Bertone Lamborghini Genesis: Extravaganter V12-Minivan

Ein Lamborghini mit V12, Flügeltüren und Van-Karosserie? Was nach einem Widerspruch klingt, wurde 1988 mit dem Bertone Lamborghini Genesis Realität. Der außergewöhnliche Personentransporter sollte italienisches Design und ungewöhnliche Raumkonzepte verbinden. Wir blicken auf die außergewöhnliche Studie zurück!

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Der Bertone Lamborghini Genesis statisch von schräg vorne fotografiert.
Bertone Lamborghini Genesis Foto: Bertone

Auf dem Turiner Autosalon 1988 präsentierte das Designstudio Bertone den Lamborghini Genesis – einen Minivan, der in mehrfacher Hinsicht aus dem Rahmen fiel.

Der Bertone Lamborghini Genesis statisch von schräg hinten fotografiert.
Bertone Lamborghini Genesis Foto: Bertone

Grundlage für die spektakuläre Studie war das Chassis des Lamborghini Espada.

Der Bertone Lamborghini Genesis statisch von vorne mit geöffneten Türen fotografiert.
Bertone Lamborghini Genesis Foto: Bertone

Die großformatigen Flügeltüren, deren Glasflächen je zur Hälfte die Frontscheibe stellen und mit selbiger beim Öffnen nach oben aufschwenkten, sind außergewöhnlich.

Der Bertone Lamborghini Genesis statisch von der Seite fotografiert.
Bertone Lamborghini Genesis Foto: Bertone

Für den Zugang zum Fond kamen in bester Van-Manier Schiebetüren zum Einsatz.

Der Bertone Lamborghini Genesis statisch von schräg hinten fotografiert.
Bertone Lamborghini Genesis Foto: Bertone

Das Karosseriedesign vereinte typische Bertone-Merkmale der 1980er-Jahre mit futuristischen Elementen.

Der Bertone Lamborghini Genesis statisch von schräg vorne mit geöffneter Tür fotografiert.
Bertone Lamborghini Genesis Foto: Bertone

Die Sitze ließen sich elektrisch verstellen, verschieben und die Vordersessel bei Bedarf um 180 Grad drehen.

Das Cockpit des Bertone Lamborghini Genesis.
Bertone Lamborghini Genesis Foto: Bertone

Unter ihnen hauste der 5,2-l-V12 des Lamborghini Countach 5000 Quattrovalvole.

Die Sitze des Bertone Lamborghini Genesis.
Bertone Lamborghini Genesis Foto: Bertone

Innen bot der Genesis wegen einer relativ kompakten Länge von rund 4,50 m und einem Radstand von 2,65 m nur für fünf Personen Platz.

Lamborghini Bertone Genesis: Der V12-Minivan als Designstudie

Auf dem Turiner Autosalon 1988 präsentierte das Designstudio Bertone den Lamborghini Genesis – einen Minivan, der in mehrfacher Hinsicht aus dem Rahmen fiel. Grundlage für die spektakuläre Studie war das Chassis des Lamborghini Espada, eines viersitzigen Sportcoupés mit V12-Frontmotor. Für den Antrieb des Genesis griff Bertone auf den bekannten 5,2-l-V12 des Lamborghini Countach 5000 Quattrovalvole zurück. Mithilfe von gleich sechs Weber-Doppelvergasern generierte er eine Leistung von 455 PS (336 kW). Statt eines manuellen Getriebes, wie es im Countach üblich war, verbaute Bertone eine Dreigang-Automatik vom Typ TorqueFlite – eine Techniklösung aus dem Chrysler-Konzern, dem Lamborghini seinerzeit angehörte und möglicherweise dem Komfortgedanken geschuldet war.
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Flügeltüren, Lounge-Interieur und futuristische Linienführung

Im Fokus der Studie stand allerdings weniger der Antrieb als vielmehr das Raum- und Designkonzept. Das Karosseriedesign vereinte typische Bertone-Merkmale der 1980er-Jahre mit futuristischen Elementen. Für ungläubige Blicke dürften heute wie damals vor allem die großformatigen Flügeltüren, deren Glasflächen je zur Hälfte die Frontscheibe stellten und mit selbiger beim Öffnen nach oben aufschwenkten, gesorgt haben. Für den Zugang zum Fond kamen in bester Van-Manier Schiebetüren zum Einsatz.

Innen bot der Genesis jedoch nur für fünf Personen Platz. Die Sitze ließen sich elektrisch verstellen, verschieben und die Vordersessel bei Bedarf um 180 Grad drehen – eine Funktion, die bereits der ersten Generation des Renault Espace zum legendären Ruf als Urvater der Großraumlimousinen verhalf. Ergänzt wurde das Interieur – wie sollte es anders sein – durch ein TV-Gerät sowie ausfahrbare Fußstützen. Rotes und beigefarbenes Alcantara dominierte das Materialkonzept. Trotz einer relativ kompakten Länge von rund 4,50 m und einem Radstand von 2,65 m erlaubte die Karosserie – auch durch eine gigantische Breite von 206 cm – großzügige Platzverhältnisse. Für das aufwendige Konzeptdesign investierte Bertone laut eigenen Angaben über 30.000 Arbeitsstunden, um den als Basis dienenden Espada anzupassen.

Der Bertone Lamborghini Genesis statisch von vorne mit geöffneten Türen fotografiert.
Foto: Bertone

Technisches Experiment ohne Serienreife

Der Bertone Lamborghini Genesis blieb ein Einzelstück und erhielt keine Freigabe zur Serienproduktion. Probleme, wie die zu Wartungsarbeiten kaum gegebene Zugänglichkeit des unter den Vordersitzen kauernden Zwölfzylinders, haben da gewiss eine Rolle gespielt. Zu dieser Schwäche soll Nuccio Bertone gesagt haben: "Ich bin davon überzeugt, dass in naher Zukunft die Motoren so zuverlässig sein werden, dass man daran nur noch selten heran muss. Ein Auto wird dann wie ein Kühlschrank sein, es wird jahrelang funktionieren ohne gewartet werden zu müssen." Das größere Problem zeigte sich Berichten zufolge im Fahrverhalten des Genesis. Das Fahrwerk des über zwei Tonnen wiegenden Prototyps war nicht auf Antrieb und Gewicht abgestimmt und soll bei jeder kleinsten Unebenheit ins Schaukeln und Torkeln geraten sein. 

Als Designstudie und technisches Experiment verdeutlichte er jedoch, wie sich auch im Segment der Vans radikale Designideen umsetzen lassen. Wem hingegen nicht der Mut zur Umsetzung gewagter Vans fehlte, war Renault, die auch hier wieder Pionierarbeit leisten sollten. Der 2001 erschienene Renault Avantime interpretierte das Konzept Großraumlimousine mutig neu und ist mittlerweile zum sympathischen Youngtimer avanciert.