Vorstellung

Porsche 911, Mustang & Co: Diese Autonamen laufen ewig

Zwischen all den Zeitenwenden und Paradigmenwechseln scheint die Suche nach bleibenden Werten aussichtslos. Doch halt! Es gibt wirklich noch Autos, die ihrem Namen über Jahrzehnte treu bleiben.

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Vier Oldtimer in einer Collage zusammengefasst.
Von F-150 bis Porsche 911: Welche Autonamen sterben nie? Wir zeigen die Top-12 der am längsten gebauten Baureihen der Welt. Foto: Hersteller/Collage: AUTO ZEITUNG
Porsche 911 statisch von schräg vorne fotografiert.
Platz 12 (62 Jahre): 1964 ersetzte Porsche die Null in der Mitte durch eine Eins. Darauf folgte nie eine Zwei. Foto: Porsche
Porsche 911 GTS statisch von schräg vorne fotografiert.
Dem Ur-Konzept mit luftgekühltem Boxer im Heck, Torsionsstabfederung und diesem unnachahmlichen „Peng!“, wenn die Tür mit Wucht geschlossen wird, blieb der Porsche länger treu. Foto: Zbigniew Mazar
Ford Mustang statisch von schräg vorne fotografiert.
Platz 11 (62 Jahre): 1964 erfand Ford die „Pony Car“-Klasse. Foto: Daniela Loof
Blick von der Seite auf den fahrenden Ford Mustang Dark Horse.
Der Mustang hat all seine Rivalen überlebt. Foto: Daniela Loof
Rolls-Royce Phantom statisch von schräg vorne fotografiert.
Platz 10 (66 Jahre): Von 1925 bis 1991 entzückend entrückt. 2003 weckte BMW am neuen Standort Goodwood den alten Geist und Spirit wieder zum Leben. Foto: Bonhams
Rolls-Royce Phantom statisch von der Seite fotografiert.
Unter Münchner Führung verkaufte man vom Phantom VII mehr Exemplare als Rolls-Royce in der fünffachen Zeitspanne zuvor. Foto: Rolls-Royce
Nissan Patrol statisch von schräg vorne fotografiert.
Platz 9 (68 Jahre): Bis 1958 hieß der Nissan Patrol nur wie ein Mehrbereichsöl, dann gab Nissan dem 4W60 einen Namen. Foto: Nissan
Nissan Patrol statisch von schräg vorne fotografiert.
Nissan gibt die Verfolgung auf den Land Cruiser nicht auf, wie der nagelneue Patrol beweist. Foto: Nissan
Toyota Crown statisch von schräg vorne fotografiert.
Platz 8 (71 Jahre): Der dritte Japaner im Bunde ist bei uns ein beinahe unbeschriebenes Blatt, zuhause in Japan aber eine große Nummer: Mit dem damals noch unter dem „Toyopet“-Label angebotenen Crown begann 1955 in kleinen Schritten der Erfolgszug von Toyota in den USA. Foto: Toyota
Toyota Crown fahrend von der Seite fotografiert.
Danach avancierte der Toyota Crown daheim in Japan zur technologischen Speerspitze. Foto: AUTO ZEITUNG Archiv
Toyota Land Cruiser statisch von schräg vorne fotografiert.
Platz 7 (72 Jahre): 1954 erhielt der Land Cruiser den Namen, der seine Bestimmung treffend beschreibt. Foto: Toyota
Toyota Land Cruiser statisch von schräg vorne fotografiert.
Zurück zu den Wurzeln: Der aktuelle Land Cruiser 
greift das Design der Klassiker wieder auf. Foto: Toyota
Mercedes 300 SL statisch von schräg vorne fotografiert.
Platz 6 (72 Jahre): Der SL begann 1954 als Flügeltürer, pflegt seit 1958 die Tradition des offenen Zweisitzers. Foto: Mercedes
Mercedes SL fahrend von schräg vorne fotografiert.
Der SL ist lediglich noch eine
offene Spielart, der ebenfalls das AMG-Etikett vorangestellt wird. Das Traditionskürzel SL rückt
damit ins zweite Glied. Foto: Mercedes
Chevrolet Corvette statisch von der Seite fotografiert.
Platz 5 (73 Jahre): 1953 startete die Corvette als Kunststoff-Flunder, heute ist sie eine Boden-Boden-Rakete. Foto: GM
Chevrolet Corvette
Manche Umwälzung braucht Zeit: Die Corvette bekam nach 67 Jahren erstmals ein Mittelmotor-Layout. Foto: GM
VW Transporter statisch von schräg vorne fotografiert.
Platz 4 (76 Jahre): Seit 1950 unter dem Spitznamen „Bulli“ eine Klasse für sich in der Welt der Busse. Foto: Thomas Starck
Auto Legenden
Der VW Bus dagegen schreibt die „Bulli“-Vita seit der vierten Modellgeneration mit Frontantrieb fort, hier der T7. Foto: VW
Ford F-150 statisch von schräg vorne fotografiert.
Platz 3 (79 Jahre): Amerikas Lastesel Nummer eins, der Ford F-150, ersetzt seit 1947 den von Pferden gezogenen Planwagen. Foto: Ford
Ford F-150 fahrend von schräg vorne fotografiert.
Der Ford F-150 war immer schon zu großspurig für den Export nach Europa, er hält mit gewaltigen Anhängelasten die Legende vom Siedlertreck nach Westen wach. Foto: Ford
Morgan 4/4 statisch von der Seite fotografiert.
Platz 2 (82 Jahre): 1936 wagte HFS Morgan den Sprung zu vier Rädern und vier Zylindern. Foto: Morgan
Morgan 4/4 statisch von schräg vorne fotografiert.
Der in Handarbeit gebaute Roadster entstand bis 2018 nach einem von Firmengründer HFS Morgan schon 1936 zu Papier gebrachten Plan. Foto: Morgan
Chevrolet Suburban statisch von schräg hinten fotografiert.
Platz 1 (93 Jahre): Der Chevrolet Suburban ist seit 1933 erste Wahl, wenn es um die Evakuierung ganzer Vorstädte geht. Foto: GM
Chevrolet Suburban von schräg vorne fotografiert.
Seit 2021 darf Generation Zwölf den Namen tragen und Einfahrten der „Suburbs“ zieren. Foto: GM

Top 12: Autos, die ihrem Namen über Jahrzehnte treu bleiben

Der amerikanische Sänger Marc Cohn setzte aufs falsche Pferd: „Wenn ich abtrete, dann in einem Silver Thunderbird“, dichtete er 1991.
35 Jahre später schreibt Cohn (66) noch immer beseelte Lieder über Gott und die Welt. Aber sein altes Testament muss er womöglich erneuern, denn silberne Ford Thunderbird laufen seit 20 Jahren nicht mehr vom Band. Ford stellte die Baureihe 1997 nach 42 Produktionsjahren ein, und der Versuch eines Revivals wurde 2005 nach wenigen Jahren abgebrochen. Die fünfjährige Produktionslücke nach 1997 verhindert einen Platz in der Spitzengruppe der am längsten gebauten Baureihen aller Zeiten. So rangiert der Ford Thunderbird gemeinsam mit dem ebenfalls 42 Jahre lang gebauten Citroën 2CV im oberen Mittelfeld der Dauerlauf-Weltrangliste.

Dabei spielt es keine Rolle, wie viele Neuauflagen das Fahrzeug erfährt. Die technische Konzeption ist irrelevant. Nur der Name zählt. Eine Sonderstellung nimmt der VW „Käfer“ ein, denn er wurde weltweit unter seinem Kosenamen bekannt. Die Grundform blieb vom Start der Großserienfertigung 1945 bis zu deren Ende 2003 unangetastet. Mit 58 Jahren Bauzeit gehört der unvergessene Volkswagen heute immer noch 
zu den ausdauerndsten 15 Fahrzeugtypen. Er wird aber in den kommenden Jahren weiter nach hinten durchgereicht, denn andere laufen und laufen und laufen länger als er, zum Beispiel zwei Nachfahren, die ihre Existenz dem Käfer verdanken: der VW Transporter, besser als „Bulli“ bekannt, und der Porsche 911.

Der Toyota Land Cruiser (2025) im Fahrbericht (Video)

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Video: AUTO ZEITUNG

Der Porsche 911 hat seinen Urahn, den Käfer, überholt

Dem Ur-Konzept mit luftgekühltem Boxer im Heck, Torsionsstabfederung und diesem unnachahmlichen „Peng!“, wenn die Tür mit Wucht geschlossen wird, blieb der Porsche länger treu. Der VW Bus dagegen schreibt die „Bulli“-Vita seit der vierten Modellgeneration mit Frontantrieb fort. Er rangiert inzwischen auf Platz 4, aber der
911 wartet noch auf den Einlass in die Top-10. 2030 ist es soweit, dann egalisiert er die Zeitspanne der ersten sechs Generationen des Rolls-Royce Phantom.

Von dem 1925 erstmals vorgestellten Luxusliner wurden in Nordengland und Springfield/Massachusetts binnen 66 Jahren nur 6830 rollende Chassis von Hand zusammengefügt. Zwar war die Kundschaft zeitweise auf die Mitglieder der Royal Family beschränkt, aber das Modell überlebte und markierte noch 1991 den Gipfelpunkt der Weltentrückung in einem Automobil. 2003 weckte BMW am neuen Standort Goodwood den alten Geist und Spirit wieder zum Leben und verkaufte vom 
Phantom VII mehr Exemplare als Rolls-Royce in der fünffachen Zeitspanne zuvor. Doch zwölf Jahre Produktionspause frieren den Phantom auf dem damals erreichten Level ein, und so ist zu erwarten, dass Porsche 911 und Ford Mustang bald vorbeiziehen werden – zur Not mit E-Antrieb.

Zwei Allradler halten durch – Patrol und Land Cruiser

Die Plätze 7 bis 9 belegt allerdings ein japanisches Trio mit außerordentlichem Beharrungsvermögen. Besonders die beiden Geländewagen gelten als unzerstörbar und erfreuen sich weltweit größter Beliebtheit auf all jenen Terrains, die Porsche 911-Fahrer:innen noch konsequenter meiden als einen IKEA-Parkplatz. Die Rede ist von Toyota Land Cruiser und Nissan Patrol. Beide waren ursprünglich als reine Armeefahrzeuge gedacht und wurden schon 1951 entworfen. In den ersten Jahren trugen sie aber noch nicht ihre zivilen Namen, nur kryptische Kürzel wie 4W60 – fantastisch, wenn es ein Mehrbereichsöl bezeichnet hätte, aber unbrauchbar für eine Karriere diesseits der militärischen Nutzung.

Toyota Land Cruiser statisch von schräg vorne fotografiert.
Land Cruiser J2 Foto: Toyota

Toyota war schneller bei der Namensvergabe, deshalb hat der Land Cruiser seit über 70 Jahren einen Vorsprung, den er seit 1967 zweigleisig verteidigt: Neben das bereits in zweiter Generation die Savannen und Sümpfe der Welt durchkämmende Grundmodell platzierte Toyota damals den ersten Land Cruiser Station Wagon. Beide Baureihen werden weiterhin in enormen Stückzahlen produziert und zeigen keinen Anflug von Marktmüdigkeit. Nissan gibt die Verfolgung nicht auf, wie der nagelneue Patrol beweist. Aber in einigen Märkten tritt er nun als Nissan „Armada“ an – was in unbeabsichtigter Zweideutigkeit auf eine baldige Versenkung schließen lässt.

Der dritte Japaner im Bunde ist bei uns ein beinahe unbeschriebenes Blatt, zuhause in Japan aber eine große Nummer: Mit dem damals noch unter dem „Toyopet“-Label angebotenen Crown begann 1955 in kleinen Schritten der Erfolgszug von Toyota in den USA. Danach avancierte der Toyota Crown daheim in Japan zur technologischen Speerspitze und brachte zahlreiche Hightech-Innovationen in den Markt, die von europäischen Marken manchmal mit deutlicher Verzögerung als Weltneuheiten für sich proklamiert wurden: etwa das CD-ROM-basierte GPS-Navi, aktive Fahrdynamikregelungen oder neuartige Motoren- und Getriebetechnologien.

Der Thron des SL wackelt, die Corvette rennt weiter

Wie lange Daimler noch am Modellnamen SL festhält, steht in den Sternen über Sindelfingen. Zwar begann mit dem 1952 als Prototyp entwickelten und ab 1954 in Serie gebauten 300 SL Flügeltürer die Geschichte der modernen Mercedes-Sportwagen, doch der SL machte ab 1958 als reiner Roadster Karriere. Zahlreiche markante Hardtop-
Varianten und das ausgeklügelte Variodach konnten nicht verhindern, dass die Coupé-Tradition nun vom AMG GT besetzt wird. Der SL ist lediglich noch eine
offene Spielart, der ebenfalls das AMG-Etikett vorangestellt wird. Das Traditionskürzel SL rückt damit ins zweite Glied. Leise Besorgnis scheint nicht unbegründet, zumal der Technologieträger früherer Jahre inzwischen erstmals mit profanen Vierzylindern angeboten wird.

Mercedes 300 SL statisch von schräg vorne fotografiert.
Foto: Mercedes

Die drei Amerikaner an der Spitze der Rangliste treten dagegen selbstbewusster auf denn je. Ford F-150 und Chevy Suburban waren immer schon zu großspurig für den Export nach Europa, sie halten mit gewaltigen Anhängelasten die Legende vom Siedlertreck nach Westen wach. Die Corvette war schon eine Legende, als unter der lasziven Coke-Bottle-Hülle noch mit Normalbenzin abgespeiste Motoren bei mehr als Halbgas die weiße (Rauch-)Fahne schwenkten. Die Formkurve zeigte jedoch bei jedem weiteren Generationswechsel nach oben. Die revolutionäre Verwandlung vom schnellen Cruiser zur Mittelmotor-Rakete fand 2020 statt. Ohne natürliche Feinde hat die Corvette daheim nun freie Bahn.

Und wo bleiben die traditionsbewussten Briten? Well, … einen Trumpf haben sie im Ärmel: Morgan. Der in Handarbeit gebaute Roadster entstand bis 2018 nach einem von Firmengründer HFS Morgan schon 1936 zu Papier gebrachten Plan. Ab und an bekam
er modernere Ford-Motoren. Als Morgan 2018 den alten Stahlrahmen durch einen Alu-Spaceframe ersetzt, ist der 4/4 Geschichte. Noch behauptet der 4/4 Platz 2, aber England baut geduldig einen Nachfolger auf: Caterham übernahm 1973 den Bauplan des Lotus Super 7. 53 Jahre später ist nach wie vor kein Anlass gegeben, an dieser Rezeptur etwas zu ändern.

Fazit

Chevy vor Morgan und Ford – ein Fotofinish sieht anders aus, doch immerhin gibt es klare Verhältnisse. Vermissen Sie den Land Rover? Er war ein sicherer Kandidat fürs Podium, bis er sich den Künstlernamen „Defender“ zulegte. Damit riss nach 46 Jahren der Faden.