Vorstellung

Fünfzylinder raus, V10 rein: Audi S2 wird zum V10-Monster

Weil es der Audi S2 auch nach mehr als 30 Jahren nicht aus dem Windschatten seines Vorgängers, dem Urquattro, geschafft hat, verpasste ihm ein Race-Art aus Südafrika Prior-Optik, Custom-Luftfederung und einen V10 aus dem R8. Das Ergebnis? Instant-Kult!

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Der Audi S2 mit R8-V10 stehend von schräg oben.
Ein südafrikanischer Tuner hat den Audi S2 mit feinsten Zutaten zum Meisterwerk gepimpt. Da markiert der R8-V10 hinter dem Kühler nur die Spitze des Eisbergs. Foto: Youtube/Cars.co.za
Der Audi S2 mit R8-V10 stehend von schräg hinten.
Für das Bodykit ließ man sich von Prior Design inspirieren. Foto: Youtube/Cars.co.za
Der Audi S2 mit R8-V10 stehend von schräg vorne.
Die aus der Motorhaube herausragenden Zylinderköpfe verraten, dass für das Coupé serienmäßig nur ein Fünfzylinder-Turbo vorgesehen war. Foto: Youtube/Cars.co.za
Der Audi S2 mit R8-V10 stehend von hinten.
Endrohre sucht man am Heckdiffusor vergebens, sie sind als Sidepipes vor den Hinterrädern montiert. Foto: Youtube/Cars.co.za
Der Audi S2 mit R8-V10 stehend seitlich.
Solange sie keine Stichflammen von sich gibt, geht die Abgasanlage jedoch neben dem satten Schweller eher unter. Foto: Youtube/Cars.co.za
Das Cockpit des Audi S2 mit R8-V10.
Beinahe der gesamte Innenraum wurde mit Nappaleder ausstaffiert. Foto: Youtube/Cars.co.za
Die Sitze des Audi S2 mit R8-V10.
Auch die Sitze präsentieren sich Rot wie die Sünde. Wobei "Sünde" eher zum Subwoofer-Ungetüm auf Höhe der ehemaligen Rücksitze zutrifft. Foto: Youtube/Cars.co.za
Der Kofferraum des Audi S2 mit R8-V10.
Ziemlich cool hingegen ist die Lösung, ein übergroßes Audi-Logo als Tank für die Luftfederung zu verwenden. Foto: Youtube/Cars.co.za
Der Motor des Audi S2 mit R8-V10.
Mit 525 PS (386 kW) bei 8000 Touren ist der V10 deutlich mehr als doppelt so stark wie der Serien-Fünfender. Foto: Youtube/Cars.co.za

Erinnern Sie sich noch an den Audi S2? Bevor Sie jetzt ins Googeln kommen: Nein, der hatte nichts mit dem A2 zu tun – er markierte vielmehr mit Allradantrieb und Fünfzylinder-Turbo den rechtmäßigen Erben des Urquattro. Aber grämen Sie sich nicht.

Denn selbst Donovan Baker, der Kopf hinter Race-Art und Besitzer des hier gezeigten Tuning-Wunderwerks musste erst einmal das World Wide Web zücken, um sich den als Coupé, Limo und Kombi erhältlichen Sportler zurück ins Gedächtnis zu rufen. Und was er dann damit anstellte, verdient ein gewisses Maß an Respekt. Auch wenn für den Umbau nicht nur ein gut erhaltener Original-S2 herhalten musste, sondern auch ein voll fahrbereiter R8 Spyder der ersten Generation.

Letztere kaufte das Tuning-Team eigens, um den frei saugenden 5,2-l-V10 hinter den Sitzen herauszureißen und ihn dort hineinzustopfen, wo zuvor ein nicht einmal halb so großer Fünfender sein Unwesen trieb. Als mehr oder weniger stumme Zeugen des Umbaus dienen die beiden Zylinderköpfe, die nonchalant aus der aufgeschnittenen Motorhaube herausragen.

Vieles spricht dafür, dass darunter noch immer die serienmäßigen 525 PS (386 kW) und 530 Nm werkeln. Dennoch gelang es Race-Art, den H-Kennzeichen-tauglichen Allradantrieb des S2 beizubehalten, ebenso wie offenbar auch dessen Schaltgetriebe. Aber hier fängt die Magie dieses Tunings gerade erst an.

Der Audi Q6 Sportback e-tron im Fahrbericht (Video)

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Video: AUTO ZEITUNG

Fünfzylinder raus, R8-V10 rein: Jetzt spuckt der Audi S2 Flammen

Um das hochdrehende Brüllen des R8-Triebwerks in ein wahres Klanggewitter zu verwandeln, ertüftelte das Team um Baker eine neue Abgasanlage, die in Entenfuß-förmigen Sidepipes endet. Ohne regelmäßige Stichflammen würde es jedoch beinahe schon untergehen unter dem optischen Gewicht des Bodykits.

Eigentlich wollte man Anbauteile von Prior Design verwenden, doch die waren alle schon vergriffen. Also ließ sich Race-Art eine Hommage anfertigen, die in vielen Details mit dem Original übereinstimmt. Neu sind nur der mittig weiter herausragende Frontsplitter sowie der Quattro-Schriftzug darüber. Zu den reinblütigen Audi-Genen passt auch die weiße Lackierung mit den traditionellen Audi-Sport-Farben, die sich über den Kotflügeln und am Heckspoiler wiederfinden.

Die großen Audi-Ringe, die beim Blick durchs Heckfenster kaum zu übersehen sind, bilden ein weiteres Geständnis an die Detailverliebtheit seiner Erbauer. Dabei handelt es sich aber nicht etwa um eine riesige Leuchtreklame, sondern um einen eigens angefertigten Druckluftbehälter für die Luftfederung. Es soll noch verrückter werden? Kein Problem: Direkt dahinter füllt eine ballonförmige Subwooferanlage den ehemaligen Platz der Rücksitze komplett aus.

Sie wirkt ein bisschen so, als hätte jemand riesige Seifenblasen mit Kunststoff eingekleidet und dann Lautsprecher hineingezimmert. Springen wir also lieber eine Reihe weiter vor, wo rotes, gestepptes Nappaleder beinahe alle Oberflächen überschwemmt hat. Im Vergleich zu dem, was hinter den Sitzen los ist, lässt sich diese Veredelung auf jeden Fall noch als stilvoll beschreiben. Besonders viel Zeit wird Race-Art wohl ohnehin nicht hinter dem Lenkrad seiner Kreation verbringen können – eine Straßenzulassung scheint der Umbau nämlich nicht zu besitzen.