Das größte Landfahrzeug der Welt: Braunkohle-Bagger 293
Das größte Landfahrzeug der Welt fährt in Deutschland: Der Schaufelradbagger 293 gräbt sich seit 1995 durch den Hambacher Braunkohle-Tagebau. Die stählerne Stadt auf Kettenrädern ist so riesig, dass sie sogar auf Google Maps auftaucht!
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Der Bagger 293 steht als größtes Landfahrzeug im GuiNness-Buch der Rekorde
Wer sich je gefragt hat, welches das größte Landfahrzeug unseres Planeten ist: Es ist Bagger Nummer 293 – ein von Menschenhand geschaffenes, 96 m hohes und 225 m langes Gebirge aus Stahl. Ein 14.000 t schweres Landschaftsveränderungsgerät, das sich seit dem Jahr 1995 unablässig durch die rheinische Ebene buddelt. Sogar ins GuinNess-Buch der Rekorde hat es das Ungetüm geschafft.
Nummer 293 ist ein einziger materialisierter Superlativ: Sein von 4600 PS (3400 kW) bewegtes Schaufelrad hat einen Durchmesser von 21 m und ist mit 18 Pkw-großen Eimern bestückt. Jeder einzelne dieser Zacken wäre imstande, einen deutschen Standard-Vorgarten in einem Haps zu verschlingen.
Sagenhafte 382.000 m³ Erdreich bewegt das von Takraf gebaute Ungetüm. Pro Tag, wohlgemerkt. Ist das aus Löss, Kies, Sand oder Ton bestehende Deckgebirge abgetragen und der Flöz erreicht, schafft das Gerät bis zu 200.000 t Braunkohle täglich.
Für die Herrschenden von Kleinstaaten lohnt die rund 200 Mio Euro teure Anschaffung allerdings nicht. Das Fürstentum Monaco etwa würde Zwo-Neun-Drei wahrscheinlich binnen eines Nachmittags aus dem Hang raspeln – und die Grimaldis müssten umziehen.
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Knapp 30.000 PS, aber nur sechs km/h Höchstgeschwindigkeit
Das Gerät könnte sogar auf eigener Achse bis zum Fürstentum fahren, was wegen der Höchstgeschwindigkeit von sechs Stundenkilometern aber etwa eine Woche dauern würde – ohne Pause. Bagger 293 ruht auf einem Dutzend Raupen, von denen sich die hinteren vier lenken lassen. Besonders viel Bewegung ist aber normalerweise nicht vonnöten. Über Google Maps lässt sich sogar vom Orbit aus die Arbeit des Titans nachvollziehen.
Ohne Unterlass krallen sich die gewaltigen Zähne ins Erdreich. Der stählerne Organismus vibriert. An seinem hinteren Ende befindet sich die sogenannte Beladung. Hier spuckt das kolossale Konstrukt den Aushub wieder von Bord.
Transportbänder rattern. Sie schaffen das braune Gold mit 18 km/h in den Kohlebunker. Das fossile Material besteht zu 55 Prozent aus Wasser, es riecht nach Schwefel. Neben Bagger 293 sind in Hambach auch noch seine kaum kleineren Geschwister 287, 290 und 291 am Werk. 20 km weiter nördlich graben sich die vergleichbaren Bagger 258, 261, 262, 284, 285 und 288 durch Garzweiler.
Mit ein paar Joysticks und Schaltern dirigieren zwei bis fünf Personen den insgesamt 29.663 PS (21.817 kW) starken Koloss, der von externen Generatoren betrieben wird. Der Energieverbrauch ist mit 20 MW pro Tag enorm. Mit dieser Strommenge lässt sich nämlich auch eine Kleinstadt versorgen. Sieht man aber den Verbrauch mit der Förderleistung in Relation, so genehmigt sich der 293er von 1000 t abgebauter Kohle nur eine für sich selbst.
Fazit
Der Bagger 293 ist ein herausragendes Symbol der Ingenieurskunst, aber nur auf Zeit: Ende 2029 wird der Braunkohleabbau im Tagebau Hambach eingestellt, das knapp 44 km² große Loch mit Rheinwasser zum zweitgrößten See Deutschlands geflutet. Ob sich der rollende Stahlkoloss in ein Museum retten kann, bleibt abzuwarten.





















