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Fünf Gründe gegen den Baguette-Halter von Renault

Krümel im Auto sind eine Plage, keine Frage. Trotzdem ist der Baguette-Halter, den Renault für die Stadtelektriker R4 und R5 anbietet, keine Kaufempfehlung wert. Fünf gute Gründe und ein deutsch-französisches Missverständnis sprechen gegen ihn.

Baguette-Halter mit Baguette im Cockpit eines Renault, fotografiert von schräg links.
Für den Baguette-Halter, der in den R4 und den R5 passt, verlangt Renault 192 Euro. Foto: Renault/Collage AUTO ZEITUNG
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Grund 1: Es gibt kein gutes Baguette in Deutschland

Dass es in Deutschland kein gutes Baguette gibt, hat vor allem zwei Gründe: Viele Bäcker:innen verwechseln die knusprige Brotstange namens Baguette mit einer „Baguette viennoise“, also Wiener Brot, windelweich und mit der Konsistenz von Toastbrot. Ein fürchterliches Missverständnis, das die deutsch-französischen Beziehungen schwer belastet.

Des Weiteren kauft man östlich des Rheins in den seltensten Fällen zweimal täglich Brot. Das muss man aber mit Baguette tun, denn es wird binnen Stunden hart und trocken und in Frankreich folglich tagsüber gebacken, nicht nachts. Übrigens: Nur Geizhälse essen „Baguette“. Gourmets verlangen nach einer etwas teureren „Tradition“, also ein Baguette nach altem Rezept. Da stecken neben Mehl, Wasser, Salz und Hefe keinerlei Zusatzstoffe drin und der Teig darf mehrere Stunden gehen, bevor er in den Ofen kommt.

Renault 5 im Video: So fährt sich der Elektro-Franzose

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Video: AUTO ZEITUNG

Grund 2: Gutes Baguette isst man so schnell, dass man gar keinen Halter braucht

Gutes Baguette ist frisch und so warm, dass gesalzene Butter darauf schmilzt. „250 grammes de magie et de perfection“, wie Emmanuel Macron zu sagen pflegt. Es ist unmöglich, der Versuchung zu widerstehen, auf dem Heimweg hineinzubeißen, beziehungsweise Crouton für Crouton davon abzubrechen und diskret zu vernaschen. Folglich braucht man gar keinen Baguette-Halter fürs Auto.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit seiner Frau Brigitte und Vertretern der Bäcker-Innung.
Frankreichs oberster Baguette-Halter, Emmanuel Macron, mit seiner Frau Brigitte und Vertretern der Bäcker-Innung. Baguette ist in Frankreich (Staats-)Chefsache. Rezeptur, Gewicht und Preis sind streng reglementiert. Foto: Imago

Grund 3: Das Ding ist teuer

Satte 192 Euro ruft Renault für den Baguette-Halter auf. Das entspricht dem Gegenwert von rund 148 Traditions (siehe oben) oder von 27 handelsüblichen Baguette-Beuteln, und ist damit klar zu teuer. Es muss ja auch noch etwas für die gesalzene Butter und Konfitüre übrigbleiben.

Grund 4: Müsli ist gesünder

Hoch raffiniertes Weizenmehl enthält wenig Ballaststoffe und ist weder besonders nahrhaft noch gut verdaulich. Einer Studie zufolge essen deshalb besonders junge Französinnen und Franzosen immer weniger Baguette. Ältere greifen häufiger zu Massen-Meterware aus dem Supermarkt. Alternativen wie Müsli werden populärer, und selbst Graubrot (siehe unten) kommt in vielen französischen Haushalten nun auf den Teller.

Grund 5: Selbst in Frankreich bekennt man sich zu Graubrot

„Manger son pain noir“ – also Schwarzbrot essen – ist im Französischen Synonym für „schwere Zeiten durchmachen“. Viele Französinnen und Franzosen machen aus der Not trotzdem eine Tugend, wenden sich vom Weißbrot ab und greifen vermehrt zu dunkleren Brotsorten. Die Bäcker-Brüder Poilâne aus Paris haben banales Sauerteigbrot zum Kultgegenstand erhoben und verkaufen die dem deutschen Graubrot sehr ähnlichen Laibe für absurd viel Geld. Ein Butterbrot-Halter wäre daher viel praktischer und trendiger als ein Baguette-Halter.