2027 die Mehrheit: Dann werden nach exklusiven Recherchen der AUTO ZEITUNG erstmals mehr E-Modelle als Verbrenner-Kleinwagen angeboten. Damit hätte sich die Auswahl an kleinen Stromern in Deutschland innerhalb von fünf Jahren mehr als verdoppelt.

2026 bringen Cupra, Nissan, Renault und VW günstige Einstiegsstromer auf den Markt

So starten 2026 der VW ID. Polo und sein sportliches spanisches Pendant Cupra Raval. Renault rundet seine Elektro-Kleinwagenpalette nach R5 und R4 mit dem Twingo E-Tech nach unten ab. Und bei Nissan wird der Micra als Stromer wiederbelebt. Im Jahr darauf geht die Modelloffensive weiter: Besonders spannend wird das noch VW ID.1 genannte Modell unterhalb des ID. Polo. Wie dieses zielen immer mehr Stromer auf einen Einstiegspreis von rund 20.000 Euro.

Die kleinen Elektroautos profitieren dabei von der weiterentwickelten Technik und den neu aufgebauten E-Produktionskapazitäten der Autokonzerne sowie -zulieferer. So sind etwa die Preise für Batterien gesunken.

Mit der vergrößerten Auswahl wird auch der Marktanteil der kleinen Stromer deutlich steigen. Eine Auswertung der AUTO ZEITUNG zeigt: Werden im Kleinst- im und Kleinwagen-Segment vergleichbare E-Modelle angeboten, entscheiden sich vier von zehn Käufer:innen für den Stromer. Überträgt man dieses Verhalten auf das Gesamtsegment, dürfte sich der Marktanteil der kleinen Elektrofahrzeuge in den kommenden Jahren verdoppeln.

Fazit

In den vergangenen zehn Jahren sind die Verkäufe von Kleinst- und Kleinwagen in Deutschland um rund 40 Prozent eingebrochen. Das lag daran, dass die Autokonzerne ihr Verbrennerangebot zusammengestrichen haben und die verbliebenen Modelle stark im Preis gestiegen sind. Doch nun erobern die Stromer die kleinen Segmente. Ihre Auswahl wird in den nächsten Jahren deutlich größer, die Preise fallen weiter. Dank weiterentwickelter Akkus und moderner Plattformen passen auch die Reichweiten. Alle Zutaten für einen Durchbruch der Kleinen auf dem Markt sind also vorhanden.